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18.04.2007 AUT vom 18.04.2007

Rückhaltebecken bei Neurod

Über Hochwasserschutzmaßnahmen für Ettlingen und Karlsruhe informiert wurde der Waldbronner Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) in seiner jüngsten Sitzung. Dabei geht es um ein Rückhaltebecken oberhalb von Neurod, das teilweise auf Waldbronner Gemarkung zu liegen kommt. Neben Dipl. Ing. Klaus Liebert und Thomas Zimmermann vom untersuchenden Büro Unger aus Freiburg nahmen auch Ettlingens Stadtbauamtsleiter Uwe Metzen und Martin Kirsch, Tiefbauamtsleiter der Stadt Karlsruhe. Die Mitglieder des AUT nahmen von der Planung Kenntnis, das Wort "zustimmend" wurde zunächst aus der Vorlage gestrichen.
Uwe Metzen umriss die Ursachen und erinnerte an die Hochwasser 2002 und 2003. Diese seien der Auslöser gewesen, gegen das Hochwasser etwas zu unternehmen, da die Abflussmengen so groß waren, wie sie eigentlich nur alle 500 Jahre vorkommen sollten. Deshalb haben Ettlingen und Karlsruhe eine Modelluntersuchung beim Freiburger Fachbüro Unger in Auftrag gegeben.
Handlungsbedarf habe sich auch ergeben, weil die Landesanstalt für Umwelt (LfU) prognostizierte, dass die heutigen Regenereignisse mit denen kommender Jahre nicht vergleichbar seien. Metzen bat auch um Verständnis, dass die Ratsgremien in Karlsruhe und Ettlingen als Maßnahmenträger zuerst informiert wurden. Nach den ersten Untersuchungen sei aber schnell klar geworden, dass ein Rückhaltebecken nur oberhalb von Ettlingen Sinn mache.
Ziel der Maßnahmen, so Dipl. Ing. Klaus Liebert, müsse sein, die 100-jährige Hochwassersicherheit wieder herzustellen. Hier setze auch die Modelluntersuchung an. 1973 habe es ein erstes Hochwasserschutzkonzept gegeben, nach dem das Wasser durch Ettlingen durchgeleitet und in drei Systemen vor Karlsruhe zwischengespeichert werde. Ein 100-jähriges Hochwasser bringe derzeit in Ettlingen eine Durchflussmenge von 92 m³ pro Sekunde, die um einen Klimafaktor aber noch erhöht werden müsse. Um eine Reserve zu haben, seien 71 m³ anzustreben. Dazu müsse aber oberhalb von Ettlingen eine Rückhaltung geschaffen werden.
In einer Flussgebietsmodelluntersuchung, die nichts mit einer konkreten Planung zu tun habe, habe man verschiedene Sperrstellen untersucht. Mit einer Sperrstelle oberhalb von Neurod ließe sich bis zu 800.000 m³ zurückhalten. Damit sind für Ettlingen die 71 m³ Durchflussmenge zu erzielen. Liebert machte aber auch deutlich, dass der Stau ein vorübergehendes Ereignis sei und das Sperrsystem aus einem sanft geböschten Damm bestehe, keinesfalls wie eine Mauer geplant. Schutzbedarf, und das seien letztlich auch die Träger der Maßnahme, bestehe für Ettlingen, Karlsruhe und die Autobahn A5. Nach der Modelluntersuchung sei der nächste Schritt die Umweltverträglichkeitsstudie, ehe das Landratsamt die Planfeststellung in die Wege leite.
Was das Hochwasserbecken für die Wiesen und ihre Besitzer bedeute fragte Helmut Völkle (CDU). Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW)  ergänzte, wie oft es solche Stauungen gebe, wie lange das Wasser stehen bleibe, ob die Wegeführung tangiert sei und ob die frische Brise durch Albtal, der "Albtäler" abgeschnitten werde und ob größere Gebäude für die Maschinerie geplant seien. Joachim Lauterbach (CDU)  fragte nach der Verträglichkeit mit dem Landschaftsschutzgebiet.
Gerhard Knobloch (Bündnis 90/Die Grünen) äußerte erhebliche bedenken, weil hier die Gemarkungsfläche Waldbronns als kleinster Gemeinde tangiert werde. Franz Masino (SPD)  sah sich zum Teil mit Knobloch einig, erklärte aber: "Wir können uns in dieser Frage nicht gemütlich zurücklehnen". Eine Entscheidung solle aber erst fallen, wenn alle Frage geklärt seien. Nach eventuellen Kosten für die Gemeinde Waldbronn fragte Klaus Bechtel (SPD).
Der AUT solle noch nicht entscheiden, so Bürgermeister Harald Ehrler. Es gehe nur darum, den Waldbronner Gemeinderat zu informieren und in die Entscheidungsfindung mit einzubinden. Waldbronn werde als Standortgemeinde und als Träger öffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren gehört. Im Übrigen kämen auf Waldbronn keine Kosten zu. Die Stauhöhe, so Liebert, richte sich nach der Staumenge. Für einen Durchfluss von 72 m³ benötige man neun Meter, bei 92 m³ genügten sieben Meter. Keinesfalls werde jedoch eine Stauhöhe über dem Albtalbahnniveau geplant, selbst beim größten Volumen bleibe man noch zwei Meter unter der Bahntrasse. Die Gebäude für die Maschinerie ließen sich in den Damm integrieren, das sei eine Frage der Planung. Die Entleerung dauere je nach aufgelaufener menge zwischen 5 und 15 Stunden. Liebert verdeutlichte aber auch, dass die Ingenieurplanung durch die Umweltverträglichkeitsstudie ergänzt werden müsse, in der dann die ökologischen Fragen in den Blick genommen werden. Für die Grundstückseigentümer ergeben sich keine Änderungen.
Martin Kirsch ergänzte, dass Erfahrungen aus den Karlsruher Überflutungsgebieten gezeigt haben, dass keine Verschlammungen zurückbleiben. Antragsteller, so Uwe Metzen, sei die Stadt Ettlingen. Betrieben werde das Verfahren dann aber vom Landratsamt, das eventuell vorgebrachte Anregungen und Bedenken zu gewichten habe. Die Unterhaltung der Anlage, das machte Ettlingens Stadtbaumeister deutlich, liege eindeutig beim Träger der Maßnahme, keineswegs aber bei der Gemeinde Waldbronn.

Dach soll saniert werden

Undicht ist das Dach des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses in Reichenbach. Untergebracht sind hier jetzt Gerätschaften für den Eigenbetrieb Wasserversorgung und die Garage für die Polizeifahrzeuge. Für 32.000 € soll das Dach saniert werden. Diese Mittel stellte der AUT als außerplanmäßige Ausgabe einstimmig bei einer Enthaltung zur Verfügung.
Jürgen Hemberger erläuterte den Schadensstand. 2006 sei mehrfach Regenwasser in das Gebäude eingedrungen. Eine Begehung habe ergeben, dass das Dach irreparable Schäden aufweise. Außerdem habe das flach geneigte Dach einen innen liegenden Ablauf. Hemberger stellte danach zwei Sanierungsvarianten vor. Vom AUT angenommen wurde die Lösung mit einer außen liegenden Entwässerungszinne. Die Tragkonstruktion könne bleiben, aufgebracht werde eine neue Dachabdichtung.
Für die CDU signalisierte Joachim Lauterbach Zustimmung. Franz Masino (SPD)  verband seine Zustimmung mit der Frage, ob nícht auch das Lüftungsrohr verlegt werden solle, um die Dachhaut nicht durchstoßen zu müssen. Hemberger erläuterte dazu, dass es für die Fälle heute vorgefertigte Formteile gebe, die sich problemlos in die Dachhaut integrieren ließen. "Besser abreißen" war die Anregung von Gerhard Knobloch (Bündnis 90/Die Grünen). Allerdings hielt ihm hier der Bürgermeister entgegen, dass für die Polizeifahrzeuge ein geschlossener Raum notwendig sei.

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