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07.11.2009 Chamäleon spielte im Kulturtreff

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Dunkel ist hell, hell ist dunkel

"Komödie im Dunkeln" spielte die Theatergruppe der VHS Waldbronn mit (v.li.) Peter Seiler, Birgit Jensen, Patricia Keller, Gerd Kiecherer und Petra Schroff


"Verflucht, das muss ein Kurzschluss sein!" ruft der aufstrebende Bildhauer Brindsley Miller, als im unpassenden Moment das Licht erlöscht. Peter Shaffer allerdings bringt sein Stück durch eine geniale Idee zum Leuchten: Die Bühne ist hell, wenn sie für die Protagonisten im Dunkeln liegt, und dunkel, wenn das Licht angeht.
Während die Akteure auf der Bühne ihr Orientierungsvermögen verlieren und Dinge tun, für die sie sich bei Licht schämen würden, hat der Zuschauer den Überblick und amüsiert sich über die zahlreichen Fettnäpfchen, die in der Dunkelheit lauern und von denen fast keines ausgelassen wird, und die zu irrwitzig komischen Situationen führen, die Shaffer mit britisch-schwarzem Humor zusammenmixt.
Der Kurzschluss passiert ausgerechnet an einem Abend, der für die Künstlerkarriere von Brindsley Miller, den Gerd Kiecherer mit vollem Einsatz und gewohnt souverän spielt, so wichtig ist, hat sich doch gleich zweifacher Besuch angesagt: Sein Schwiegervater in spe Colonel Melkett, Klaus Schroff stellt ihn militärisch knapp und zackig auf die Bühne, erscheint ebenso, wie sich der russische Millionär Godunow angekündigt hat, der vielleicht einige Werke kaufen will und damit Brindsleys finanzielle Situation deutlich aufhellen könnte. Um Eindruck bei beiden zu schinden, hat er die Möbel seines verreisten Untermieters Harold Gorringe ohne dessen Wissen "ausgeliehen". Peter Seiler stattet den zuerst mit zarten Gefühlen für Brindsley aus, später aber ebenso überzeugend mit enttäuschtem Zorn.
Auch Millers Verlobte Carol Melkett ist an diesem bedeutsamen Abend an seiner Seite. Petra Schroff spielt sie mit Verve zuerst als sexhungriges Blondinchen und später als gefrustete Geliebte, in deren schluchzendem Schrei "Heiraten" sich die ganze Enttäuschung entlädt.
Da das Ganze an einem Sonntagabend passiert, ist natürlich niemand vom E-Werk gleich zur Stelle, der den Schaden schnell beheben könnte. Streichhölzer, Kerzen oder eine Taschenlampe sind zunächst heiß begehrt, später aber eher hinderlich.

Es lebe das Chaos: (v.li.) Petra Schroff, Klaus Schroff, Gerd Kiecherer, Patricia Keller und Peter Seiler

Zum Chaos weitet sich die Geschichte, als auch noch Brindsleys angeblich Verflossene Clea hereinplatzt, die von Patricia Keller mit der nötigen Raffinesse ausgestattet wird, um die Situation noch peinlicher zu machen.
Auch die Nachbarin Miss Furnival sucht in der Wohnung von Brindsley Schutz vor der Dunkelheit. Birgit Jensen spielt sie zunächst als prinzipientreue Jungfer, die im Lauf der Ereignisse aber mehr und mehr auftaut. Und dann kommt doch noch der Mann vom E-Werk namens Schupanski, ein Russe, der prompt mit Godunow verwechselt wird und umgekehrt. Martin Kage stattet beide Rollen mit dem nötigen harten Akzent aus.
Gerd Kiecherer hat die turbulente Komödie des Briten Peter Shaffer mit dem Chamäleon-Team schwungvoll in Szene gesetzt. Sabine Batke (Lichttechnik) und Anna Zemsch (Souffleuse) trugen ebenso zum Gelingen bei wie Patricia Keller (Maske) und Martin Kage (Bühnenaufbau, Bühnentechnik). Weiter halfen hinter den Kulissen mit: Frank Ruhl, er schuf Brindsleys Kunstwerk, für die Werbung sorgte Simone Keller-Stadler.
Das Stück ist noch viermal im Kulturtreff zu erleben: an den Samstagen 14. und 21. November jeweils um 19:30 Uhr und an den darauffolgenden Sonntag 15. und 22.. November jeweils um 18 Uhr. Karten für alle Aufführungen gibt es im Vorverkauf bei der VHS Waldbronn, Stuttgarter Str. 25a, Tel. 07243-69091.

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