Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.726.309

Volltextsuche



 

04.05.2010 CBM schickte Botschafter

Paralympics Sieger in der Anne-Frank-Schule

Eifrig schrieben Henry Wanyoike (vorne) und sein Begleitläufer Joseph Kibunja nach dem Gespräch in der Busenbacher Anne-Frank-Schule Autogramme für die Schüler


Als "wundervollste Gemeinde Deutschlands" wurde Waldbronn im April von der Christoffel Blindenmission (CBM) ausgezeichnet, wie sie damals hier lesen konnten. Nun kam als zusätzliches Danke CMB mit ihrem Erlebnisgang zur Busenbacher Anne-Frank-Schule. Dabei wird mit einer Brille der Graue Star im Endstadium simuliert und die Schüler mussten mit einem Langstock den Blindenparcours bewältigen und erlebten so aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, nahezu blind zu sein. Lars Wissenbach von CBM gab den Kindern dazu fachkundige Erläuterungen.
Einen besonderen Gast hatte die Christoffel Blindenmission mitgebracht. Der blinde Langstreckenläufer Henry Wanyoike aus Kenia war mit seinem Begleitläufer Joseph Kibunja gekommen. Beide waren an den vergangenen Wochenenden bei Halbmarathons in Bonn und Hannover am Start, wo sie unter über 4000 Läufern in Hannover Platz 27 und 28 belegten. Der nächste Start sei dann Ende Juni in Malaysia. Die Kinder staunten auch, als sie hörten, dass Wanyoike bisher insgesamt zehn Goldmedaillen bei Paralympics auf den Langstrecken gewonnen hat und die Weltrekorde für blinde Läufer über 5000 m, 10000 m und die Marathondistanz in 2:31:31 hält. Er habe im Bestreben immer besser zu werden, stets seine eigenen Weltrekorde gebrochen. "Auch ihr könnt immer besser werden", ermunterte er die Kinder auf Englisch. "Konzentriert euch auf eure Stärken und verfolgt motiviert eure Ziele", gab er den Kindern mit auf den Weg. Schnell spürten alle bei dem Frage- und Antwortspiel, dass Wanyoike und Kibunja keinen PR-Termin absolvieren, sondern voll hinter dem stehen, was sie den Kindern mitgeben Die Fragen der Schüler und Wanyoikes Antworten dolmetschte Verena Freund von CBM.
Wanyoike sagte im Gespräch, dass er im Alter von 21 Jahren nach einem Schlaganfall erblindete. Erinnerungen habe er noch an Bäume, die Farben von Blüten und des Himmels, so seine Antwort auf eine Schülerfrage. Am Anfang sei es für ihn schwierig gewesen, mit der Blindheit umzugehen. Bald aber sei er in Kenia auf die Christoffel Blindenmission getroffen. In Klinik und Rehazentrum von CBM sei ihm geholfen worden. Dort habe er auch die Blindenschrift erlernt. Seit dieser Zeit unterstützt er CBM, ein Teil seiner Startgelder geht an diese Organisation, mit einem weiteren Teil finanziert er eigene Hilfsprojekte in seiner Heimat. Auf CBM weise er auch hin, wenn er deren Logo auf seinen T-Shirts beim Lauf trage.
Joseph Kibunja, er stammt aus dem gleichen Dorf wie Wanyoike, war zuerst geschockt vom Schicksal seines Freundes. Nach und nach habe er aber gelernt, wie man mit blinden Menschen umgehe. Wichtig für ihn sei sein Begleitläufer, betont dazu Wanyoike. Kibunja steuert, wie beide anschaulich schildern, seinen Freund durch Zurufe und durch ein Band am Handgelenk. "Ich kenne ihn schon lange und bin froh, dass er da ist", so der blinde Langstreckler.
"Wenn ihr hart arbeitet, könnt ihr viel erreichen", mahnte Wanyoike und fuhr fort: "Ihr habt es besser als die Kinder in Kenia, aber haltet euch von Drogen fern, die euch zerstören, und von Menschen, die sie euch geben wollen", so der Schlussappell von Henry Wanyoike an die Schüler nach einem lebhaften Gespräch.

[<< Übersicht]