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29.08.2009 Radiomuseum 20 Jahre alt

Radiomuseum wird 20 Jahre alt

Zufrieden blickt Manfred Schneider aus seinem Bild auf die Radio- und Musiktruhe in der "guten Stube" des Waldbronner Radiomuseums. Sie ist, wie alle anderen Geräte, voll funktionsfähig

Seinen 20. Geburtstag feiern kann das Radiomuseum Waldbronn, das im Rahmen der Waldbronner Woche am 5. September 1989 in der Stuttgarter Straße eröffnet wurde. Es ist entstanden aus der gemeinsamen Initiative des Waldbronner Mitbürgers Manfred Schneider, der seine umfangreiche Sammlung mit über 500 Geräten zur Verfügung stellte, sowie der Gemeinde Waldbronn.

Raritäten im Radiomuseum

Manfred Schneider war ein leidenschaftlicher Radiosammler. Im Hauptberuf war er Abteilungsleiter im Bereich Hörfunkprojektierung beim Südwestfunk Baden-Baden. Als er so viele Radios gesammelt hatte, dass zu Hause der Platz nicht mehr ausreichte, hatte er den Einfall mit dem Radiomuseum. Schneider wandte sich mit seiner Idee an Bürgermeister Martin Altenbach. Der fand die Idee gut und stellte auch die passenden Räume im Obergeschoss eines renovierten Fachwerkhauses beim Kulturtreff zur Verfügung.
Da das Radiomuseum ständig wuchs, erhielt Schneider schließlich das gesamte Fachwerkhaus, um die Vielzahl an Geräten ansprechend präsentieren zu können. Mit Manfred Schneider hat damals Theresia Meister im Radiomuseum begonnen. Sie ist in einem inzwischen sechsköpfigen Team immer noch aktiv. An den inzwischen verstorbenen Gründer Manfred Schneider erinnert eine Tafel im Museum, die die Gemeinde 1994 im Beisein der Witwe Schneiders übergeben hat.
Die Exponate geben einen Einblick in die Entwicklung der Tonaufzeichnung und -wiedergabe und insbesondere des Massenmediums "Radio". Das älteste Ausstellungsstück ist ein Phonogerät aus dem Jahr 1898, die ältesten Radios stammen aus den Jahren um 1923, als in Deutschland der Rundfunk laufen lernte und in Berlin das Vox-Studio, das erste Rundfunkstudio, eröffnet wurde. Daneben gibt es alte Detektorapparate bis hin zu den Hochleistungsempfängern der Nachkriegsjahre zu bewundern, allesamt in Deutschland entwickelt und gebaut.
Raritäten hat das Radiomuseum in der Zwischenzeit auch erhalten. So übergab Lieselotte Lossau zum 15. Geburtstag ein Radiogerät der Firma Krone und Lossau, das in einer Stückzahl von 200 Exemplaren unmittelbar nach dem Krieg in Berlin unter geradezu abenteuerlichen Umständen von Heinz G. Lossau, dem Gründer der Polytec GmbH, gebaut wurde. Da die russischen Besatzungstruppen alle Rundfunkgeräte einsammelten, organisierte Heinz Lossau zusammen mit seinem Studienkollegen Krone gebrauchte Teile und baute sie zu Radiogeräten zusammen. Sie gründeten dafür die Firma "Krone und Lossau". Der Preis für ein solches Radiogerät waren keine Scheine, es wurde bezahlt mit 2 kg Kaffee, oder 2 kg Butter oder 2 Stangen Zigaretten. Heute gibt es davon nur noch zwei Geräte, und eines ist im Waldbronner Radiomuseum zu sehen.
Die zweite herausragende Rarität ist die Klaus-Wunderlich-Ecke. Der Musiker, Komponist und Arrangeur Klaus Wunderlich war in den 60er, 70er und 80er Jahren einer der erfolgreichsten Solisten in Deutschland. Sein Name war unzertrennlich mit der ersten elektronischen Orgel, der Hammondorgel verbunden. In den Jahren 1972 bis 1980 wohnte Klaus Wunderlich im Waldbronner Ortsteil Reichenbach und produzierte dort im eigenen Studio seine weltbekannten Orgel-Schallplatten. Auf Wunsch der Witwe des Künstlers wurden die wichtigsten Teile seines Studios wieder an den Ort seiner größten Erfolge zurückgeführt. So kann das Radiomuseum Waldbronn mit der Klaus-Wunderlich-Ecke einen der berühmtesten Bürger Waldbronns ehren.
Zu besichtigen ist das Radiomuseum bei freiem Eintritt jeden Mittwoch und an jedem ersten Samstag im Monat von 15-17 Uhr. Sonderführungen können über Waltraud Anderer, Tel. 07243-609-156 vereinbart werden.

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