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11.11.2007 Landkreis-Projektchor zu Gast

Landkreis-Projektchor in Busenbach

Der Projektchor der Landkreise Karlsruhe und Rhein-Neckar war mit dem "Requiem" von Karl Jenkins in der Busenbacher Pfarrkirche St. Katharina zu Gast

In der voll besetzten Busenbacher Pfarrkirche St. Katharina fand ein außergewöhnliches Konzert statt. Der Projektchor der Landkreis Karlsruhe und Rhein-Nackar brachte das "Requiem" des zeitgenössischen walisischen Komponisten Karl Jenkins zusammen mit Solisten, dem Bruchsaler Barockensemble, dem Perkussions-Ensemble Ulrich Dürr zu Gehör. Die Schirmherrschaft für diese Kulturkooperation zwischen den beiden Landkreisen hatten die Landräte Dr. Christoph Schnaudigel und Dr. Jürgen Schütz übernommen.
Karl Jenkins wurde 1944 in Wales geboren. Er hat sich schon vor Jahren mit seinem millionenfach verkauften „Adiemus“ einen großen Namen gemacht und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als Komponist kennt er keine Grenzen und trifft mit seiner Klangsprache voll den Zeitgeist. In St. Katharina war ein ganz anderes Requiem zu hören, als man es gewohnt ist.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Johann J. Beichel glänzte die aus beiden Landkreisen zusammengesetzten Besetzung des Chors mit dem „Requiem – In Paradisum“ für Soli, Chor und Orchester. Gemeinsam mit den japanischen Solistinnen Megumi Nanda, Yurika Waseda und Tomomi Mochizuki interpretierte der 115-Stimmen starke Chor das dreizehnsätzige Requiem. Instrumental begleitet wurde die Aufführung durch Andrea Fuyuan Hofer mit der historischen Shakuhachi-Flöte, mit Harfe, Solohorn, großer Perkussionsbesetzung und Orchester. Die Wirkung dieser Musik entfaltet sich im sakralen Raum auf eine ungeahnt tiefgründige Art. Diese Musik ist leicht verständlich, wirkt aber nie banal.
Die Zuhörer erlebten musikalische Stil- und Gestaltungsanleihen bei der Gregorianik, der klassischen Kirchenmusik, des Jazz bis hin zur Rockmusik, die alternierend eingesetzt werden. Den Texten aus dem lateinischen Messordinarium waren japanischen Gedichten gegenübergestellt. Dabei fand eine ganz klare Trennung statt. Die Texte der Solisten waren japanisch, die Chortexte in lateinischer Sprache abgefasst. Dadurch wurde die christliche Vision des letzen Gerichts mit der buddhistischen Tradition der Wiederkehr versöhnt.
Dem "Requiem vorgeschaltet war aus "Palladio" für Streichorchester der 1. Satz. Weich sang der Männerchor danach das "Ave verum". Die dynamischen Möglichkeiten des Chors schöpft Johann J. Beichel im "Requiem" dann voll aus. Konsequent ausgesungene Spannungsbögen sind im „Kyrie eleison“ zu hören. In hartem Kontrast dazu steht das „Dies Irae“, das sich als eine scharf pointierte Hip-Hop-Nummer präsentiert, die in orchestraler Fülle daherkommt. Der Satz gipfelt schließlich in einer pulsierenden Überlagerung der Stimmen und einem schroffen Abschluss.
Später wird es deutlich ruhiger, dem Chor gelingt es tadellos, die unterschiedlichen Charaktere der Sätze zu transportieren. Etwa die vielfachen Aufschreie im "Rex Tremendae". A capella wirkt das "Confutatis“ wie ein schlichter Choral, erhält dann mit instrumentaler Begleitung den Charme einer illustrierenden Filmmusik. Bis hin zum glatten, versöhnlichen Klang des Abschlusschores "In Paradisum“ lieferten die Sängerinnen und Sänger eine ausgesprochen lebhafte Interpretation ab, die von ihren Kontrasten gleichermaßen lebt wie von der gut strukturierten Durchhörbarkeit des Klanges.

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