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18.11.2006 Musiktheater der Musikschule Waldbronn

"Drei Nüsse für Aschenbrödel"
Großes Musiktheater auf der Bühne des Kurhauses

Tanz am Hof des Königspaars (sitzend Gerd Kümmel und Katharina Baldinus).

"Ein Wunder ist gescheh'n" heißt es in einem Lied des Musiktheaters "Drei Nüsse für Aschenbrödel". Und ein Wunder war es schon, was die Musikschule Waldbronn zum Ende ihres 25-jährigen Jubiläumsjahres auf die Bühne des Kurhauses zauberte, das bei beiden Vorstellungen aber wirklich bis auf den letzten Platz besetzt war.

Eine Schar Tauben, Kinder aus Kursen der Musikalischen Früherziehung, helfen Aschenbrödel (Stefanie Bucher) beim Aussortieren der Erbsen, Linsen und Maiskörner

Die Geschichte selbst basiert einmal auf dem Märchen von Aschenputtel, auf dem der alte tschechische Märchenfilm "Drei Nüsse für Aschenbrödel" aufbaute. Und genau dieser Film hatte es Katrin Kümmel, Lehrerin an der Musikschule Waldbronn, von Klein auf angetan. So kam es, dass sie eines Tages Musikschulleiter Armin Bitterwolf mit der Idee zu einem Musiktheater überraschte.

Aschenbrödel (Stefanie Bucher, li.) mit seiner Stiefmutter und seinen drei Stiefschwestern (v.re.) Jacqueline Volmershausen, Eleonore Benjowsky, Isabella Volmershausen und Christiane Rebel als Mutter

Dabei gab es anfangs zu der Filmmusik von Karel Svoboda überhaupt nichts, außer dem Film. Katrin Kümmel gelang es schließlich, eine CD mit der Musik aufzutreiben, Noten allerdings gab es keine. Deshalb schrieb Katrin Kümmel die Noten nach der CD, bearbeitete alles so, dass es für Musikschulzwecke passte, dichtete Liedtexte und schrieb das Libretto.
Immer mehr Helfer fanden sich. Musikschullehrer beteiligten sich am Fertigen der Partitur, Helfer für Bühne, Kostüme und Requisiten wurden gesucht und gefunden, ein Projektorchester gegründet, Darstellerinnen und Darsteller gesucht, für die Einstudierung der Tänze sorgte die Waldbronner Ballettschule Hain, für das Hairstyling der Reichenbacher Salon Coiffeur Amann. So wuchs die Zahl der Mitwirkenden vor, auf und hinter der Bühne auf weit über 100 Personen an. Die Gemeinde Waldbronn unterstützte das Vorhaben ebenso wie die Sparkasse Ettlingen, die Spinnerei Ettlingen, die Bäckerei Richard Nußbaumer, die Schwarzwaldapotheke oder die Nähkurse der Volkshochschule Waldbronn.

Die Eukle Rosalie (Julie Kratzmeier)
hilft Aschenbrödel

Die Geschichte selbst ist bekannt. Aschenbrödel wird von der bösen Stiefmutter und ihren drei Stiefschwestern unterdrückt, muss Erbsen aus der Asche lesen, während die Anderen zum Ball des Königs gehen. Eine Eule hilft ihr mit drei Zaubernüssen weiter. Sie erhält ein prächtiges Kleid, gefällt dem jungen Prinzen, verliert auf der Flucht einen Schuh und damit findet sie der Prinz wieder. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.
Umgesetzt wurde die Geschichte auf einem überaus beachtlichen Niveau, das zeigte, wozu eine kleinere Musikschule mit rund 500 Schülern fähig ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Verblüffend war, mit welcher Sicherheit sich die jungen Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne bewegten und mit welcher Natürlichkeit sie ihren Text sprachen. Auch die szenische Umsetzung hatte Witz und Pfiff.

Wem der Schuh passt, das ist die richtige Braut für den Prinzen (Janis Masino). Deshalb probiert er selber

Das gilt in gleichem Maße auch für den musikalischen Teil. Doreen Maisch leitete ein 28-köpfiges Projektorchester aus Musikschülern und Jungmusikern des Musikvereins "Lyra" Reichenbach. Auf der Bühne erklangen die Melodien durch Chor und Solisten sicher und souverän. Für ihre gesanglichen Leistungen hätten es alle Solisten verdient, hier genannt zu werden. Aus der Vielzahl der Rollen aber soll stellvertretend für alle Stefanie Bucher genannt werden, die mit natürlichem Spiel und mit klarem Sopran glaubhaft und natürlich Aschenbrödel auf die Bühne zauberte.
Lang anhaltender, jubelnder Beifall gab es am Schluss von den vielen kleinen und Großen Zuschauern für alle Akteure. Standing Ovations waren der Dank für Katrin Kümmel, durch deren Engagement dieses Märchen wunderschöne Realität auf der Bühne annehmen konnte.

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