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10.11.2006 Brückenfest für 'Blaues Wunder'

"Das blaue Wunder ist Geschichte"
Brücke über die Albtalstraße offiziell eingeweiht

Über "Das Blaue Wunder" rollen mittlerweile die Züge der Stadtbahn von und nach Ittersbach

"Was lange währt, wird endlich gut" schwebte gleichsam als Motto über der offiziellen Einweihung der Bahnbrücke über das Albtal, dem viel zitierten "Blauen Wunder von Busenbach". Nachdem die Bauarbeiten jetzt weitgehend abgeschlossen sind, die Züge rollen schon seit August über das Bauwerk, wurde nun das Vorhaben auch hochoffiziell mit einem "Brückenfest" eingeweiht. Dazu hatte die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) zum Bahnhof Busenbach geladen. Umrahmt wurde die Feier durch die "Symbadischen Senfoniker" aus Vöhrenbach im Schwarzwald, ein Beitrag der Gemeinde Waldbronn zur Feier. Die Band gastierte am Abend bei MP-TV in Neurod.

Unter den Gästen auch MdL Werner Raab, Dr. Dieter Ludwig und Dr. Erwin Vetter (Mitte v.li.)

Dr. Walter Casazza, seit knapp einem Jahr Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbunds, konnte unter den Gästen MdL Werner Raab, dessen Vorgänger Dr. Erwin Vetter, Oberbürgermeisterin Gabriela Büssemaker (Ettlingen) und ihren Waldbronner Amtskollegen Harald Ehrler, Waldbronns ehemaligen Bürgermeister und Ehrenbürger Martin Altenbach sowie Dr. Dieter Ludwig, den vormaligen Chef der AVG, begrüßen. In Ludwigs Amtszeit wurde die Brücke konzipiert, geplant und auch gebaut. 2003 begonnen geriet das Bauwerk Mitte 2005 ins Stocken, weil das Geld für Oberleitungen und Gleise fehlte. Walter Casazza zitierte genüsslich aus einigen Berichten der regionalen und der überregionalen Presse bis hin zur "Zeitung mit den großen Buchstaben auf der Titelseite". Dabei wurde geargwöhnt, dass die Brücke bereits verrostet sei, ehe die ersten Züge "drüberrattern". Beides wies der AVG-Chef zurück. Die Brücke sei noch nicht verrostet, und überhaupt: "Unsere Züge rattern nicht!" Die Mittelfreigabe im März dieses Jahres jedenfalls empfand er fast als "Eintrittsgeschenk". Er habe sich gefühlt wie ein Einwechselspieler, dem kurz vor Spielende und unmittelbar nach seiner Einwechslung das entscheidende Tor gelingt.
"Das blaue Wunder von Busenbach" sei zwar jetzt Geschichte, dennoch lohne sich ein Blick auf einige Daten: 11,4 Mio. € kostete alleine die Brücke. Mit den Anschlussbauwerken, darunter eine 600 m lange Stützmauer auf schwierigem Grund und den Gleisoptimierungen im Bahnhof Busenbach wurden von der AVG 24 Mio. investiert. Das "Blaue Wunder" selbst hat eine Stützweite von 49 m, mit der Auffahrtsrampe kommt das Bauwerk auf eine Gesamtlänge von 124 m.
Ettlingens Oberbürgermeisterin Gabriela Büssemaker zeigte sich erfreut, dass die Bauarbeiten noch rechtzeitig vor der Tunnelschließung beendet werden konnten. Da ein kleiner Teil des Geländes beim Bahnhof Busenbach auf Ettlinger Gemarkung liege, musste die Stadt für die Umgestaltung eines Bahnübergangs einen Anteil übernehmen.
Bürgermeister Harald Ehrler vermutete, dass ein Fernsehbericht in der Landesschau Baden-Württemberg wohl der Auslöser für die Bewilligung der Mittel gewesen sein könnte. In launigen Worten schilderte er das Zustandekommen dieses Berichts, in dem er auf der damals noch unfertigen Brücke bei brütend heißen Temperaturen interviewt wurde. Die Farbgebung sei zwischen ihm und Dr. Dieter Ludwig in einem kurzen Telefongespräch abgestimmt worden und er freute sich, dass das Blau auch hier aufgenommen wurde, wie es inzwischen fast schon zum Waldbronner Wahrzeichen wurde als Symbol für blauen Himmel und Wasser.

T-Shirt und Mütze mit badischem Wappen überreichte
Bürgermeister Harald Ehrler  dem AVG-Geschäftsführer
Dr. Walter Casazza

Ehrler hoffte aber auch, dass die Brücke stark genug geplant sei, damit auch einmal die Dampflok sie passieren könne. Das erhoffe er sich als Höhepunkt der Feierlichkeiten, wenn die Stadtbahn einmal bis vor das Waldbronner Rathaus fahre.
Dank sagte Waldbronns Bürgermeister aber auch Landtagsabgeordneten Werner Raab und seinem Vorgänger Dr. Erwin Vetter, die sich für die Brücke und letztlich die Freigabe der Mitteleingesetzt haben. Mit der Fertigstellung falle eine Schienenkreuzung weg und nach Beendigung der Arbeiten im Wattkopftunnel könne mit der Entzerrung des Knotens beim Bahnhof Busenbach begonnen werden. "Busenbach und Reichenbach erhalten dann jeweils eine eigene Zufahrt zum Albtal", so Harald Ehrler. Mit einem T-Shirt und einer Mütze, beide mit badischem Wappen, machte Waldbronns Bürgermeister den aus Österreich stammenden Dr. Walter Casazza kurzerhand zum Badener.
MdL Werner Raab hob auf den Finanzierungsanteil des Landes ab. Das "Wunder der Mittelfreigabe" geschah zu einer Zeit, in der man eigentlich nur über Kürzungen spreche. Dank gelte es allen zu sagen, die weitsichtig genug waren, zu beginnen. Er zitierte in diesem Zusammenhang seinen Vorgänger und ehemaligen Ettlinger OB Dr. Erwin Vetter, der immer betont habe: "Pläne sind gut und wichtig, aber ich will Bagger sehen!" Raab sagte auch seine Unterstützung für die Waldbronner Pläne der Stadtbahn ins Ortszentrum zu. Ein Teil seiner Arbeit werde er aber auch dafür verwenden, dass die Stadtbahn nicht in Ittersbach ende, sondern bis Pforzheim weiter geführt werde. "Mit der S-Bahn von Pforzheim über Ittersbach bis zur Messe Karlsruhe", das sei sein Traum.
Ach ja, über den Namen der Brücke war man sich nicht so ganz einig. Während Dr. Walter Casazza die Brücke "das blaue Wunder von Busenbach" nannte, sprachen wieder andere nur schlicht vom "blauen Wunder" und Bürgermeister Harald Ehrler, jedem Ortsteildenken abhold, nannte das neue Schmuckstück "das blaue Wunder von Waldbronn".

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