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07.02.2007 Frauenfastnacht 2007

Märchen auf Schloss Wendelin
Reichenbacher Frauen mit großem Programm

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Reichenbacher Pfarrsaal bei der Frauenfastnacht 2007

Die Fastnacht der katholischen Frauengemeinschaft Reichenbach hat einen Ruf weit über Waldbronn hinaus. Von den drei Veranstaltungen, die immer ausverkauft sind, ist die Premiere nur Frauen vorbehalten, mit einigen "handverlesenen" Ausnahmen, die mit Pfarrer Josef Dorbath, Bürgermeister Harald Ehrler und Pastorlareferent Christian Richter auch namentlich begrüßt wurden. Niemand kommt ohne Kostüm und die Stimmung im Pfarrzentrum steigt schnell.
Auch in diesem Jahr haben die Vorstandsfrauen ein im wahrsten Sinn des Wortes märchenhaftes Programm auf die Bühne gezaubert, ein wahres "Who is who" der Gebrüder Grimm, hieß doch ihr Motto "Bei uns Frauen - des isch wahr - wird so manches Märchen wahr". Tänze, Sketche, Büttenreden und Schunkelrunden wechselten in bunter Folge, die musikalische Unterstützung kam von Achim Waible und Harald Jung. Das stimmige Bühnenbild hatte wieder Siegfried Becker gestaltet. Schwer gefordert waren bei den zahlreichen Umbauten die männlichen Helfer auf der Bühne, die aber auch selbst für manchen Gag sorgten.

Elke Kunz (li.) und Petra Zeyer
eröffneten das Programm

Gleich zu Beginn testeten Elisabeth Anderer und Ilse Weber, die beiden Triebfedern der Frauenfastnacht, ihr närrisches Publikum auf seine Märchenkenntnisse. Danach kamen Elke Kunz und Petra Zeyer gerade noch rechtzeitig, nachdem sie von einem Busenbacher Wolf in die Irre geschickt wurden und über die Frage nachdachten, wie man "normal und Etzenrot in einem Satz sagen kann". Bei Schneewittchen gab es nur noch drei Zwerge, da vier Stellen gestrichen waren, dennoch bewarb es sich um den Posten, um sich selbst zu verwirklichen. Auch den Apfel der bösen Stiefmutter nahm es gerne an, da es gerade bei "Leichter leben in Deutschland" teilnahm. Nur die drei Zwerge hatten ein Problem: sie stimmten partout immer das gerade nicht passende Lied an. Mit von der närrischen Partie waren Annette Vogel als Märchenoma, Margret Kraft als Schneewittchen, Elfriede Strack als böse Königin, Monika Fang als Prinz und die drei Zwerge Elisabeth Anderer, Martina Becker und Ilse Weber.

Wie es frühmorgens bei Hofe zugeht demonstrierten Ilse Weber (li.) als König und Wally Anderer als seine "herzallerliebste" Gemahlin

Ein Frühstück bei Königs führten Wally Anderer und Ilse Weber als König vor. Sie hätte im Nachhinein lieber den Teufel genommen, aber so der König, "das geht nicht, Ehe unter Geschwistern ist verboten". Mit solchen und ähnlichen Sprüchen führten sie humorvoll vor, dass es bei Königs auch nicht anders zugeht als sonst Irgendwo. Trouble herrschte auch im Himmel, wo die Kinder zu Weihnachten ihre Geschenke per SMS bestellen und dabei mit cool, hip, sexy durchaus moderne Ausdrücke verwenden. Hilfe kam ausgerechnet vom "TPS", dem "Teufel-Paket-Service", dessen Chef triumphierend feststellte, dass er 45% Marktanteil am "HGS, dem Himmlichen Geschenk-Service" hält. Ein missverstandenes "Blumenstöckle" zum 25. Hochzeitstag bescherte dem Ehepaar Edith Kunz und Margret Kraft massive  Probleme. Mireille Mathieu in allen Größen bevölkerte als "Stargast" die Bühne des Pfarrzentrums.

Annette Vogel als Rentner, der sich sein
Rentnerleben so ganz anders
vorgestellt hatte

Einen Volltreffer landete in diesem Jahr Annette Vogel als Rentner. Den Tagesablauf hatte sie sich so schön ausgedacht, aber es kam total anders. Eine Bütt, so richtig aus dem Leben gegriffen. Vom gekonnt ausgespielten Kontrast zwischen säuselndem Liebespaar (Ute Thimm, Christa Bonsignore) und einem Punkerpärchen (Elisabeth Anderer, Birgit Kunz) lebte der Sketch "Liebespaare". Gerade die beiden Punks waren in Sprache und Schminke so echt, dass sie unter ihresgleichen kaum aufgefallen wären. Anglerlatein verbreiteten Magda Kessler, Ilse Weber, Martina Becker, Elfriede Strack und Margret Kraft, die mit ihren Würmern auch bei den Närrinnen im Saal zu fischen suchten.
Ein Höhepunkt waren auch wieder die zwei Babys Hänsel (Andrea Tretter) und Gretel (Birgit Kunz). Sie hatten sich wieder allerhand aus ihrer Sicht zu erzählten, spielten mit ihren Kasperlepuppen, ließen mit dem Saal eine Rakete steigen, sangen mit den Närrinnen im Saal und holten sogar Pfarrer Josef Dorbath auf die Bühne, verkleideten ihn als Hexe und sangen das Lied von Hänsel und gretel, die sich im Waldverirrten..
Im Wald verirrt hatte sich auch das allerliebste Rotkäppchen (Ilse Weber), das vom bösen Wolf (Wally Anderer) bedroht wurde. Die Bäume aber retteten es. Einstudiert hatten den gelungenen Tanz mit den Vorstandsfrauen als äußerst lebhaften Bäumen Iris und Katrin Anderer.

Wally Anderer als böse Stiefmutter von
Schneewittchen vor ihrem Zauberspiegel

Bildungswerk und Mütterkreis brachten das Märchen vom Aschenputtel in einer urkomischen Kurzform. Scheiden lassen wegen seelischer Grausamkeit wollte sich Edith Kunz, sie holte sich beim Anwalt Annette Vogel Rat.
Als Stiefmutter von Schneewittchen kam Wally Anderer in die Bütt, erzählte umwerfend komisch über Männer, aber auch Frauen bekamen ihr Fett weg und fragte immer wieder ihren Spiegel, suchte und fand so den schönsten Mann in Waldbronn (wen wohl?) und hatte als Gesundheitstipp parat: "Jede Diät verliert ihren Schrecken, lässt man sich weiter alles schmecken!"
Eine Modenschau mit einem sehr variablen Kleidungsstück trug der Kirchenchor zum Programm bei, ehe die "Wendelinos" den Schlusspunkt setzten. In den Texten von Elisabeth Anderer und der Musikauswahl und -begleitung durch Harald Jung nahmen sie Ereignisse des zurückliegenden Jahres in der Pfarrgemeinde aufs Korn. Das Sommermärchen Fußball-WM, eine missglückte Wanderung und der Frauenausflug ins liebliche Taubertal waren einige ihrer Themen. Mit von der Partie sind bei den "Wendelinos" alle Vorstandsfrauen: Elisabeth Anderer, Wally Anderer, Martina Becker, Christel Bonsignore, Monika Fang, Magda Kessler, Margret Kraft, Birgit Kunz, Edith Kunz, Elfriede Strack, Ute Thimm, Andrea Tretter, Annette Vogel und Ilse Weber.

Den Schlusspunkt setzten wie immer die "Wendelinos"


Die Märchenstunde wird noch zweimal wiederholt, dann aber sind auch Männer als Narren im Saal gerne gesehen: Sonntag, 11. Februar um 17:31 Uhr und Mittwoch, 14. Februar um 19:01 Uhr.

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