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14.12.2005 Spende Waldbronner Handarbeitskreis

Fast 190.000 Euro gesammelt
Waldbronner Handarbeitskreis löst sich nach 25 Jahren auf

Bei der Spendenübergabe (v.li.) Renate Holbach, Eva Bruckschlögl, Ruth Zimmermann, Helga Quinkert, Otto Kleinpeter und Birgitte Heftrich-Georgiadis

Fast wie alljährlich verteilte der "Waldbronner Handarbeitskreis zugunsten Behinderter" kurz vor Weihnachten den Erlös seines Basars. Aber nur fast, denn nach 25 Jahren stellt er seine Arbeit ein. Dies war für die langjährige Vorsitzende Helga Quinkert Anlass, Rückblick zu halten auf eine überaus erfolgreiche Arbeit, deren Erlöse ohne Abstriche behinderten Mitmenschen zukamen.
Ausgangspunkt war 1980 ein Verkauf von Bastelarbeiten zugunsten Behinderter bei einer Weihnachtsfeier der Waldbronner CDU. Der Erfolg brachte die Initiatorin Hedwig Knispel auf die Idee, einen solchen Basar in größerem Rahmen zu wiederholen. Sie sammelte gleichgesinnte Frauen um sich, von denen bis zum heutigen Tag Lene Becker, Ruth Bitsch, Gislinde Borgardt, Sophie Könitz und Helga Quinkert im Handarbeitskreis aktiv waren, "unsere Basarzeit begann" so Helga Quinkert bei ihrem Rückblick.
Unterkunft für ihre wöchentlichen Bastelnachmittage fanden die Frauen in einem Zimmer der heutigen Heimatstuben, ehe sie später dann zwei Häuser weiter zur VHS zogen. Immer Mittwochs wurde hier in gemütlicher Runde gebastelt, gehäkelt, genäht und gestrickt, damit beim nächsten Basar wieder ein attraktives Angebot auf die Käufer wartete, aber auch das Gesellige kam nicht zu kurz. Nur eine Sorge drückte die Damen mehr und mehr und führte letztlich auch zur Auflösung: sie selbst wurden älter und jüngere Frauen stießen nicht zu ihrem Kreis. So fiel dann schweren Herzens der Entschluss, die Basar- und Handarbeitstätigkeit zu beenden.
Als man sich Mitte der 80er Jahre selbständig machte und einen eingetragenen Verein gründete, wurde Hedwig Knispel zur Vorsitzenden gewählt und versah dieses Amt bis zu ihrem Tod 1987, danach übernahm Helga Quinkert den Vorsitz und ihr folgte 2000 Eva Bruckschlögl.
In Erinnerung sind noch die ersten Basare im Kurhaus, als vor der Öffnung sich die Kaufwilligen im Flur und auf der Treppe drängten, ungeduldig darauf wartend, dass sich endlich die Türen öffneten. Später zog der Handarbeitskreis dann um in die neue Albert-Schweitzer-Schule.
Wer den Andrang der ersten Jahre erlebt hat, den wundert auch der finanzielle Erfolg nicht. Bis 2001 flossen über die Basare 339.812 DM in die Kassen des Vereins, und danach nochmals 18.760 Euro. Mit diesem Geld wurden jährlich Behinderteneinrichtungen unterstützt. Von 1990 wurden für vier Jahre auch Behinderteneinrichtungen in Halle, Erfurt und Arnstadt unterstützt. Der Löwenanteil blieb aber in der Region. Immer aber hielten es die Damen so, dass die Spenden nur gegen Nachweis ausgezahlt wurden, eine Kontrolle über die Verwendung also immer gegeben war.
In diesem Jahr wurden wie in den Vorjahren der Förderverein der Gartenschule Ettlingen mit 2.200 €, der Schulkindergarten der gleichen Schule mit 1.500 und der TSV Reichenbach für sein Behindertensportfest mit 1.600 € bedacht. Otto Kleinpeter, Vorsitzender des Fördervereins der Gartenschule und Konrektorin Birgitta Heftrich-Georgiadis betonten, dass in den zurückliegenden 20 Jahren über 300 behinderte Kinder an einer Sommerfreizeit teilnehmen konnten. Ruth Zimmermann vom Schulkindergarten dieser Ettlinger Behindertenschule wird das Geld für Geräte verwenden, die im Bewegungsbereich und zur Schulung der Psychomotorik eingesetzt werden. Für den TSV Reichenbach bedankte sich Renate Holbach.

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