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29.09.2006 Fritz Rau: 50 Jahre Backstage

"Ich bin ein Busenbacher"
Fritz Rau beim Kulturring Waldbronn

Bei der Lesung: (v.re.) Fritz Rau, Armin Bitterwolf, Karl-Heinz Dörr und Stefan Rupp

"Ich bin ein Busenbacher - und wieder daheim" schrieb Fritz Rau ins Goldene Buch der Gemeinde, das ihm Bürgermeister Harald Ehrler zu Beginn der Lesung im Kulturtreff Waldbronn vorgelegt hatte. Fritz Rau lockte gut 100 Zuhörer in den Kulturtreff, und der Kulturring Waldbronn landete damit seinen zweiten Volltreffer dieser Saison, und das nicht nur wegen der Publikumsresonanz.
Schon gleich zu Beginn war zu spüren, dass dies für Fritz Rau kein normaler Leseabend war, als er mit der Begrüßung begann: "Guten Abend, liebe Busenbacher, liebe Reichenbacher!" Er bekannte freimütig, dass dies für ihn ein "ganz besonderer Abend" sei, "die Heimkehr des verlorenen Großvaters" eben. Und er packt auch gleich noch einige Erinnerungen an seine Jugendzeit in Busenbach aus, wo er wohnte, als er in Ettlingen das Gymnasium besuchte. Ein großes Lob aus dem Munde des wohl erfolgreichsten Konzertveranstalters der zurückliegenden Jahrzehnte ging an Christina Rieker, die Geschäftsführerin des Kulturrings. Mit ihr habe der Kulturring die richtige Frau am richtigen Platz.

Fritz Rau mit Bürgermeister Harald Ehrler beim Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde

Bürgermeister Harald Ehrler würdigte in seiner Begrüßung Fritz Rau, der für die Größen von Jazz, Blues und Rock die Tourneen organisiert und sie "Backstage" auch begleitet hat. Die lange Liste reiche von Duke Ellington bis Jimi Hendrix, von Udo Lindenberg bis zu den Rolling Stones. Eingeleitet wurde der Abend, wie könnte es bei einer solchen Lesung anders sein, mit Musik. Und zwar mit Musik aus der Zeit, von der Fritz Rau anschließend äußerst lebendig berichtete. Karl-Heinz Dörr, Armin Bitterwolf und Stefan Rupp, alle drei von der Musikschule Waldbronn, eröffneten den Abend mit dem Bob Dylan-Klassiker "Knockin' on Heaven's Door". Rau bedankte sich bei den Musikern mit dem Kompliment: "Ich muss gestehen, ich bin überraschter als ich es eigentlich sein wollte!"

Fritz Rau

Danach hatte dann aber Fritz Rau das Wort. "50 Jahre Backstage" so auch der Titel seines Buches, bedeuteten aber auch "50 Jahre Konzertveranstalter und keine Spur von Insolvenz". Freimütig erzählte er von seiner Jugend in Nazi-Deutschland, dann aber auch von seiner Heidelberger Zeit im Jazzkeller "Cave 54" und seinem ersten großen Konzert mit Albert Mangelsdorff in der ausverkauften Heidelberger Stadthalle. Breiten Raum nahmen dabei die Begegnungen mit den internationalen Stars ein. Im Mittelpunkt, so sein Bekenntnis, stand aber der Jazz, der Blues und die daraus entspringende Rock- und Popmusik. Nachdenklichkeit machte sich breit, als Fritz Rau spontan das Umfeld schilderte, in dem der Eric-Clapton-Song "Tears in Heaven" entstand, der den Beginn der Pause markierte.
Nach der Pause wurde die Lesung umrahmt durch "Tulsa Time", ebenfalls von Eric Clapton sowie "Father and Son" von Cat Stevens. Fritz jedenfalls war vom Spiel der Drei so angetan, dass er sich als Zugabe nicht nur eine Flamenco- und eine Blues-Improvisation wünschte, sondern auch fest versprach, zu einer weiteren Lesung nach Waldbronn zu kommen, deren Erlös dann der Musikschule zufließen soll. Insgesamt zogen wohl die meisten Zuhörer an diesem Abend das Fazit, einen sympathischen "Eintrittskartenverkäufer", wie Rau sich selber nennt, kennen gelernt zu haben. Und der Kulturring Waldbronn hat sich neue Freunde gewonnen.

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