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27.04.2007 100 Jahre OGV Busenbach: Festakt

100 Jahre Obst- und Gartenbauverein Busenbach:
Jubilar in Dorfgemeinschaft verankert

Die Ehrenmedaille des Landesverbands nahm für den Obst- und Gartenbauverein Busenbach Vorsitzender Klaus Gibs (li.) von Landesverbands-Präsident Ulrich Rieker entgegen

Mit einem Festakt feierte der Obst- und Gartenbauverein Busenbach seinen 100. Geburtstag. Dazu konnte Vorsitzender Klaus Gibs unter den geladenen Gästen Bürgermeister Harald Ehrler, Ehrenbürger Martin Altenbach, Landesverbands-Präsident Ulrich Rieker, die Pfarrer Bettina Roller und Franz Bastian, Musikschulleiter Armin Bitterwolf, die Abordnungen der Busenbacher Vereine und die Vertreter fast aller Obst- und Gartenbauvereine des Bezirks Albgau begrüßen. Musikalisch wurde der Festakt durch Karl-Heinz Dörr und Stefan Rupp von der Musikschule Waldbronn umrahmt.

Bürgermeister Harald Ehrler überreicht
das Jubiläumsgeschenk der Gemeinde

Der Verein setze in seinem Jubiläumsjahr Zeichen durch verschiedene Aktionen, stellte Waldbronns Bürgermeister Harald Ehrler fest und erinnerte an die Pflanzungen auf dem Friedhof und den Blumenschmuck in den beiden Kreiseln beim Rathausmarkt. Er hob die Pflanzaktionen von bisher 1.300 Obstbäumen hervor, die in den zurückliegenden acht Jahren mit Hilfe des Busenbacher Obst- und Gartenbauvereins gesetzt wurden. In der von Streuobstwiesen geprägten Landschaft um Waldbronn sei der Obst- und Gartenbauverein aus dem Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken.
Die Laudatio auf das Geburtstagskind hielt Waldbronns vormaliger Bürgermeister und Ehrenbürger Martin Altenbach. Über den geschichtlichen Rückblick hinaus, zeichnete Altenbach ein lebendiges Bild der vielfältigen Aktivitäten des Vereins, dessen Schwerpunkt beim Obstbau lag. Er stellte aber auch fest, dass 100 Jahre Obst- und Gartenbauverein ehrenamtliches Engagement "in Sachen Baumschnitt, Schädlingsbekämpfung, Sortenauswahl und Errichtung einer Obstanlage" bedeuteten. Der Busenbacher Obst- und Gartenbauverein habe sich durchgesetzt und sei im Bewusstsein der Bevölkerung anerkannt, lobte Altenbach.
Die zahlreichen Aktionen des Busenbacher Obst- und Gartenbauvereins machten gegenüber der Dorfgemeinschaft den 100. Geburtstag deutlich, stellte Ulrich Rieker, Präsident des Landesverbands Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) fest. Das hier praktizierte Miteinander sei eine wichtige Säule im Vereinsleben. Der Busenbacher Obst- und Gartenbauverein habe für den Streuobstbau eine Lanze gebrochen. Heute gehe es aber auch um das große Feld Garten und Umwelt. Als Anerkennung erhielt der Verein die Ehrenmedaille des LOGL.

Das Silberne Bäumchen erhielten für 25 Jahre Mitgliedschaft durch Erwin Sahrbacher (li.), 2. Vorsitzender Bezirksverein und Vorsitzender Klaus Gibs (re.) Josef Mackert, Heinrich Ohl, Jürgen Huck, Heinz Götz, Franz Vogel, Dieter Schroth (ab 2.v.li.).

Für den Bezirksverein Albgau gratulierte 2. Vorsitzender Erwin Sahrbacher einem "sehr aktiven Mitglied im Bezirk Albgau". Für die Busenbacher Vereine überbrachte Michael Fürniß Glückwünsche. Für die Natur und mit der Natur leisteten die Mitglieder ihren Beitrag zur Bewahrung der Heimat. Für die Nachbarvereine aus Etzenrot und Reichenbach sprachen Egon Axtmann und Peter Putz, für die Kirchen Pfarrer i.R. Franz Bastian. Die Obst- und Gartenbauer seien ein ganz realistsicher Club, der wisse, dass nicht nur "Mist, sondern auch der Segen von oben" für eine gute Ernte notwendig seien.
Schriftführerin Hanne Toniolo gab einen Überblick über 100 Jahre Obst- und Gartenbauverein Busenbach. Hätten 1990 nicht drei Mitglieder "nach bestem Wissen" bezeugt, dass der Obst- und Gartenbauverein Busenbach 1907 gegründet wurde, wäre das 100-jährige Jubiläum vielleicht erst im kommenden Jahr gefeiert worden. 1908 jedenfalls gibt es den ersten Hinweis auf den Jubilar im Protokollbuch des Bezirksobstbauvereins Albtal, wo über eine Versammlung berichtet wird, an der auch Mitglieder des "Ortsvereins Busenbach" teilgenommen haben.
Das Schicksal aber wollte es wohl, dass von der Zeit der Gründung bis 1947 keine Unterlagen mehr vorhanden sind. Die einzige Bombe, die sich im Zweiten Weltkrieg nach Busenbach verirrte, traf ausgerechnet das Haus in der Bahnhofstraße 48, in dem der damalige Schriftführer Karl Lauinger wohnte.
1947 wurde dann ein Neuanfang gewagt. Unter der Geschäftsführung von Bürgermeister Hermann Weber brachte es der Verein auf 85 Mitglieder, ehe dann Josef Huck zum 1. Vorstand nach dem Krieg gewählt wurde. Die Beschaffung von "krisenfesten" Obstbäumen stand im Mittelpunkt der Bemühungen.
1957, also vor genau 50 Jahren, wurde zunächst neben dem Obst- und Gartenbauverein die Obstanlage im Unteren Wengertfeld geschaffen. Gesetzt wurden in diesem Jahr 384 Bäume mit dem damals stattlichen Wert von 2.570 DM. 1961 waren es bereits 900 Bäume und den Mitgliedern wurde freigestellt, sich dem Obst- und Gartenbauverein anzuschließen.
Besondere Verdienste um den Obstbau in Busenbach erwarb sich zunächst bei der Anlage und später auch im Obst- und Gartenbauverein selbst Meinrad Vogel. Er war es, der mit seinem fachlichen Wissen, das er uneigennützig weitergab, den Streuobstbau in Busenbach zu einem hohen Qualitätsstandard führte. Sein Werk führt bis in die heutigen Tage hinein Alfred Eble weiter.

Schnittkurse im Sommer wie im Winter waren von Anfang an ein Schwerpunkt in der Arbeit des Busenbacher Obst- und Gartenbauvereins. Auf unserem Bild aus den 70er Jahren zeigt Baumwart Meinrad Vogel das fachgerechte Vorgehen

Die 1960 von der Pflanzergemeinschaft errichtete Schutzhütte fiel 1984 einem Brandanschlag zum Opfer. 1992, anlässlich der 700-Jahr-Feier von Waldbronn, baute der Obst- und Gartenbauverein eine neue Schutzhütte, deren Besonderheit ein natürliches Gründach war. Sie wurde 2005 vom Jubiläumsverein generalsaniert.
Aktiv war der Busenbacher Obst- und Gartenbauverein auch bei der Verbesserung des Ortsbildes. 1970 nahm Busenbach erstmals unter Beteiligung des Vereins am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil. Die Aktivitäten setzten sich in den Folgejahren fort mit Aktionen für mehr Grün im Wohnbereich.
Aber auch den Obstbau verlor der Verein nicht aus dem Blick. Als in den 80er Jahren der Feuerbrand die Streuobstbestände lichtete und der Sturm "Lothar" weitere erhebliche Schäden anrichtete, unterstützte der Obst- und Gartenverein Busenbach gemeinsam mit den beiden anderen Waldbronner Gartenbauvereinen und der Gemeinde Pflanzaktionen im Feld.
Der Kauf der Kelteranlage von einem Privatmann markierte 1995 einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Vereins. Für den Umzug von der Stefanienstraße in die alte Dreschhalle wurden mehr als 3.000 freiwillige Arbeitsstunden aufgewendet. Seitdem aber nutzen Obstanbauer von Schielberg bis Karlsruhe die Dienstleistung des Vereins, aus eigenem Obst Saft pressen zu lassen. Zudem hat der Verein mit dem Aufbau einer kleinen Fachbibliothek begonnen, die montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr im Kelterbüro zugänglich ist.
Entlang der verlängerten Grünwettersbacher Straße und hinter der Kelter hat der Jubiläumsverein fast 100 Jungbäume der verschiedensten Sorten gepflanzt. Sie werden von den Mitgliedern nicht nur gepflegt, hier finden jetzt auch die jährlichen Sommer- und Winterschnittkurse statt.
Für 25-jährige Zugehörigkeit zum Jubelverein wurden mit dem Silbernen Bäumchen ausgezeichnet: Heinz Götz, Jürgen Huck, Thomas Lauinger, Josef Mackert, Heinrich Ohl, Dieter Schroth, Johannes Seiberlich, Franz Vogel und Otto Werner.

Für 40 Jahre zu Ehrenmitgliedern und für 50 Jahre mit dem Goldenen Bäumchen geehrt wurden Vorsitzenden Klaus Gibs (li.) und Präsident Ulrich Rieker (re.) ausgezeichnet: (ab 2.v.li.) Herbert Anderer, Gerhard Müller (beide 50 Jahre), Karl Vogel, Alois Lichtenfels, Kurt Vogel, Manfred Ochs und Klaus Klingele

Ehrenmitglieder wurden nach 40 Jahren Klaus Klingele, Alois Lichtenfels, Manfred Ochs, Paul Schwab, Karl Vogel und Kurt Vogel. Für 50 Jahre erhielten das Goldene Bäumchen Herbert Anderer, Willi Hunzelmann, Gerhard Müller und Richard Reiser. Mit dem Bäumchen in Bronze für zehn Jahre in der Verwaltung wurde Vorsitzendem Klaus Gibs gedankt, für 15 Jahre Verwaltungstätigkeit erhielt 2. Vorsitzender Josef Mackert das Silberne Bäumchen.

Mit der Bronzenen Medaille des
baden-württembergischen Landesverbands
für Obstbau, Garten und Landschaft
wurde Alfred Eble (rechts) durch
Präsident Ulrich Rieker ausgezeichnet

Eine besondere Ehrung wurde Alfred Eble, dem langjährigen ersten Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden zuteil. Mit der Bronzenen Medaille des Landesverbandes hatte Präsident Ulrich Rieker eine der höchsten Ehrungen mitgebracht, die der Verband zu vergeben hat. Eble erhielt sie für 50 Jahre aktive Arbeit in der Verwaltung des Busenbacher Obst- und Gartenbauvereins.
Den Festakt beschloss Vorsitzender Klaus Gibs, indem er noch auf einige Termine im Jubiläumsjahr hinwies: 12. Mai: Frühjahrswanderung; 27. Juni: Dia-Vortrag über Rosen; 14. Juli: Jahresausflug zum Kaiserstuhl; 18. August: Sommerschnittkurs "Kirschbäume"; 30. September: Festgottesdienst zum Erntedankfest; 14. und 15. Oktober: Most- und Schlachtfest im Pfarrheim; 22. Oktober: Dia-Vortrag über neue Obstsorten; 26. und 27. Oktober: Obstbaum-Verkaufsaktion; 16. Dezember: Weihnachtsfeier. Noch nicht genau terminiert ist die Aufstellung einer vom Verein gestifteten Sitzbank im Grünzug "Im neuen Heubusch".

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