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24.10.2009 Helmut Völkle wurde Ehrenbürger

"Mit solchen Bürgern kann man Gemeinde und Staat machen"

Nach einem über 34 Jahre währenden Engagement in der Gemeinde Waldbronn in Vereinen, als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister wurde Helmut Völkle jetzt zum Ehrenbürger ernannt. Ehrenbürgerbrief und Medaille überreichte Bürgermeister Franz Masino

In "einer ganz und gar nicht alltäglichen Veranstaltung", wie Bürgermeister Franz Masino zu Beginn sagte, wurde Helmut Völkle aus seinen kommunalpolitischen Ämtern verabschiedet und von der Gemeinde Waldbronn zum Ehrenbürger ernannt. Die Feier fand im bis auf den letzten Platz besetzten Kulturtreff statt und wurde von dem Gitarrentrio der Musikschule Waldbronn mit Musikschulleiter Armin Bitterwolf und den Lehrkräften Karl-Hein Dörr und Stefan Rupp mit der passenden Musik umrahmt.

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Saal im Waldbronner Kulturtreff, als die Gemeinde Helmut Völkle aus seinem kommunalpolitischen Engagement mit der Ehrenbürgerwürde verabschiedete

Namentlich begrüßte der Bürgermeister unter der großen Zahl von Freunden und Weggefährten Helmut Völkles Landrat Dr. Christoph Schnaudigel,. den Ehrenbürger und Bürgermeister im Ruhestand  Martin Altenbach, den ehemaligen OB von Ettlingen, Landtagsabgeordneten, Umweltminister, Sozial- und Staatsminister Dr. Erwin Vetter. Weiter hieß Masino willkommen: den früheren Bürgermeister von Wettersbach, Walter Rohrer Bürgermeister a.D. Harald Ehrler, für die Kreistagsfraktion der CDU Günter Kast, Ortsvorsteher Rolf Doll aus Stupferich, sowie die Vertreter der Kirchen und Schulen, sowie von der Volksbank Ettlingen Wolfram Trinks.

Zu den Gratulanten gehörte auch Landrat Dr. Christoph Schnaudigel

Zur Würdigung der Person Völkle zitierte der Bürgermeister aus einer Mail von Albrecht Glaser, der schrieb: " Mit solchen Bürgern kann man Gemeinde und Staat machen." Politik in Waldbronn sei für beinahe 35 Jahre immer mit dem Namen Helmut Völkle eng verbunden gewesen. "Ich kannte das gar nicht anders. Schön für mich, dass ich Sie, Herr Völkle, die letzten 10 Jahre auf diesem Weg begleiten durfte. Wir haben den einen oder anderen kleinen Strauß miteinander ausgefochten, aber immer fair und mit Respekt voreinander. Dafür danke ich Ihnen."

Für die CDU-Fraktion gratulierte Roswitha
Bichler, die Helmut Völkle
im Vorsitz nachfolgte

Für dreieinhalb Jahrzehnte sei Völkle ein Gemeinderat gewesen, auf den man sich verlassen konnte. Erstmals wurde er gewählt im Frühjahr 1975 und war seitdem auch ständiges Mitglied im Verwaltungsausschuss. Dem Umlegungsausschuss gehörte er 10 Jahre an, dem Zweckverband Alb-Pfinz-Hügelland für 15 Jahre, 20 Jahre waren Völkle im Kreisrat und dem Beirat der Kurverwaltungs GmbH gehörte er acht Jahre an, um danach auf Wunsch von Martin Altenbach in die Geschäftsführung zu wechseln. Weiter war er im Gremium für geheim zu haltende Angelegenheiten gehörte als Vorstandsmitglied der Volkshochschule und als Vertreter der Jugendmusikschule den jeweiligen Gremien an.
Diese Aufzählung belege, welch großes kommunalpolitisches Potenzial in Völkle steckte und auch heute noch steckt. Die CDU-Fraktion habe dies schon früh erkannt. Nach seiner ersten Wiederwahl in den Gemeinderat 1980 wurde er zum 2. Bürgermeisterstellvertreter gewählt, bereits vier Jahre später zum ersten Bürgermeisterstellvertreter. Diese Position habe Völkle dann 25 Jahre mit den ihm eigenen Tugenden ausgefüllt, "pünktlich, zuverlässig, aufrichtig. Immer zum Wohle unserer Gemeinde."

Jens Puchelt schenkte im Namen der
SPD-Fraktion einen roten Schal

Fünf Bürgermeister habe Völkle begleitet. Und immer dann, wenn Not am Mann war, dann war er da, habe seinen Auftrag als 1. Bürgermeisterstellvertreter erfüllt. Dass dies auch mal über Wochen, ja Monate war, sei hinlänglich bekannt. "Ich habe Ihre 25 Jahre als Stellvertreter mal im Kopf überschlagen. Sie werden staunen, ich komme auf mehr als drei Jahre Dienstzeit, in der Sie, lieber Helmut Völkle, die Geschicke Waldbronns gelenkt haben." Dass darüber hinaus noch Zeit blieb, neben dem eigenen Geschäft und der Familie, für Vereine und Komitee Zeit zu finden, sei fast nicht vorstellbar. Völkle ist aktiver Sänger bei der Concordia, deren Vorsitz er 15 Jahre innehatte, gehörte als Beisitzer der Sängergruppe Albtal und dem Sängerkreis Karlsruhe an, er war Gründer der Arbeitsgemeinschaft Reichenbacher Vereine und 13 Jahre ihr Vorsitzender, er war als Beisitzer und Schriftführer der Kolpingfamilie aktiv, war 40 Jahre Symbol der Reichenbacher Fasnacht und engagiert sich seit 1998 Engagement in der Heimatstube, inzwischen als erster Vorsitzender. Er gründete das Partnerschaftskomitee Monmouth, in dem er seit Gründung 1989 auch den Vorsitz ebenso innehat, wie in der von ihm 1086 gegründeten Rheumaliga.

Prof. Dr. Kristian Kroschel (li.) und Gerhard
Knobloch danken und gratulieren

"Wie haben Sie das nur geschafft?" fragte der Bürgermeister und hatte als Erklärung parat: "Hinter einem starken Mann steht immer eine starke Frau!"
"Wie ehrt man einen Bürger, der sich in so herausragender Weise um seine Heimatgemeinde verdient gemacht hat? Unser Ortsrecht sieht unter der kommunalen Verdienstordnung mehrere Auszeichnungen vor. Persönlichkeiten, welche sich in besonderer Weise um unser Gemeinwesen verdient gemacht haben, können wir das Ehrenbürgerrecht verleihen. Dies liegt im Ermessen von Gemeinderat und Bürgermeister. Am vergangenen Mittwoch hat der Rat einstimmig, also mit 19 Ja-Stimmen, beschlossen, Helmut Völkle das Ehrenbürgerrecht unserer Gemeinde zu verleihen", erklärte der Bürgermeister unter dem spontanen Beifall der Zuhörer und verlieh ihm den Ehrenbürgerbrief und die zugehörige Medaille. Helmut Völkle erklärte in der ihm eigenen Art, dass er nicht gedacht habe, dass hinter dem Wort "Verabschiedung" in der Einladung eine so große Ehrung stecke.
Von einer "guten Überraschung, die dem Gemeinderat gelungen ist, sprach Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. In den 20 Jahren seiner Zugehörigkeit zum Kreistag sei Völkle in fast allen Ausschüssen vertreten gewesen und habe dabei zahlreiche Infrastrukturentscheidungen mitgetragen, wobei der soziale Bereich immer einer der Schwerpunkte von Helmut Völkle gewesen sei. Entscheidungen in der Kommune oder im Kreis seien oft schwieriger als bei der "hohen Politik, weil man hier viel näher an den Menschen sei, so der Landrat.
Für die CDU-Gemeinderatsfraktion gratulierte Roswitha Bichler, die Helmut Völkle im Fraktionsvorsitz nachgefolgt war. Völkle habe in seinem Engagement viel für die Kultur in Waldbronn getan. Für die CDU-Kreistagsfraktion gratulierte Günter Kast, der vor allem die Loyalität Helmut Völkles hervorhob. Für die SPD-Fraktion hob deren Vorsitzender Jens Puchelt vor allem auf die Fairness von Helmut Völkle ab, auch wenn einmal um ein Thema heiß gestritten, wurde was aber zur Politik dazugehöre. Helmut Völkle sei ein Vorbild in Pflichterfüllung für ihn gewesen, bekannte Prof. Dr. Kristian

Für das Monmouth-Partnerschaftskomitee
dankte Angelika Demetrio-Purreiter

Kroschel (FW). Mit seinem Laster sei er ihm oft am frühen Morgen begegnet, wenn er zur Arbeit fuhr und Völkle schon einen Teil seiner Pflicht erfüllt habe. Auf das faire Miteinander, das Völkle stets anstrebte, hob auch Gerhard Knobloch (Bündnis90/Die Grünen) ab. Für das Partnerschaftskomitee Monmouth dankte Angelika Demetrio-Purreiter Helmut Völkle, der die Aktiven nach der Gründung erst einmal in die "Basics" der Vereinsarbeit eingeführt habe. Sie hoffte, dass Helmut Völkle das Komitee bei den nächsten Wahlen nicht im Stich lässt und wandelte ein bekanntes Motto ab: "Yes, we can, but only with you!"

Musikalisch umrahmten (v.li.) Stefan Rupp, Karl-Heinz Dörr und Armin Bitterwolf von der Musikschule Waldbronn die Verabschiedungsfeier

"Loslassen ist schwer", bekannte Waldbronns neuer Ehrenbürger. Geblieben sei trotz manchmal heftiger Diskussionen die Freundschaft über Parteigrenzen hinweg. Er habe nichts Anderes versucht, als seine Bürgerpflicht zu tun. Er dankte aber auch seiner Frau Margret und seinen Kindern. Ohne ihr Verständnis und ohne ihre Unterstützung wäre Vieles nicht möglich gewesen. Waldbronns neuer Ehrenbürger schloss seine Dankesworte: "Ich möchte keinen Tag meiner Tätigkeit als Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter missen. Wenn ich gehe, bleibt mir die Erinnerung an eine interessante, spannende aber auch lehrreiche Zeit."
Bürgermeister Franz Masino schloss mit dem Hinweis, dass die Ehrenbürgerwürde in Waldbronn mit keinerlei Vorteilen verbunden sei, "noch nicht einmal das Amtsblatt bekommst Du umsonst!" und der Bitte an Helmut Völkle, in echtem Reichenbacherisch vorgetragen: "Bleib oifach wie'd bischd, dann sin mer alle zufriede!" Mit dem gemeinsam gesungenen Badnerlied und einem Empfang im Foyer klang die Feier aus.

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