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14.12.2005 Heilquellengebiet jetzt geschützt

Schutzgebiet sichert Thermalquelle
Überprüfung für Prädikat "Bad" beantragt

Landrat Claus Kretz (re.) und Bürgermeister Harald Ehrler bei der Übergabe der Rechtsverordnung zum Heilquellen-Schutzgebiet

Mit einem dicken Stapel Papieren rückte Landrat Claus Kretz noch im alten Jahr im Waldbronner Rathaus an. Er übergab und siegelte die am 1. Januar in Kraft getretene Rechtsverordnung zum Heilquellenschutzgebiet.
Die Vorgeschichte dazu erläuterte nochmals Bürgermeister Harald Ehrler. 1974 war die erste Thermalwasserbohrung auf Waldbronner Gemarkung erfolgreich. Danach dauerte es bis zum September 1993, bis der Thermalbrunnen als Heilquelle anerkannt wurde. Wesentlichen Anteil daran hatten die Untersuchungen, die in der Ruland-Klinik in Waldbronn liefen. Bereits zum 1. Dezember 1993 erhielt Waldbronn das Prädikat "Ort mit Heilquellenkurbetrieb", das der damalige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Rainer Brechtken überbrachte.
1994 begann dann das frühere "Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau" Freiburg mit seinen Untersuchungen, um das Heilquellenschutzgebiet abgrenzen zu können. Diese Arbeiten dauerten bis Mitte 2000. Nach weiteren Abstimmungen, so mussten auch die Gemeinden gehört werden, deren Gemarkungen von dem Schutzgebiet betroffen sind, konnte im Oktober 2004 der Antrag gestellt werden. Wie der Landrat berichtete, waren die betroffenen Gemeinden skeptisch, ob das Heilquellenschutzgebiet negative Auswirkungen auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten hat, die aber weitgehend zerstreut werden konnten, so dass schließlich keine Einsprüche gegen die Rechtsvorordnung mehr vorgebracht wurden.
Das Heilquellenschutzgebiet mit seinen unterschiedlichen Zonen hat eine Gesamtfläche 3.856 Hektar und erstreckt sich neben Waldbronn noch auf die Gemarkungen von Ettlingen, Karlsbad und Marxzell. Dabei liegen die Zone I (Fassungsbereich) und die Zonen A + III (Innenzone) mit den strengsten Auflagen nur auf Waldbronner Gemarkung.
Nachdem nun die Quelle als Grundlage des Waldbronner Kurbetriebs geschützt war, ging Bürgermeister Harald Ehrler den nächsten Schritt an, wie er dem Landrat erläuterte. Das Innenministerium bat er zu prüfen, ob Waldbronn die in der Gemeindeordnung vorgesehenen Voraussetzungen für das Prädikat "Bad" erfülle. Dazu zählte der Bürgermeister in seinem Schreiben an Innenminister Heribert Rech , das er dem Landrat in Kopie übergab, zahlreiche Maßnahmen und Investitionen auf, die den Kurortcharakter Waldbronns unterstreichen und den Tourismus als Wirtschaftsfaktor fördern. Beispielhaft nennt der Bürgermeister darin neben der Heilquelle auch die Albtherme, den Kurpark, den behindertengerechten Umbau des öffentlichen Straßenraums, der in mehreren Abschnitten durchgeführt wird. Als weitere Pluspunkte führte Ehrler, unter Anderem Freibad und Eistreff, Maßnahmen zur Luftreinhaltung, die Zertifizierung von Hotels und die private Kurklinik an. Landrat Claus Kretz sagte zu, sich für diese Initiative Waldbronns einzusetzen.

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