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29.07.2009 Waldbegehung des Gemeinderats

Weggespülte Wege und Herkulesstaude
Der Waldbronner Gemeinderat informierte sich im Wald

Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer stellten Probleme im Waldbronner Wald vor, hier bei einem weggespülten Weg im Mai diesen Jahres

An fünf Standorten informierten Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer vor Ort Gemeinderäte und eine große Anzahl von Bürgern über aktuelle Themen rund um den Waldbronner Wald. Treffpunkt war beim Waldspielplatz im Neubrunnenschlag, wo Bürgermeister Franz Masino begrüßte und die Waldbegehung eröffnete.
Beim Waldspielplatz machte Rupp deutlich, dass die Verkehrssicherungspflicht für die Bäume beim Forst liegt, für die Spielgeräte aber der gemeindliche Bauhof zuständig sei. Dabei zeigte er auf, dass die Buche im Spielplatzgelände bereits geschädigt sei, aber noch nicht herausgenommen werden müsse. Dieses Schadbild sei typisch für viele Bäume, die durch den Sturm "Lothar" freigestellt wurden und dadurch Probleme mit ihrem Wasserhaushalt bekamen. Trockene Sommer und der Klimawandel insgesamt täten ein Übriges.
An der zweiten Station ging es um einen Waldweg, der durch die Starkniederschläge im Mai förmlich weggespült wurde, wie Mayer anhand von Bildern anschaulich erläuterte. Da das Material aber seitlich in die Bankette geschwemmt wurde, konnte es unmittelbar danach wieder eingebaut und der Weg wieder hergestellt werden. Um dauerhaft solchen Schäden vorzubeugen, sie sind auch an anderen Waldwegen in Hanglage aufgetreten, seien weitere Maßnahmen notwendig, für die vom Gemeinderat aber 10.000 Euro bereitgestellt werden müssten. Zu Überprüfen sei auch, ob nicht einzelne, besonders gefährdete Wege mit einer festen Schwarzdecke versehen werden sollten. Wichtig sei, dass die Gräben entlang der Wege freigehalten werden.
Die Herkulesstaude ist bei den Odenwiesen aufgetreten. Sie sei ein "Einwanderer" aus dem Kaukasus und sei typisch entlang von Wegen und Gewässern zu finden. Gefährlich sei ihr Saft, dessen ätzende Wirkung den natürlichen Sonnenschutz der Haut aufhebe und an den kontaminierten Stellen zu schweren Verbrennungen führe. Wenn es doch passiert, hatte Mayer als Tipp parat: Mit Wasser abwaschen, Sonnencreme auf die Kontaktstellen und für einige Zeit die Sonne meiden. Wo die Herkulesstaude auftrete, werde sie vom Forst aufwändig beseitigt. Das Wegnehmen der Pflanze allein genüge aber nicht, mit einem Bagger müsse auch der Wurzelstock ausgegraben werden. Wie kritisch diese Arbeiten seien, belegten die Forstleute anhand von Bildern, bei denen die Arbeiter Schutzkleidung tragen.
"Die nachwachsende Generation im Gemeindewald gedeiht zunehmend besser", so Forstamtsleiter Rupp bei der nächsten Station, an der "Lothar" einen etwa 70-jährigen Buchenbestand geworfen hatte. Die Jungbestandspflege führe hier zu einem Wertzuwachs beim Laubholz, dessen Anteil erhöht werden soll. Vor allem der Eiche gilt dabei die Aufmerksamkeit.

Vor Ort erläutert Josef Mayer den Aufwuchs eines Erlen-Eschen-Bestands

Ein artenreicher Bestand mit Eschen, Erlen und Ahorn ist beim Neubrunnenschlag, der letzten Station, im Entstehen. Jeweils 350 Erlen und Eschen wurden gepflanzt. Sorge bereite hier ein Pilz, dem die Triebe der Eschen zum Opfer fallen. Durch Zurückschneiden könne ein positiver Effekt erreicht werden. 95 Prozent der neu gepflanzten Bäume haben überlebt, so Rupp und Mayer auf Nachfrage. Die Abschlussbesprechung fand in der Zuchtanlage des Kleintierzuchtvereins Reichenbach statt. Dort konnten sich alle nochmals stärken, nachdem zuvor schon auf halbem Wege kühle Getränke auf die Waldwanderer gewartet hatten.

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