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19.06.2007 Seniorengerechtes Waldbronn

Auch im Alter in Waldbronn bleiben können
Diskussionsabend zu "Seniorengerechtes Waldbronn"

Zu einem Vortrags- und Informationsabend hatten der Diakonieverein Waldbronn, die Kolpingsfamilien Busenbach und Reichenbach und das Ökumenische Bildungswerk in das evangelische Gemeindezentrum eingeladen. Thema des Abends war "Seniorengerechtes Waldbronn", dessen Grundzüge Bürgermeister Harald Ehrler vor gut 100 Zuhörern erläuterte. Die Leitung des Abends lag in den Händen von Dietmar Ulbrich vom Diakonieverein.
Waldbronns Bürgermeister stellte ausgehend von der demografischen Entwicklung die Ergebnisse der Befragung dar, die die Gemeinde im vergangenen Jahr bei den Waldbronner Senioren durchführte. Aus den über 800 zurückgekommenen Fragebogen lasse sich ein deutlicher Bedarf für eine Pflegeeinrichtung ablesen. Favorisiert werde als Standort mit großer Mehrheit der Rathausmarkt.
Es zeige sich immer deutlicher, dass in Waldbronn aktuell 20-30 voll stationäre Pflegeplätze gebraucht werden, der tatsächliche Bedarf aber dürfte eher bei 50 liegen. Dazu kämen dann noch 10 bis 20 betreute Wohneinheiten.
Dafür seien laut dem Gutachten des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) etwa 4.000 m² Fläche notwendig, besser, so Ehrler, seien aber 6.000 m², um Erweiterungsmöglichkeiten zu sichern. Als Standort favorisierte der Bürgermeister wie auch das KDA-Gutachten eindeutig den Rathausmarkt. "Es soll dort ein Projekt entstehen, das standort- und bedarfsgerecht die Versorgung der älteren Menschen in Waldbronn sichert, keine Bettenburg," schloss der Bürgermeister seine Ausführungen.
Lebhaft und teilweise kontrovers verlief die Diskussion, der breiten Raum eingeräumt wurde. Die zentrale Frage nach den Kosten für die Bewohner, zu Beginn auch schon von Dietmar Ulbrich gestellt, konnte indes der Bürgermeister noch nicht beantworten. Die Miete richte sich stark nach der Ausstattung und wie kostengünstig die Einrichtung arbeite. Dabei sei wohl ein zentrales Haus günstiger zu führen als mehrere kleine Einheiten über den Ort verteilt, die sich aber durchaus auch tragen können.
Kritik an der Umfrage der Gemeinde, "die Fragen waren trivial" und die Antworten seien deshalb auch nicht repräsentativ, wies der Bürgermeister mit dem Hinweis auf die Zahl der zurückgegeben Bogen ab. Ein Überangebot, wie in der Diskussion kritisch angemerkt, bestehe in Marxzell, für Waldbronn aber reklamierte Ehrler Bedarf.
Dies unterstützte auch ein Teilnehmer, der sich nach eigenem Bekunden in Rüppurr angemeldet hat, dort jetzt zum Zug kommen könnte, aber lieber noch warten möchte, ob in Waldbronn etwas Vergleichbares entsteht. Dann möchte er lieber in Waldbronn bleiben, obwohl in der Diskussion auch kritisiert wurde, dass der Wohnwert in Waldbronn rapide sinke und es fraglich sei, ob viele einen Platz in Waldbronn vorziehen.
Zum Standort, ein Teilnehmer hatte sich für eine Randlage in Neurod ausgesprochen, wurde unter Beifall festgestellt, dass pflegebedürftige Menschen auch im Rollstuhl noch am Gemeinschaftsleben teilnehmen sollen. Dies sei aber nur an einem zentralen Standort wie dem Rathausmarkt möglich.
Starken Beifall erhielt auch die Aussage einer Teilnehmerin, dass neben der Pflege unbedingt auch betreutes Wohnen mit eingeplant werden solle. Insgesamt sollten die Gremien die Beschlüsse schnell treffen, denn die älteren Menschen warteten auf diese Entscheidungen.
Dietmar Ulbrich regte abschließend die Bildung eines Arbeitskreises an, der bei der Planung eine beratende Funktion einnehmen könne. Besetzt werden könnte er mit Gemeinderäten und Senioren.

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