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13.11.2009 Obstbäume gepflanzt

Streuobstbestand durch Ausgleichsmaßnahme ergänzt

Bürgermeister Franz Masino (re.) griff bei der Baumpflanzung selbst zur Schaufel und unterstützte so diese Maßnahme

37 Hochstammobstbäume pflanzte die Gemeinde als eine von drei Ausgleichsmaßnahmen für das Neubaugebiet "Erweiterung Ortszentrum – Rück I". Ziel war, die historisch gewachsene Streuobstlandschaft beim Reichenbacher Mittelgewannweg aufzuwerten und zu erhalten. Alle drei Ausgleichsmaßnahmen schlagen mit 160.000 Euro zu Buche.
"Man sieht von hier gut, wie schön unser Waldbronn ist", betonte Bürgermeister Franz Masino, der bei der Pflanzung auch selbst zum Spaten griff. Er dankte dem Obst- und Gartenbauverein Reichenbach, der das Projekt mit zeitaufwändigen Vorarbeiten von Anfang an betreut habe und gemeinsam mit der Gemeindegärtnerei auch die eigentliche Pflanzung bewerkstelligte. Bei den Grundstückseigentümern, die alle schriftlich um ihr Einverständnis gebeten wurden, sei die Aktion auf positive Resonanz gestoßen.
Angepflanzt wurden, wie Helmut Link und Albert Kraft, Fachberater des Reichenbacher Obst- und Gartenbauvereins, sagten, heimische Obstsorten. Der Schwerpunkt lag dabei auf alten, essbaren Apfelsorten, wie Boskop oder Danziger Kantapfel. Auf Wunsch der Eigentümer wurde aber auch ein Mirabellenbaum gepflanzt, Zwetschgen-, Kirschen- und Birnbäume ergänzen die Palette.
Was mit heimischen Obst möglich ist, zeigte Alfred Drumm von der Steuobstinitiative des Landkreises. Er bot Säfte verschiedener Obstsorten zum Verkosten an. Peter Putz, zwqeiter Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Reichenbach dankte vor allem den Mitsteitern aus seinem Verein, allen voran Helmut Link, der seit der Ankunft der Bäume bei Wind und Wetter vor Ort war. Albert Kraft gab den Dank auch an die Mitarbeiter der Gärtnerei weiter, die die Aktion gut unterstützten.

Protest von Landwirten löste die Baumpflanzaktion am Reichenbacher Mittelgewannweg aus. Sie Teil der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für das Neubaugebiet "Erweiterung Ortszentrum – Rück I".

Und doch kam die Aktion nicht bei Allen gut. Die Landwirte, die in diesem Gebiet Flächen gepachtet haben, fühlen sich übergangen, wie sie dem Bürgermeister gegenüber sagten. Durch die Baumpflanzungen würde die Arbeit mit großen Maschinen erschwert oder ganz unmöglich gemacht. Warum mit ihnen nicht gesprochen wurde, war ihre Frage. Ihr Anliegen verdeutlichten sie durch drei große Traktoren, die sie demonstrativ in der Nähe der Pflanzaktion parkten. Ein Landwirt aus einer Nachbargemeinde drückte seinen Protest zuvor wesentlich drastischer aus: er brachte auf einem benachbarten Feld geruchsintensiv Mist aus.
Den Vorwurf, gleichsam über die Köpfe der Betroffenen hinweg gehandelt zu haben, wollte aber Rechtsamtsleiter Harald Irion nicht auf sich sitzen lassen. Wie im Nachgang von ihm zu erfahren war, wurden alle Grundstückseigentümer angeschrieben und schriftlich um ihre Zustimmung gebeten. Dabei konnten die Eigentümer auch Wünsche äußern, wie viele Bäume und welche Sorten gepflanzt werden sollen. "Nur auf den Grundstücken, wo wir die Zustimmung hatten, planten wir eine Baumpflanzung", so Irion. Angeschrieben wurden von der Gemeinde auch die auf dem Rathaus bekannten Landwirte. Maßgebend aber sei die Zustimmung der Grundstückseigentümer.
In einem zweiten Schritt wurden die zukünftigen Baumstandorte durch Holzpfähle markiert und die Eigentümer um Überprüfung gebeten. Erst danach habe man die Pflanzaktion in die Wege geleitet.

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