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10.06.2007 Goldenes Priesterjubiläum Pfarrer Kraft

"Gold ist hier auch Gnade"
Goldenes Priesterjubiläum von Pfarrer Herbert Kraft
Goldene Profess von Schwester Luzella Anderer

Bei der Feier des Goldenen Priesterjubiläums von Pfarrer Herbert Kraft in der Pfarrkirche St. Wendelin

Dass im Waldbronner Ortsteil Reichenbach alte Traditionen am Leben erhalten werden, zeigte sich eindrucksvoll beim Goldenen Priesterjubiläum von Pfarrer Herbert Kraft, einem gebürtigen Reichenbacher. Beim feierlichen Einzug zum Festgottesdienst waren die Reichenbacher Vereine mit ihren Fahnenabordnungen zur Stelle, den anschließenden Empfang umrahmten Gesangverein "Concordia" und Musikverein "Lyra" Reichenbach.
Der 1930 in Reichenbach geborene Jubilar besuchte zunächst das Gymnasium in Ettlingen, legte sein Abitur aber am Erzbischöflichen Konvikt in Tauberbischofsheim ab. Theologie studierte er danach in Freiburg und Münster, ehe er am 2. Juni 1957 von Erzbischof Eugen Seiterich zum Priester geweiht wurde und am 9. Juni in seiner Heimatpfarrkirche -"in der Obhut von Dekan Karl Walter"- seine Primiz feierte.

Beim Einzug in die Kirche (v.re.) die Pfarrer Herbert Kraft, Bernhard Pfefferle und Waldbronns Ehrenbürger Pfarrer Ernst Kneis

Stationen seines seelsorgerischen Wirkens waren die sechsjährige Vikarszeit in Villingen und danach 18 Jahre als Pfarrer in Badenweiler, wo er sich vor allem um den Aufbau der Kurseelsorge bemühte. Die Pfarrei Bruder Klaus in Konstanz musste Herbert Kraft aus gesundheitlichen Gründen nach kurzer Zeit wieder aufgeben und übernahm im Schwarzwald die Pfarrei Königsfeld-Neuhausen, in der er bis zu seiner Pensionierung vor vier Jahren wirkte. Heute lebt er in Donaueschingen und ist als Vertretung bei Gottesdiensten sehr gefragt.
Der Festgottesdienst, den der Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot unter seinem Leiter Stefan Fritz und Organist Eberhard Essig musikalisch mitgestalteten, wurde in Konzelebration von Herbert Kraft und den Pfarrern Thorsten Becker, Josef Dorbath, Ernst Kneis, Bernd Peisker und Alois Weber gefeiert.
Wie beliebt Herbert Kraft in Reichenbach immer noch ist, zeigte sich am spontanen Beifall, als Pfarrer Josef Dorbath zu Beginn den Jubilar begrüßte. Beifall brandete aber nochmals auf, als Dorbath darauf hinwies, dass die ebenfalls aus Reichenbach stammende Schwester Luzella Anderer das Fest ihrer Goldenen Profess feiern kann. "Gold ist in diesem Fall auch Gnade", ergänzte Herbert Kraft. Er hoffe, dass das Fest der Goldenen Priesterweihe mithelfe, bei Jugendlichen das Verlangen nach geistlichen Berufen zu wecken.
Die Festpredigt hielt Bernhard Pfefferle, lange Jahre Dekan in Oberkirch und heute Pfarrer in Bischweier. Zum Jubiläum gehöre auch die Gewissheit, dass Gott in den 50 Jahren viel auf dem Acker des Lebens gesät habe. Der Festgottesdienst sei eine Gelegenheit, dafür zu danken, aber auch Dank zu sagen, dass Gott den Menschen Herbert Kraft gerufen habe.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrhof begrüßte Pfarrgemeinderats-vorsitzender Hubert Kuderer die beiden Jubilare Herbert Kraft und Schwester Luzella Anderer, die in der Dritten Welt wirkt. Ebenfalls bei der Feier anwesend war Bruder Damian Becker aus Reichenbach, der bei den Benediktinern in der Mission tätig ist. Kuderer zeichnete den Lebensweg von Herbert Kraft nach und hob dabei hervor, dass ein Schwerpunkt seines priesterlichen Wirkens die Jugendarbeit war. Der Jubilar engagierte sich auch für die Arbeit in der Mission und unterstützte Projekte in Indien und Brasilien. Folgerichtig wollte er auch zu seinem Goldenen Priesterjubiläum keine persönlichen Geschenke, sondern Geldspenden, die je zur Hälfte der Arbeit von Schwester Luzella und Bruder Damian zufließen werden.
Bürgermeister Harald Ehrler freute sich, dass das Fest so groß gefeiert wird. Bereits beim ersten Zusammentreffen mit dem Jubilar habe er dessen Herzlichkeit gespürt. "Herbert Kraft hat die Menschen in sein Herz geschlossen", so Waldbronns Bürgermeister.

Einer der treuesten Ministranten von Pfarrer Herbert Kraft war aus Badenweiler zum Goldenen Priesterjubiläum nach Waldbronn gekommen

Mit Dankesworten an alle am Gottesdienst Beteiligten schloss der Jubilar den Empfang. Ehe dann eine lange Schlange von Gratulanten an ihm vorüberzog, hob er noch hervor, dass ein Gottesdienst mit den Fahnenabordnungen von Vereinen andernorts nicht mehr üblich sei. "Das ist typisch Reichenbacherisch!"

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