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12.05.2007 100 Jahre TSV Etzenrot: Auftakt

TSV Etzenrot eröffnet Jubiläumsjahr

Bei der Totenehrung legten die beiden Vorsitzenden Reinhard Müller und Alexander Paar einen Kranz nieder

Mit einem Totengedenken, das Pfarrer Franz Bastian und der Posaunenchor Berghausen unter der Leitung von Raimund Bucher gestalteten, sowie der Vorstellung des Festbuches eröffnete der TSV Etzenrot die Feierlichkeiten zu seinem 100-jährigen Jubiläum. Die Eröffnung fand, wie Vorsitzender Reinhard Müller betonte, genau am gleichen Tag wie die Gründung statt.
Vorsitzender Reinhard Müller konnte unter den Gästen auch Bürgermeister Harald Ehrler, Waldbronns Ehrenbürger Martin Altenbach und Pfarrer Franz Bastian begrüßen. Müller ging danach in Stichworten auf die Geschichte des Vereins ein, der als zweiter Verein nach dem Gesangverein in Etzenrot gegründet wurde.
Pfarrer Franz Bastian, der 2004 bereits den neuen Sportplatz eingeweiht hatte, hinterfragtre den Sinn solcher Traditionen wie Kranzniederlegungen. Sie seien für jeden Einzelnen eine Einladung zur Nachdenklichkeit. Noch heute stehe der TSV Etzenrot auf den Schultern der Gründergeneration, die mit großer Selbstlosigkeit Gutes getan hätten.
Bürgermeister Harald Ehrler betonte, er habe gerne die Schirmherrschaft übernommen. "Mit der Vorstellung der Festschrift beginnen jetzt die Festlichkeiten", so der Bürgermeister. Er gratulierte dem Jubelverein, der in den 100 Jahren jung und frisch geblieben sei.

Bei der Übergabe der Festschrift (v.li.) Bürgermeister und Schirmherr Harald Ehrler, Roland Schneider und TSV Vorsitzender Reinhard Müller

Die Festschrift stellte Roland Schneider vor, ein ehemaliger erster Vorsitzender des TSV, der dann die ersten beiden Exemplare dem Vorsitzenden und dem Schirmherrn überreichte. Schneider hatte zusammen mit Manfred Sahrbacher, Helmut Becker, Alfons Becker und Norbert Schäfer das Buch erstellt, das auf knapp 100 Seiten einen informativen Einblick in die Geschichte des TSV Etzenrot gibt, aber auch die heutigen sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten aufzeigt. In vielen Faksimiles sind unter Anderen die Gründungsurkunde mit den Unterschriften der Gründer aufgeführt, aber auch die Kassenabrechnung des Gründerjahres, die auf eine einzige Seite passte und mit einem Guthaben von 85,60 Mark abschloss. Ausführlich abgehandelt wird auch die Vereinsgeschichte, bis 1982 von Raimund Koch und danach von Manfred Schneider verfasst.
Wechselvoll war diese Geschichte des TSV Etzenrot, der heute vor allem als Fußballverein wahrgenommen wird. Das war aber in seiner 100-jährigen Geschichte nicht immer so. Am 12. Mai 1907 gründeten 33 Männer unter der Regie von Karl Schäfer den "Turn- und Sportverein Etzenrot". Damit hatte der damals 480 Einwohner große Ort nach dem 14 Jahre älteren Gesangverein einen zweiten Verein bekommen.
Nach einem etwas schwierigen Beginn konnte der spätere Vorstand Franz Hänle bereits 1910 mitteilen, dass im Verein jetzt 91, allerdings nur männliche Sportler aktiv den Turnsport betreiben. Eine Besonderheit verzeichnet das Protokoll dieser Mitgliederversammlung, wenn es vermerkt, dass "Zöglinge bei der Generalversammlung das gleiche Stimmrecht wie die anderen Mitglieder haben".

Vor 100 Jahren als Turnverein gegründet wurde seit 1932 beim TSV Etzenrot auch Handball gespielt, wie das Mannschaftsfoto aus diesem Jahr beweist

Eine Zäsur bedeutete der erste Weltkrieg, aus dem sieben Mitglieder nicht mehr zurückkamen. 1919 nahm auf Initiative von Alois Schäfer der Verein den Turnbetrieb wieder auf. Da die Mitgliederzahlen aber rückläufig waren, entschloss man sich 1931, Handball mit in das sportliche Programm aufzunehmen. Hier war Etzenrot bald recht erfolgreich.
Mit dem 3. Juni 1939 begann in Etzenrot schließlich Zeit des Fußballs, eine Entwicklung, die durch den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen wurde. 1946 als "Sportverein Etzenrot" wieder gegründet wurde der Verein schon 1947 wieder in TSV umbenannt, da Turnen neben dem Fußball wieder aufgenommen werden sollte.
Erfolge kennzeichnen die folgenden Jahre. Vor allem die mit viel Eigenarbeit erstellten Sportplätze kennzeichnen die Nachkriegszeit. Beispiel dafür sei der 1949 unter Vorstand Wilhelm Kiecherer eingeweihte Sportplatz beim heutigen Wasserreservoir. Ende der sechziger Jahre wurde dann unter Mithilfe der Ettlinger "Dickhäuter" der Sportplatz "Im Espig" gebaut, wo er noch heute ist, allerdings schon mit dem zweiten Kunstrasenbelag versehen. Sportlich pendelte der TSV in diesen Jahren zwischen Bezirksliga und B-Klasse. Das sportliche Auf- und Ab spiegelte sich auch in den Vorstandsämtern wider, denn in den letzten beiden Jahrzehnten war beim TSV Etzenrot nichts so beständig wie der Wechsel im Amt des ersten Vorsitzenden, das aus verschiedensten Gründen oft im Jahresturnus neu besetzt werden musste. Seit 2002 führt Reinhard Müller den Verein.

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