Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.611.876

Volltextsuche



 

12.10.2006 Abendschicht rockte für Jugendtreff

Abendschicht rocked Jugendtreff
Die Spülküche feiert für den guten Zweck

Der Jugendtreff Waldbronn konnte sich jetzt über einen Scheck im Wert von 1.000 Euro für den Jugendtreffbus freuen. Stellvertretend für die Abendschicht übergaben Daniel Dagehus und Michael Seifried die Spende dem Jugendtreffleiter Detlef Schäfer (re.) mit einigen Jugendlichen

Die Abendschicht organisierte im Rahmen eines kleinen Firmenfestes unter dem Motto "abendschicht rocks jugendtreff" am 23.September eine öffentliche Party im Jugendtreff mit über 400 Gästen, Freunden und ehemaligen Mitarbeitern.
"Dass es so gut wird und solch eine stolze Summe für sinnvolle Jugendarbeit übrig bleibt, hätte ich selbst nicht gedacht. Eure Offenheit und Daniel Dagehus waren bei der Planung eine große Hilfe. Meine Vorarbeiter haben die Bar perfekt gemanaged und DJ Koma alias Julian Haag hat mit seiner Musik den Geschmack des Publikums getroffen. Selbst das Aufräumen und Putzen am nächsten Morgen war angenehm. Es war spannend zu sehen, wie viel Potenzial in der Truppe steckt.", sagte Michael Seifried im Gespräch mit Jugendtreffleiter Detlef Schäfer zufrieden.
Wie kam die Idee zustande? "Ich habe im Frühjahr im Amtsblatt gelesen, dass der Jugendgemeinderat euch 1.500 Euro gespendet hat - das brachte mich auf die Idee mit der Party."
Wer oder was ist die Abendschicht denn genau? "Wir sind um die 50 Mitarbeiter bestehend aus Schülern/Zivis und Studenten, also relativ jungen Mitarbeitern zwischen 16 und 23 Jahren, die in der Spülküche des Klinikum Karlsbad-Langensteinbach arbeiten. Ich denke, dass unser System in der Art in Deutschland einzigartig ist. Der Begriff Abendschicht(-ler) hat sich etabliert, weil wir eben 365 Tage im Jahr abends arbeiten, ob Weihnachten, Fußball-WM oder Silvester."
Ein System mit Schülern und Studenten. Geht das gut? "Das funktioniert wunderbar und ich bin echt stolz auf meine Truppe, immerhin habe ich über 70% der Leute selbst eingestellt. Es kommt mir zwar manchmal vor als hätten wir 50 Azubis, aber es macht immer Spaß. Die Jugendlichen können eine ganze Menge für das spätere Leben mitnehmen ohne dies überhaupt bewusst zu merken. Ich greife sehr oft bewusst nicht in Konfliktsituationen ein, damit sie selbst lernen Probleme zu lösen. Es ist auch immer spannend, was sie mir erzählen, wenn sie feststellen, dass der Schlüssel weg ist, den sie unbeaufsichtigt im Aufzug haben stecken lassen. Da lasse ich die auch mal gerne einen halben Tag zappeln, bevor ich ihnen sage, dass ich ihn abgezogen habe. Mehr Gemeinheiten verrate ich jetzt nicht."
Und jetzt wird wieder Geschirr gespült? "Gespült werden muss immer, auch bei Events wie Pokern, Flutlicht-Skifahren, Bowling, mal sehen. Maximaler Spaß bei minimalen Kosten und geringster Verletzungsgefahr, man muss ja die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht herausfordern."
In der Spülküche wird aber auch gearbeitet, oder? "Ganz klar, dass bei uns die Qualität und Hygiene stimmen müssen, aber das tun sie auch. Nicht dass hier jetzt ein falscher Eindruck von unserer Arbeitsweise entsteht. Klar gibt es manchmal Ärger, aber ich honoriere gute Arbeit mit Events, Kleinigkeiten und Lob. Das kostet auch mal ein paar Euro, wenn man ab und an die Belegschaft mit kleinen Aufmerksamkeiten überrascht. Letztendlich kommt es aber allen zu Gute, wenn sich das Team gut versteht und jeder gerne zum Arbeiten geht. Und wenn mein Chef zustimmt, meine Mannschaft weiterhin so gute Arbeit leistet und sich mal jemand anderes für die Organisation findet, können wir das nächstes Jahr wiederholen."
Gerne, aber warum willst du diese Aufgabe nicht wieder übernehmen, es war doch alles einwandfrei, oder? "Ja, es war super. Aber ich denke, dass ich nächstes Jahr nicht mehr in meiner jetzigen Funktion tätig sein werde. Es war und ist eine Bereicherung, aber vermutlich werde ich meinen Posten bald in gute Hände abgeben, um meiner neuen Aufgabe als Assistent Leiter Catering nachzukommen. Es wird mir nicht leicht fallen mein Baby loszulassen, in das ich mehr als vier Jahre lang sehr viel Herzblut, Nerven und Zeit investiert habe, aber es macht eben Sinn, mir fehlt einfach die Zeit und außerdem soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ich bin zufrieden mit den erreichten Veränderungen. Mein Nachfolger wird sein Partyorganisationstalent dann nächstes Jahr bei euch und bei der Belegschaft unter Beweis stellen müssen. Ich komme dann nur noch als Ehrengast zum Rumnörgeln, das kann ich super."

[<< Übersicht]