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29.11.2009 40 Jahre Kulturring

40. Geburtstag mit Marimba-Klängen

Katarzyna Mycka bei ihrem Konzert im Kulturtreff Waldbronn beim Kulturring, der mit diesem Abend auch sein 40-jähriges Bestehen feierte

Sieben Jahre nach ihrem ersten Konzert in Waldbronn kam die Marimba-Virtuosin Katarzyna My?ka ein zweites Mal nach Waldbronn, um das 40-Jahre-Jubiläum des Kulturrings mit dem  Glanz einer musikalischen Darbietung der Sonderklasse zu versehen. Schon das Instrument, die Marimba, ist in den Konzertsälen hierzulande etwas Besonderes, und erst recht eine Künstlerin, die sich mit ihren Interpretationen originaler oder bearbeiteter Kompositionen längst hohes internationales Renommee erworben hat.
Wieder imponierte jetzt, wie schon bei der ersten Begegnung, nicht nur die bisweilen geradezu atemberaubende Virtuosität ihres Spiels, sondern ebenso seine gleichsam atmende Lebendigkeit. Dabei machte es keinen Unterschied, ob es etwa um die Bearbeitung einer Suite für Violoncello von Bach, um Variationen über ein liedhaftes Choralthema von Ney Rosauro oder um Stücke mit folkloristischem Hintergrund ging, und eben deshalb kommt es ja auch nicht von ungefähr, dass schon zahlreiche Komponisten weltweit Originalwerke für Katarzyna My?ka geschrieben oder ihr nachträglich gewidmet haben. Was aber dem Abend im Kulturtreff noch  einen zusätzlichen Reiz des Besonderen gab, waren der Charme und die rhetorische Gewandtheit, mit denen die Künstlerin ihr Programm kommentierte. Die Zuhörer äußerten ihre Begeisterung und Sympathie mit großem Nachdruck.
Christina Rieker, die Geschäftsführerin des Kulturrings hatte zu Beginn die Zuhörer begrüßt und auf das 40-jährige Bestehen hingewiesen. Sie strebe für die Zukunft ein "gemischtes Programm" an, das neben Klassik auch Kabarett, musikalisches Kabarett und Lesungen bietet. Als geglückte Beispiele aus den zurückliegenden Jahren erinnerte Rieker an die Abende mit Armin Fischer oder die Lesung mit Fritz Rau. Rieker schloss aber auch Theatergastspiele  mit namhaften Schauspielern nicht aus. Auch hier wurde in diesem Jahr ein gelungener Versuch mit Nora von Collande und Herbert Herrmann gestartet.
Auf die Geschichte des Kulturrings ging anschließend Karlheinz Ebert ein, der selbst über Jahrzehnte hinweg und von der Gründung an Geschäftsführer des Kulturring war. Ausgangspunkt war die Eröffnung des Kurhauses 1968 und die Idee des damaligen Bürgermeisters Alfred Ohl, dieses Haus auch für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen, die über den Rahmen dessen hinausgehen, was die örtlichen Vereine bereits leisten. Vier erfolgreiche Konzerte führten schließlich zur Gründung im Dezember 1969. Als Geschäftsführer, dem die Organisation des Programms oblag, konnte der Waldbronner Karlheinz Ebert gewonnen werden, der langjährige Feuilletonchef der Badischen Neuesten Nachrichten, Vorsitzender war und ist der jeweilige Bürgermeister.
Ab 1970 kam Schritt für Schritt eine Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern und Agenturen im In- und Ausland zustand. Im Spätjahr 1971 kam es zum ersten Theatergastspiel und im folgenden Jahr startete gemeinsam mit der Konzert- und Gastspieldirektion Laube ein Theaterzyklus, der viele prominente Schauspieler der damaligen Zeit nach Waldbronn brachte. Zwischen 300 und 400 Theater- und Konzertabonnenten aus dem ganzen mittelbadischen Raum besuchten diese Veranstaltungen. Der Rückgang, erinnert sich Karlheinz Ebert, begann anfangs der 80er Jahre, als in Ettlingen und Karlsruhe größere Säle entstanden und die Gastspiele dorthin umzogen.
Bürgermeister Franz Masino gratulierte als Vorsitzender des Kulturrings. Eine glückliche Hand habe Bürgermeister Alfred Ohl mit der Bestellung von Karlheinz Ebert zum Geschäftsführer des Kulturrings gehabt, der in den Anfangsjahren und weit darüber hinaus dem Kulturring wertvolle Impulse gegeben habe. Die Veranstaltungen des Kulturrings seien eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Waldbronn, betonte der Bürgermeister und versprach, dass auch in den kommenden Jahren die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Kulturring unterstützen werde.

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