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18.12.2007 Feuerwehr übte im Kanal

"Brand im Abwasserkanal"

Die Kanalbaustelle in der Pforzheimer Straße in Reichenbach war für die Freiwillige Feuerwehr Waldbronn das Objekt für die Jahresabschlussübung

Großalarm für die Jahresabschlussübung gab es für die Freiwillige Feuerwehr Waldbronn am Dienstag. Über Funk zum Einsatz gerufen wurden alle drei Abteilungen um 19:12 Uhr durch die Leitstelle mit der zunächst etwas seltsam klingenden Meldung: "Brand in einem Abwasserkanal!"
Dahinter verbarg sich eine durchaus realistische Übungsannahme, wie Ortskommandant Peter Weißenborn erläuterte, der auch die Einsatzleitung hatte. Unter der Pforzheimer Straße wird derzeit ein Kanal mit einer lichten Weite von 1,80 m verlegt. Vom Kurhaus aus hat sich die Vortriebsmaschine etwa 80 m durch das felsige Erdreich gefressen. Und genau hier lag die Übungsannahme: diese Vortriebsmaschine war in Brand geraten und zwei Arbeiter wurden im Kanalschacht vermisst.

Die Trage wird in die Baugrube abgelassen

Aus der 9 m tiefen Startbaugrube unmittelbar vor dem Kurhaus qualmte es gewaltig, als fünf Minuten nach dem Alarm das erste Fahrzeug der Abteilung Etzenrot beim Kurhaus eintraf, dicht gefolgt von Busenbach und dann Reichenbach.
Unter Atemschutz wurde in das Kanalrohr vorgedrungen. Um für einen Einsatz in der Kanalröhre gewappnet zu sein, hat die Waldbronner Wehr für die Bauzeit Atemschutzgeräte mit doppelter Füllung beschafft, um länger unter Atemschutz arbeiten zu können.
Dass diese Maßnahme ihre Berechtigung hatte, zeigte die Übung deutlich. Es dauerte mehr als 45 Minuten, bis der Atemschutztrupp wieder zurück war und die bei der Vortriebsmaschine abgelegte Puppe geborgen hatte. Dabei hatte die Feuerwehr aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet, die Kanalröhre zu verqualmen. Die Puppe jedenfalls wurde zum guten Schluss mit Hilfe der Karlsbader Drehleiter auf ihrer Trage aus der Grube geborgen.

Der "Verletzte" wird aus dem Kanalrohr geborgen

Dennoch hatte der Atemschutztrupp so seine Schwierigkeiten. "Dunkel, dreckig, heiß" fasste einer von Ihnen den Einsatz zusammen, um aber sofort hinzuzufügen: "Aber Spaß hat's trotzdem gemacht!" Probleme bereitete aber nicht nur die Röhre mit ihrem nach unten spitz zulaufenden "Drachenprofil", es erschwerte das Gehen ungemein, schwerwiegender waren die auftretenden Probleme mit dem Funk. Ab einer gewissen Strecke hatte der Atemschutztrupp keine Funkverbindung mehr mit den am Eingang postierten Wehrangehörigen. Bei einem Ernstfall müsste im Kanal alle 20 m ein Feuerwehrmann mit Funk als Relaisstation postiert werden, "aber so viele Leute haben wir gar nicht zur Verfügung", so Peter Weißenborn nachdenklich.

Abrücken nach Beendigung der Übung

Eine interessante Übung hatte sich Thomas Becker von der Feuerwehr Reichenbach einfallen lassen, war der allgemeine Tenor zum Schluss. Die Waldbronner Wehr war mit fast 50 Aktiven, darunter auch Feuerwehrfrauen, und sieben Fahrzeugen vor Ort, wie Pressesprecher Klaus Pukowski sagte. Auch Bürgermeister Harald Ehrler war vor Ort, um sich vom Übungseinsatz der Waldbronner Wehr ein Bild zu machen. Ein Problem war auch, die Fahrzeuge auf der viel befahrenen Pforzheimer Straße zu postieren. Deshalb regelten Beamte des Polizeipostens Albtal den Verkehr, der nur einspurig an der Einsatzstelle vorbeirollen konnte.

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