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04.11.2007 VHS-Theatergruppe Chamäleon

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Die Hölle wartet nicht oder:
"Wer die Glocke hört …"

Szene aus "Die Hölle wartet nicht" mit (v.li.) Patricia Keller, Gerd Kiecherer und Silvia Pfisterer

"Ich war schon mal in diesem Krankenhaus, aber erst in zwei Jahren". Dieser Satz aus Michael Cooneys Psycho-Thriller "Die Hölle wartet nicht" ist symptomatisch für die zeitliche Doppelbödigkeit des Stücks, das die Theatergruppe "Chamäleon" der Volkshochschule Waldbronn jetzt im Kulturtreff aufführte und die mit dieser sehenswerten Aufführung auch ihren zehnten Geburtstag feiern kann.
Der Inhalt klingt zunächst einfach: Simon Cable erwacht im Krankenhaus "St. Judas" und kann sich an nichts mehr erinnern. Was ist mit ihm geschehen? Ist er wirklich vergiftet worden? Was hat er in den vergangenen zwei Jahren gemacht? Damals war er nach einem Autounfall, bei dem sein Bruder ums Leben kam, schon einmal in dieses Krankenhaus eingeliefert worden. Wer sind die beiden Frauen, die ihn besuchen und unter Druck setzen? Und was ist mit der Legende, dass die ruhelosen Seelen von Verrückten in diesem Krankenhaus jeden Mörder in die Hölle schicken? Zuvor jedoch hört der Betreffende (und wirklich nur ER) eine Glocke läuten. Und Simon Cable hört eine Glocke...
Mehr soll aber von dem Stück nicht verraten werden, das im Original "Point of Death", also "Zeitpunkt des Todes" heißt und jeder kennt die Erzählungen, dass in diesem Moment noch einmal das ganze Leben wie ein innerer Film vor dem Sterbenden abläuft. Der Zuschauer muss dabei immer neu herausfinden, in welchem Jahr sich Simon Cable gerade befindet. Aus einzelnen Puzzleteilen scheint sich ein Ganzes zu bilden, wird vom Autor aber sofort wieder durcheinandergewirbelt.

Gerd Kiecherer und "Mitpatient" Martin Kage

Die zentrale Rolle des Simon Cable gibt Gerd Kiecherer, dem Leiter der Theatergruppe, Gelegenheit, sein komödiantisches Talent voll auszuspielen. Zwei Stunden lang steht er in einem wahren Kraftakt permanent auf der Bühne und im Mittelpunkt des Thrillers. Gemeinsam mit der Theatergruppe zeichnet er auch für die stimmige Inszenierung verantwortlich.
Um ihn herum gruppiert ist ein adäquates Ensemble. Da ist Norbert Ried als Krankenpfleger Travis, der mit der unheimlichen Legende von der Glocke glänzt, da ist Peter Seiler als Dr. Morris, eigentlich ein Kinderarzt, aber er hat gerade Dienst, oder die resolute Schwester Bernadette von Birgit Garbatzki, die so etwas wie das Bindeglied zwischen den Zeitebenen darstellt. Gut getroffen auch die beiden Frauen Patricia Keller und Silvia Pfisterer, die Simon Cable im Krankenhaus besuchen und deren Geheimnis sich erst nach und nach lüftet.
Den weiteren Rollen geben ein treffendes Profil: Veronika Köppen als Dr. Morrison, Martin Kage als Mitpatient Travitt sowie Klaus Schroff und Joshua Zachmann.
Für das gelungene Bühnenbild und die Bühnentechnik zeichnete Martin Kage verantwortlich, für die Masken war Patricia Keller zuständig, die Lichttechnik lag bei Petra Schroff, die Tontechnik besorgte Markus Ried. Joshua Zachmann sorgte als Inspizient dafür, dass alle rechtzeitig auf der Bühne standen. Für die Unterstützung beim Text sorgte Anna Lindenau als Souffleuse.

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