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03.07.2002 Gemeinderat: Partnerschaft mit Stadtilm?

Freundschaftsvertrag mit Stadtilm angestrebt

SPD-Antrag zu Partnerschaft löste Diskussion aus

Eine Städtepartnerschaft mit dem thüringischen Stadtilm einzugehen hatte die SPD-Fraktion beantragt. Begründet wurde der Antrag mit den seit mehr als zehn Jahren bestehenden Kontakten zwischen Bürgern beider Gemeinden. Auf kommunaler Ebene waren sowohl der Stadtilmer Bürgermeister mit Stadträten in Waldbronn, als auch der Waldbronner Gemeinderat schon in Stadtilm. Auch Rathausbedienstete und Amtsleiter aus Stadtilm waren auf Einladung von Bürgermeister Altenbach schon zum Erfahrungsaustausch in Waldbronn. Außerdem könnten innerdeutsche Städtepartnerschaften auch zwölf Jahre nach der Wiedervereinigung noch viel zum Zusammenwachsen von Ost und West beitragen.
Bürgermeister Harald Ehrler stand dem Wunsch der SPD nicht ablehnend gegenüber. Er bat jedoch darum, nicht auf dem Antrag zu bestehen, da solche Partnerschaften auf einer möglichst breiten Basis errichtet werden sollten. Deshalb solle man zunächst einmal abklären, ob bei der Bürgerschaft, aber auch Vereine bereit wären, eine solche Partnerschaft später auch mit Leben zu erfüllen. Auch würde er selbst gerne vorher Bürgermeister, Stadträte, Bürgerinnen und Bürger von Stadtilm persönlich kennenlernen.
Ein weiteres Bedenken äußerte Waldbronns Bürgermeister zudem. "Partnerschaft" beinhalte eher den Gedanken an Verbindungen zu Gemeinden in Europa als im eigenen Land. Er sei aber bereit, zu Stadtilm eine freundschaftliche Verbindung anzustreben.
Marianne Müller (SPD) ging nochmals auf die Historie dieser Verbindung ein. 1990 bereits sei der erste Versuch einer Partnerschaft gestartet worden, der aber leider scheiterte. Danach wurde in den folgenden Jahren die Beziehung zu Stadtilm "auf kleiner Flamme weitergekocht". Dabei entstanden zahlreiche Kontakte, und auch Bürgermeister und Stadträte "aller Couleur" wünschten sich in Stadtilm eine engere Verbindung. Die SPD sei auch daran interessiert, diese Verbindung auf eine möglichst breite Basis zu stellen, sie solle nicht zu einem "Politikum" werden. Da aber das Zusammenwachsen der beiden Hälften Deutschlands nach wie vor Probleme bereite, wäre eine Partnerschaft der ideale Anlass, gegenseitige Vorurteile abzubauen.
Joachim Lauterbach (CDU) sprach sich gegen eine offizielle Partnerschaft innerhalb Deutschlands aus. Das Zusammenwachsen könne auch in einer freundschaftlichen Verbindung gefördert werden. Für den Abschluss eines Freundschaftsvertrags sprach sich Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen) aus. Was für Europe gelte, so Dr. Andree Keitel (SPD), gelte in besonderem Maße auch für Deutschland, denn eine Partnerschaft solle dazu beitragen, dass sich Menschen kennen lernen. Roland Bächlein (CDU) plädierte dafür, dem Bürgermeister die Chance einzuräumen, Stadt und Gegend näher kennenzulernen. Ein Freundschaftsvertrag könne gleich einer Verlobung die Zwischenstufe sein. Eine gut gelebte Verbindung könne dann durchaus in einer Partnerschaft enden.
Marianne Müller zog letztlich den Antrag zurück, der vor allem die Diskussion anstoßen sollte. Ein Freundschaftsvertrag, wie von Bürgermeister Harald Ehrler ausdrücklich gewünscht, könne ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Den Inhalt eines solchen Freundschaftsvertrages formulierte dann der Bürgermeister so: Der Gemeinderat sieht die bisherigen Verbindungen zwischen Waldbronn und Stadtilm positiv. Sie sollen weiter ausgebaut werden. Deshalb sollen weitere freundschaftliche Kontakte angebahnt werden, an denen sich Vereine, Organisationen, Schulen und Einzelpersonen aus beiden Kommunen beteiligen.

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