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26.07.2006 Gemeinderat im Wald

Pflegemaßnahmen wurden erläutert
Waldbronner Gemeinderat informierte sich im Wald

Im Wald ließ sich der Waldbronner Gemeinderat aus erster Hand informieren

Ist der Waldbronner Wald jetzt "aufgeräumt" oder eher nicht? Diese Frage beschäftigte einige Gemeinderäte bei der Waldbegehung immer wieder. Ein Konsens konnte letztlich nicht gefunden werden, gingen doch die Meinungen auseinander, was unter "aufgeräumt" zu verstehen ist. Mehrere Stationen hatten Forstamtsleiter Thomas Rupp und Revierförster Josef Mayer für die gut zweistündige Waldbegehung ausgesucht.
"Wie sieht's aus im Gemeindewald, was ist gegangen, was ist geplant?" gab Bürgermeister Harald Ehrler zu Beginn die Marschroute vor. Der Forstplan, so Thomas Rupp, sei bis jetzt ohne größere Abweichungen gelaufen. Der Brennholzverkauf entwickle sich hervorragend. Sorge bereite aber die Witterung, da die Wasserspeicher nach dem trockenen Sommer 2003 immer noch nicht gefüllt seien. Die letzten Hitzewochen hätten den Wald bereits gezeichnet. Über das Ganze gesehen sei die Wasserversorgung im Sommer ausreichend, allerdings gab Rupp zu bedenken, dass gerade Starkniederschläge punktuell sehr unterschiedlich ausfielen.
Schwerpunkte bei der Waldbegehung bildeten die Pflege der Waldränder und der Jungbestände. Erste Station war der Waldrand hinter der Wiesenfesthalle. Hier soll eine gestufte Übergangszone vom Wald zum Offenland geschaffen werden. Eine Zone von 30 m Tiefe werde im Frühjahr durchgepflegt, um Bäumen wie der Eiche Platz zum Wachsen zu schaffen. Der Eingriff werde so schonend wie möglich vorgenommen, dennoch machte Mayer deutlich, dass einige Bäume entnommen werden müssen.
Vorgestellt wurde auch ein noch junger Bergahorn-Eschen-Bestand, der auf einer Fläche nachgepflanzt wurde, auf der sich der Borkenkäfer ausgebreitet hatte. Der Forstamtsleiter meinte hier auf eine Frage aus dem Gemeinderat, dass Waldbrände schnell erkannt würden. Die größten Gefahren gingen dabei von achtlos weggeworfenen Zigaretten, dem Abbrennen von Stroh und wildem Grillen aus.

Die Informationen gaben Forstamtsleiter Thomas Rupp (re.) und Revierförster Josef Mayer

Hinter dem Reichenbacher Wohngebiet "Neubrunnenschlag" findet jetzt auf 10 ha Waldfläche eine Jungbestandspflege statt. Hier wurden 2.900 Fichten, 12.000 Eichen, 2.700 Hainbuchen und 150 Kirschbäume gepflanzt. Jetzt müsse die unüberschaubar gewordene Fläche gegliedert werden. Dazu wird einmal alle 40 m eine Rückegasse aufgesägt und Weichlaubhölzer wie Salweide, Birke oder Pappel zurückgedrängt, um Raum für die gewünschten Baumarten zu schaffen. Über dem Jungbestand stehende, absterbende Buchen werden dabei ebenso entnommen wie Käferholz oder Bäume, die die Verkehrssicherheit von Waldwegen gefährden. Das anfallende Holz wird als Brennholz verkauft.
Ein Lob hatte der Revierförster für die Waldbronner "Brennholzer" parat. Beim Schlagraum werde hier exakt gearbeitet, so dass der Wald für den Forst "aufgeräumt" sei. Das dünnere Reisig verbleibe im Wald und diene als Nährstoffreserve, eine gewisse "Unaufgeräumtheit" sei gewollt.
Ein Waldbronner Grundproblem sprachen die Forstleute am Ende der Talstraße an. Die Siedlung sei an manchen Stellen zu eng mit dem Wald verzahnt, will heißen, der Mindestabstand von 30 m ist nicht eingehalten. Hier wurde ein Fläche durchforstet und einige 30 m hohe Douglasien entnommen, die nur 5 m vom nächsten Haus entfernt standen. Allerdings, darauf wies Thomas Rupp mit Nachdruck hin: Wer am Waldrand wohnt und dabei den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand unterschritten hat, tut dies auf eigene Gefahr.
Letzte Station war bei der neuen AVG-Trasse. Wenn die Bahn über die Brücke rollt, soll die Pforzheimer Straße, die von Reichenbach ins Albtal führt, am Ende auf die jetzige Bahntrasse verlegt werden. Dazu seien aber größere Baumfällaktionen nötig, so der Forstamtsleiter. Baubeginn, so Bürgermeister Harald Ehrler, sei voraussichtlich im Mai nächsten Jahres, wenn der Tunnel wieder offen sei. Genaues liege aber noch nicht fest. Derzeit würden die Pläne gezeichnet, ergänzte Waldbronns Planungsamtsleiter Winfried Krutzsch. Wenn tatsächlich im Mai mit der Baumaßnahme begonnen werde, müssen die Baumfällungen in den Wintermonaten ab November durchgeführt werden. Darauf wies der Forstamtsleiter schon jetzt vorsorglich hin.

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