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25.09.2009 Mandelring-Quartett gastierte

Streichquartette auf höchsten Niveau

Das Mandelring-Quartett mit (v.li.) Sebastian Schmidt, Nanette Schmidt, Roland Glassl und Bernhard Schmidt nimmt den verdienten Applaus entgegen

Mit dem Mandelring-Quartett gastierten hochkarätige, auch international gefragte Gäste in Waldbronn. Das Konzert, veranstaltet von der Buchhandlung LiteraDur zusammen mit dem Kulturring Waldbronn, lockte zahlreiche Zuhörer in den Saal des Kulturtreff, der fast ausverkauft war. Zu Beginn begrüßte Barbara Casper, Inhaberin von LiteraDur Zuhörer und Musiker.
Streichquartette von Joseph Haydn, Dmitri Schostakowitsch und Felix Mendelssohn-Bartholdy hatten die vier Musiker aus Neustadt an der Weinstraße im Programm. Das Mandelring-Quartett ist inzwischen häufiger Gast in den großen Konzertsälen der Welt. Diesem Ruf wurden Sebastian Schmidt und Nanette Schmidt (Violinen), Roland Glassl (Viola) und Bernhard Schmidt (Violoncello) bei ihrem Waldbronner Auftritt vollauf gerecht.
Eröffnet wurde das Programm mit dem Streichquartett D-Dur op. 33/6 von Joseph Haydn mit den Sätzen Vivace assai, Andante, Scherzo Allegro, Finale Allegretto, das für das Mandelring-Quartett fast noch eine Premiere sei, wie Sebastian Schmidt einleitend sagte. Diese Streichquartette sind nach einem Wort Haydns, "auf eine gantz neue besondere Art" geschrieben, nach der jedes Instrument gleichberechtigt ist. Mit kurzen Themen arbeitet Haydn dabei. Dem Mandelring-Quartett gelingt es, so transparent zu musizieren, dass die Themen in den einzelnen Sätzen für die Zuhörer gut zu verfolgen sind bis hin zu dem leise verdämmernden Schluss der einzelnen Sätze.
Von ganz anderem Kaliber ist das Quartett Nr. 10 As-Dur des 1975 gestorbenen russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch mit den Sätzen Andante, Allegretto furioso, Adagio, Allegretto. Dabei war bei der Interpretation des Mandelring-Quartetts deutlich zu hören und zu spüren, dass die vier Musiker Schostakowitsch schätzen. Nicht von ungefähr haben sie inzwischen alle Streichquartette des russischen Komponisten auf CD eingespielt. Das Werk selbst verlangt aber nicht nur den Interpreten hohe Kunstfertigkeit ab, es setzt auch bei den Zuhörern voraus, dass sie sich auf die Tonsprache von Schostakowitsch einlassen.
Diese oft fast aggressive Tonsprache wurde von den Mandelrings an keiner Stelle geglättet, aber den Vieren gelang es, die einzelnen Themen klar zu zeichnen, bei einem Werk, das stellenweise fast opernhaft wuchtig und mit grellen Dissonanzen daherkommt.
Den Schlusspunkt setzte das eher düstere Streichquartett Nr. 6 f-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das ganz unter dem Eindruck des plötzlichen Todes seiner Schwester Fanny steht. Die düstere Grundstimmung durchzieht alle vier Sätze vom Allegro vivace assai, über Allegro assai, Adagio bis hin zum Finale Allegro molto. Entstanden ist das Werk 1847, wenige Wochen vor dem Tod des Komponisten. Auch hier zeigte sich die hohe Spielkultur des Mandelring-Quartetts.
Die Zuhörer jedenfalls waren von der mitreißenden Art des Musizierens begeistert und dankten dem Mandelring-Quartett mit lang anhaltendem Beifall, für den sich vier sympathischen Musiker mit dem ersten Satz eines Streichquartetts von Mendelssohn-Bartholdy bedankten, das zudem den anderen, heiteren Mendelssohn zeigte.
Sven Puchelt von LiteraDur wies zum Schluss auf die beiden kommenden Veranstaltungen der Buchhandlung hin. Am 1. Oktober liest um 20 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Wolfgang Welsch aus seinen Büchern "Ich war Staatsfeind Nr. 1" und "Die verklärte Diktatur". Am 7. Oktober liest dann die Krimiautorin Gisa Klönne um 20 Uhr aus ihrem Krimi "Farben der Schuld". Diese Veranstaltung findet bei WOMEN Damenmoden im Rathausmarkt statt. Karten zu beiden Veranstaltungen gibt es in der Buchhandlung LiteraDur im Rathausmarkt, Marktplatz 11.

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