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15.02.2007 Narren übernahmen die Macht

Narren an der Macht
Bürgermeister festgesetzt und entmachtet

Gefesselt wurde Waldbronns
Ortsoberhaupt von den
Hexen vor das Rathaus gezerrt

Auch Polizeischutz nützte Bürgermeister Harald Ehrler nichts, der geballten Macht der Waldbronner Hexen konnte er nicht entrinnen. Er wurde vor das Rathaus gezerrt, wo bereits die Waldbronner Narren mit Concordia-Sitzungspräsident Achim Waible an der Spitze warteten, um die Macht zu übernehmen. Bis es soweit war, sorgte die Concordia-Gaudi-Gugge für Stimmung.
Ehe es aber soweit war, begrüßte Achim Waible die Abordnungen der Fastnachterinnen und Fastnachter von St. Wendelin, Musikverein "Lyra" Reichenbach, von den Etzenroter Vereinen, den Waldbronner Hexen und vom Gesangverein "Concordia" Reichenbach. Da sich der Bürgermeister nicht freiwillig zeigte, forderte er die Hexen auf, das Rathaus zu stürmen und den Bürgermeister gefesselt vor die Narrenschar zu führen.

Concordia-Sitzungspräsident Achim Waible hielt dem Bürgermeister (und den Gemeinderäten) ihre Verfehlungen vor und übernahm die Amtsgewalt

Kaum vor dem Rathaus klagte ihn Waible an. Längst habe die Uhr zwölf geschlagen, denn im Rathaus werde so regiert, "dass wir bald Haus und Hof verlieren". Überall seien die Kassen leer, auch in Waldbronn. Jeder Bürgermeister habe sich ein Denkmal gesetzt. Aber auch die Gemeinderäte sollten bei Kritik den Bürgern nicht das Wort im Mund rumdrehen, zumal des Öfteren "sie beschließen gar lustige Sachen" über die aber niemand lachen könne. Für die Narren sei es eine Kleinigkeit, das Rathaus zu regieren.
Waldbronns Bürgermeister blies zunächst zum Gegenangriff. Für das Volk "wär das eine große Plage", denn schnell regierten die Promille, der Ratstisch würde zur Bühne umfunktioniert, auf der die Gardemädchen tanzen. Geld öffne zwar Tür und Tor, "nur eine Tür bleibt heute zu und das ist die unsere, und jetzt ist Ruh!"

Die Concordia-Gaudi-Gugge begleitete das närrische Spektakel

Damit aber waren die Narren, wie an den deutlichen Missfallenskundgebungen zu hören war, nun überhaupt nicht einverstanden. Wenn sie jemanden zuprosten, gehe das stets auf ihre Kosten, erklärte "zornig" Achim Waible. Aber auch der Bürgermeister hatte nun genug  und wollte das Rathaus verrammeln lassen, "bis schwarz werden diese Brüder, dann verzieh'n sie sich schon wieder." Nach massiven Drohungen der Narren gab das Ortsoberhaupt schließlich klein bei und rückte auch den Rathausschlüssel raus. Und Waible übernahm "unter Verzicht auf Form und Frist" die Macht und erklärte auch den Gemeinderat für abgesetzt.

Etzenrot hatte eine "teuflische Abordnung" zum Narrenempfang geschickt

Als letzte Amtshandlung verteilte dann der Bürgermeister noch die Rathausorden, die wieder von der Firma Taller gestiftet waren. Beim anschließenden Narrenempfang waren nochmals Ausschnitte aus den närrischen Programmen zu erleben.
Am Morgen danach überraschte der Bürgermeister, jetzt im Gewand eines Straßenkehrers, die Polizei in ihrem Posten, und überbrachte ihnen unterstützt von zwei Reichenbacherinnen den Rathausorden.

Auch die diensthabenden Beamten im Polizeiposten Waldbronn erhielten vom Bürgermeister den Rathausorden

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