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11.11.2006 Mein Freund Harvey

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Mein Freund Harvey besuchte Kulturtreff
VHS-Gruppe "Chamäleon" überzeugte mit Komödie

Szene mit (v.li.) Johannes Kiecherer, Norbert Ried, Birgit Garbatzki, Patricia Keller, Klaus Schroff, Martin Kage und Gerd Kiecherer als Elwood P. Dowd

Wenn es im neuen Stück von "Chamäleon", der Theatergruppe der Volkshochschule Waldbronn stellenweise zugeht wie im Irrenhaus, dann hat das durchaus seine Richtigkeit. Die Komödie "Mein Freund Harvey" von Mary Chase, sie erhielt 1950 dafür den Pulitzer-Preis, spielt zum Teil in einer Psychiatrie. Harvey selbst aber bleibt dabei für alle, auch für das Publikum unsichtbar. Denn Harvey ist ein über zwei Meter großer weißer Hase. Und nur Elwood P. Dowd kann ihn sehen.
Das sorgt natürlich für einige Irrungen und Verwirrungen, der die Zuschauer im Saal des Kulturtreff höchst amüsiert und gespannt folgten. Gerd Kiecherer, er ist der Leiter der Theatergruppe und hat zusammen mit seinem Team auch die temporeiche Inszenierung besorgt, spielt selbst diesen Elwood P. Dowd als einen liebenswerten Sonderling, der gerne einen hebt, ein Kavalier der alten Schule durch und durch, den man einfach gerne haben muss.
Da ist Myrtle Mae, Nichte von besagtem Elwood P. Dowd, die sich für ihren Onkel schämt, wenn er allen seinen Freund Harvey vorstellen will, und in den Ruf ausbricht: "So viele Leute werden jeden Tag überfahren. Warum kann das nicht Onkel Elwood passieren?" Die resolute und genervte Schwester Veta Louise, sehr überzeugend und facettenreich auf die Bühne gestellt von Patricia Keller, deren oberstes Ziel es ist, gesellschaftlich etwas darzustellen und ihre mannbare Tochter Myrtle May unter die Haube zu bringen, die Birgit Garbatzki als verhuschtes Töchterchen aus gutem Haus mit Sehnsuchtsgedanken spielt. Veta empfindet den Hasen als störend, weshalb sie Elwood in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen will, zumal auch Tante Ethel (Veronika Köppen) fluchtartig wieder das Haus verlässt als Elwood ihr seinen Freund vorstellt.

Beratung in der Klinik mit (v.li.) Johannes Kiecherer, Norbert Ried, Silvia Pfisterer und Sabine Bathke


In der Klinik aber kommt es zu Verwicklungen, weil der junge Assistenzarzt Dr. Sanderson (nett in seiner Beflissenheit und zunächst nicht eingestandenen Verliebtheit: Johannes Kiecherer) in der Schwester die wirkliche Patientin diagnostiziert und sie kurzerhand vom reichlich rabiaten Pfleger Wilson (immer angespannt: Klaus Schroff) in Badewanne und Zelle stecken lässt.

Szene mit Silvia Pfisterer und Johannes Kiecherer

Der Klinikchef Chumley (sehr schöne Studie: Norbert Ried) jedoch sucht und findet Elwood und Harvey, trinkt reichlich mit ihnen und fühlt sich anschließend von Harvey verfolgt. Vor der endgültigen Einweisung von Elwood, zu der auch der Familienanwalt Gaffney, von Martin Kage gut getroffen, erscheint, taucht eine Taxifahrerin in Gestalt von Petra Schroff auf -sie spilt zu Beginn auch das Hausmädchen bei Elwood-, die die Patienten vor und nach der Behandlung fährt. Ihr gut gespielter Auftritt hat ungeahnte Folgen, die aber hier noch nicht verraten werden sollen.

Wer ist hier der Patient? Gespräch zwischen
Elwood (Gerd Kiecherer, li.) und
Dr. Chumley (Norbert Ried)

So finden sich zu guter Letzt alle mit ihrem Schicksal ab. Dr. Sanderson tut sich mit der Oberschwester Ruth Kelly, entzückend gespielt von Silvia Pfisterer, zusammen, Frau Chumley (Sabine Bathke) findet einen leicht veränderten Gatten vor und Harvey und seine komplette Adoptivfamilie führen ihr etwas merkwürdiges aber ruhiges Leben weiter.
Das Ganze findet in einer von Simone Keller-Stadler entworfenen und von Martin Kage gekonnt gebauten und stimmungsvollen Kulisse statt. Zum Gelingen trugen noch wesentlich Anna Lindenau als Souffleuse bei, Patricia Keller hatte die Maske übernommen, die Lichttechnik besorgten Karl-Heinz Bathke und Joshua Zachmann.
Weitere Aufführungen finden im Kulturtreff noch am Samstag 18. und 25. November jeweils um 20 Uhr und am Sonntag, 19. und 26. November jeweils um 18 Uhr statt. Karten gibt es im Vorverkauf bei der VHS Waldbronn unter Nr. 07243-69091.

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