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16.07.2006 25 Jahre Musikschule: Kammerkonzert

Zwei Frühwerke Mozarts im Programm
Kammerorchester des Musikschule konzertierte im Jubiläumsjahr

Das Kammerorchester unter der Leitung von Toni Reichl musizierte mit den Solisten Franziska Dürr (Viola) und Thomas Schröckert (Violine).

Mozart erwies das Kammerorchester der Musikschule Waldbronn unter der Stabführung von Toni Reichl im ersten Teil seines jüngsten Konzerts im evangelischen Gemeindezentrum seine Ehrerbietung. Im weiteren Verlauf standen noch je ein Werk des schwedischen Komponisten Kurt Atterberg und des Tschechen Leos Janacek auf dem Programm.

Zu Beginn überreichte Martin Barth von der
Sparkasse Ettlingen einen Scheck über
1.000 Euro an Musikschulleiter Armin Bitterwolf

Zu Beginn überreichte Martin Barth namens der Sparkasse Ettlingen einen Scheck über 1.000 € an Musikschulleiter Armin Bitterwolf. Er soll ein Beitrag sein für das im November geplante Musiktheater "Aschenbrödel und die drei Nüsse", für das schon eifrig geprobt wird.
Das Kammerorchester eröffnete sein Programm mit der "Lambacher Sinfonie" von Wolfgang Amadeus Mozart, die er 1768, im Alter von 12 Jahren, geschrieben und sie dem Benediktinerstift Lambach gewidmet hat. Die Partitur wurde nach den wiederaufgefundenen Stimmen angelegt - das Autograph ist verschollen. Dennoch war es schon verblüffend, und der Begriff "Wunderkind" ist wohl richtig angebracht, wenn man das Werk in seiner Klangschönheit hört, das schon an vielen Stellen das tänzerisch Leichte der Musik Mozarts ankündigt. Die drei Sätze, das einleitende Allegro maestoso, das cantable, ruhig fließende Andante und das Presto, dem die Toni Reichl mit seinen Musikern den richtigen Geschwindschritt mitgab.
Das 1776, acht Jahre nach der "Lambacher Sinfonie" schrieb Mozart das Adagio E-Dur für Violine und Orchester. Es entstand auf Bitten des Salzburger Geigers Antonio Brunetti als Ersatz für den langsamen Satz des A-Dur-Violinkonzerts KV 219, welcher dem Solisten "zu studiert" schien. Es entstand eine Geigen-Arie über gedämpften Streicherklängen, die Thomas Schröckert als Solist gefühlvoll ausmusizierte.
Das Konzert brachte auch die Begegnung mit dem bei uns weithin unbekannten schwedischen Komponisten Kurt Atterberg, der 1974 starb. Atterberg gilt als der führende Tonsetzer der zweiten Generation schwedischer Spätromantiker. Während seine fünf Opern in Vergessenheit gerieten, sind seine neun Sinfonien wieder häufiger zu hören. Für die 1917 entstandene Suite für Violine, Viola und Streichorchester, konnte Toni Reichl mit Konzertmeisterin Franziska Dürr (Viola) und Thomas Schröckert (Violine), beide Mitglieder der Badischen Staatskapelle, zwei Partner gewinnen können, die die oft etwas dunkel gefärbten Melodienbögen Atterbergs stimmig interpretierten. Das Kammerorchester der Musikschule unter der temperamentvollen und sicheren Stabführung Toni Reichls war ihnen bei den drei Sätzen "Prelude: Adagio", "Pantomim: Moderato" und "Vision: Allegro Moderato" ein aufmerksamer Begleiter.
Den Schlusspunkt setzte die Suite für Streichorchester des tschechischen Komponisten Leos Janacek. In den sechs Sätzen -Moderato, Adagio, Andante con moto, Presto, Adagio und Andante- konnte das Kammerorchester nochmals unter Beweis stellen, dass es derzeit in der Lage ist, auf hohem Niveau zu musizieren und die durchaus unterschiedliche musikalische Charakteristik der einzelnen Sätze zu gestalten.
Jubelnder und lang anhaltender Beifall dankte dem Orchester, seinem Dirigenten, aber auch den Solisten nach den einzelnen Stücken. Als Zugabe erklang die Polka "Heski, Holki" von Johann Strauß Sohn.

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