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16.12.2006 Musik und Lyrik im Advent

Vorweihnachtliches Ritardando

Zum 10. Mal "Musik und Lyrik im Advent"

 

Bei "Musik und Lyrik im Advent" (v.li.) Annegret Hansjürgens, Elke Müller-Diercksen, Ulrich Enters, Toni Reichl, Karl-Heinz Dörr, Armin Bitterwolf und Detmar Tetzlaff

 

Zum zehnten Mal sorgte die Musikschule Waldbronn mit "Musik und Lyrik im Advent" für ein "Ritardando" im vorweihnachtlichen Trubel. Und was für den allerersten Abend 1997 galt, das gilt heute noch immer: Die zahlreichen Zuhörer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Musik und Lyrik hielten eine wunderbare Balance, nie glitten sie ins Sentimental-süßliche ab. Mit diesem Abend beschloss die Musikschule stimmungsvoll das Jahr ihres 25-jährigen Jubiläums.

Dafür sorgten zunächst einmal die beiden Rezitatorinnen Annegret Hansjürgens und Elke Müller-Diercksen. Ihr Bogen spannte sich von Rainer Maria Rilke über Theodor Storm, Mathias Claudius bis zu Bertold Brecht und Hans Magnus Enzensberger. Eine Stärke von Annegret Hansjürgens sind ihre Gedichte oder Geschichten auf Platt, in diesem Jahr musste sie -schon fast traditionsgemäß- die "Weihnachtsgeschichte auf Plattdeutsch" wieder als Zugabe vortragen.

Die fünf Musiker, Armin Bitterwolf und Karl-Heinz Dörr, Gitarre, Ulrich Enters, Blockflöte, Detmar Tetzlaff, Cello, und Toni Reichl, Violine, die meisten Lehrer an der Musikschule Waldbronn, hatten wieder ein Programm zusammengestellt, das musikalisch in diesem Jahr den Bogen von Frankreich bis Norwegen spannte. Da es für die Waldbronner Besetzung nur wenig Originalliteratur gibt, griffen wie in den Vorjahren Toni Reichl und Armin Bitterwolf selbst zur Feder und arrangierten für ihr Ensemble. Dabei entstanden kleine Kunstwerke, volkstümliche Kunstwerke im besten Sinne, musikalisch vom Waldbronner Ensemble hervorragend präsentiert.

Auf den Abend stimmte ein "Weihnachts-Boarischer" ein. Frisch im Ton auch die "Mozart-Pastorelle" aus Welschnofen in Südtirol. In der norwegischen Hirtenweise "Mitt Hjerte alltid vanker" beeindruckte vor allem das Zwiegespräch zwischen Violine und Blockflöte. An die Tradition guter Stubenmusik erinnerte das "Mettenstückl" aus Giesingen ebenso wie "Eiszapfen-Boarischer". Dass sich mit dieser Besetzung aber auch Barockmusik auf musikalisch hohem Niveau verwirklichen lässt, zeigten die beiden "Largo" von Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli. Unter den weihnachtlichen Weisen waren auch kleine Preziosen von Chédeville, ein "Hirtenboarischer" oder ein Menuett von Joseph Haydn. Sehr schön passte sich in diesen Rahmen auch der Abendsegen aus der Humperdinck-Oper "Hänsel und Gretel" ein. Nicht fehlen durfte auch der "Waldbronner Weihnachtsländler" von Toni Reichl.

Am Ende machte sich dann der Beifall des Publikums vehement Luft und zeigte, dass auch beim zehnten Mal "Musik und Lyrik im Advent" genau richtig austariert waren. So konnten sich die Zuhörer dann an Zugaben erfreuen, zwei Musikstücken, darunter nochmals dem "Largo" von Vivaldi und dem volkstümlichen "D'r Klosedrommler" und eben der Weihnachtsgechichte auf Platt.

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