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12.11.2005 Chamäleon - Der nackte Wahnsinn

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Der Wahnsinn vor und hinter der Bühne
"Chamäleon" spielte Farce von Michael Frayn

Schlussbild mit (v.li.) Gerd Kiecherer, Peter Seiler, Patricia Keller, Johannes Kiecherer,  Klaus Schroff, Martin Kage, und Birgit Garbatzki

Die Aufführungen von "Chamäleon", wie sich die Theatergruppe der VHS Waldbronn nennt, sind inzwischen ein fester Bestandteil im Waldbronner Terminkalender. In jedem Semester bringt das Ensemble, das immer wieder durch neue Gesichter ergänzt wird, ein Stück bis zur Aufführungsreife. Dabei achtet Gerd Kiecherer, Motor der Theatergruppe, auf einen guten Wechsel zwischen Boulevard-Komödien und zeitkritischen Stücken. Es spricht für das Ensemble, dass man inzwischen auch schwierigere Werke, wie zuletzt Dürrenmatts "Herr Biedermann und die Brandstifter" oder "Die Physiker" werkgerecht auf die Bühne bringen kann.
Jetzt war mit "Der nackte Wahnsinn" eine temporeiche Farce des Briten Michael Frayn an der Reihe. Er nimmt darin mit viel schwarzem Humor und noch mehr Slapstickelementen den Theaterbetrieb aus dem Blickwinkel der Akteure unter die Lupe. Dabei nimmt er das Backstage-Beziehungsgeflecht mit seinen Eifersüchteleien, seinen kleinen und großen Eitelkeiten und seinen vielen Ticks so liebevoll satirisch auf die Schippe, dass es geradezu zu einer Liebeserklärung an das Theater und seine Schauspieler gerät.
Eigentlich passiert nicht viel. Eine Theatertruppe probt mit Regisseur Lloyd Dallas (gewohnt sicher: Gerd Kiecherer) das Boulevardstück "Nackte Tatsachen", mit dem die Truppe anschließend auf Tournee durch die Provinz gehen soll. Der erste Akt zeigt die mehr als chaotische Haupt- oder Generalprobe, die Beteiligten sind sich da selbst nicht so ganz sicher. Einen Monat später erleben wir das Ganze hinter der Bühne bei einer Nachmittagsvorstellung. Zu allem Überfluss platzt auch noch der Regisseur mit ganz eindeutig zweideutigen Absichten in das Tohuwabohu. Im dritten Akt sehen wir wieder aus der Sicht der Zuschauer die letzte Vorstellung der Tournee, da aber hat das Stück mit dem Original schon nicht mehr viel Ähnlichkeit.
Was in den einzelnen Akten sonst noch passiert, soll hier nicht verraten werden. Zur Hochform laufen die Akteure von "Chamäleon" im zweiten Akt auf, dessen enormem spielerischen Tempo sich die Gruppe gewachsen zeigt und meistert auch diverse Slapstickpassagen mit Bravour.
Regisseur Gerd Kiecherer, der auch den Regisseur im Stück spielt, hatte seine Mitspieler wieder zu typgenauem Spiel geführt. Patricia Keller war eine überzeugende Haushälterin, Petra Schroff spielte in ihrem neckischen Untergewand allerliebst das blonde Dummchen und Silvia Pfisterer gab mit guten Zwischentönen die stressgeplagte Regieassistentin Poppy. Als Hausbesitzerpaar überzeugten Birgit Garbatzki und Klaus Schroff, Peter Seiler stellte als Häusermakler im Stück und als launischer Möchtegern-Star eine besondere Type auf die Bühne. Bleibt noch Martin Kage, der das alkoholsüchtige Mitglied der Truppe überzeugend spielt und Johannes Kiecherer als Inspizient. Als Souffleuse im Stück und auch tatsächlich fungierte Sabine Batke.
Wie bereits erwähnt stammt die Inszenierung von Gerd Kiecherer und der gesamten "Chamäleon"-Truppe. Für die Maske zeichnete Patricia Keller verantwortlich, Bühnenaufbau und Technik hatte Martin Kage besorgt. Für die Lichttechnik nannte der Programmzettel Karl-Heinz Batke und für die Tontechnik Franz Wallisch.
Die sehenswerte Aufführung ist im Kulturtreff Waldbronn noch viermal zu erleben. Jeweils am Samstag, 19. und 26. November um 20 Uhr und an den darauffolgenden Sonntagen, 20. und 27. November um 18 Uhr tobt "Der nackte Wahnsinn" über die Bühne des Kulturtreff.

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