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06.11.2005 Konzert beim Kulturring

"Der romantische Bach"
Konzertabend beim Kulturring Waldbronn

Felix Treiber, Violine, und Amy Lin, Klavier, gestalteten das jüngste Konzert beim Kulturring Waldbronn

Mit Kostbarkeiten abseits der viel begangenen musikalischen Pfade wartete das "Besondere Konzert" des Kulturring Waldbronn auf. Im Mittelpunkt standen unter dem Thema "Der romantische Bach" Werke des großen Johann Sebastian, allerdings in wenig gespielten Ergänzungen oder Transpositionen. Eckpfeiler des Programms war das "Wohltemperierte Klavier Teil 1" in einer von Wendelin Weißheimer ergänzten Fassung.
Das Konzert brachte aber auch die gewinnbringende Begegnung mit Amy Lin und Felix Treiber, wobei letzterer aus seiner Zeit als stellvertretender Konzertmeister in der Region noch bekannt ist. Er ist heute als freischaffender Künstler und Komponist erfolgreich tätig. Die Pianistin Amy Lin stammt aus Taiwan, emigrierte später in die USA, gewann den Wettbewerb Junger Solisten in Washington, debütierte 1981 mit dem National Symphony Orchestra und gibt seitdem rund um den Globus Klavierabende und Konzerte mit großen Orchestern. Heute wirkt sie als Professorin für Klavier am Conservatoire National in Straßburg.
Die Stellung Bachs zeigt sich auch daran, dass viele Komponisten von Mozart bis Webern Werke des Thomaskantors bearbeitet und auch uminstrumentiert haben. Ein Beispiel dafür war die "Chaconne aus der Partita für Violine solo", die Johannes Brahms für Clara Schumann umgeschrieben hat für Klavier, und zwar "linke Hand allein". Welche Klangvielfalt nur mit der linken Hand zu erzielen ist, dafür gab die Pianistin Amy Lin ein virtuoses Beispiel.
Felix Treiber interpretierte die "Chaconne aus der Sonate d-moll Op. 91 Nr. 7 für Violine solo" von Max Reger. Das Werk, von Treiber virtuos und beseelt interpretierte, zeigt aber auch den Einfluss von Johann Sebastian Bach auf die musikalische Romantik bis hin zu Reger auf.
Die Eckpfeiler des Programms markierten die 24 Präludien aus dem "Wohltemperierten Klavier 1. Teil", denen Wendelin Weißheimer, ein Weggefährte und Förderer Richard Wagners, wahrscheinlich 1890 eine obligate Violinstimme hinzugefügte. Dabei ließ er das Original unverändert, die Violinstimme erweitert vielmehr den ursprünglichen Klavierpart.
Amy Lin und Felix Treiber interpretierten die 24 Präludien. Dabei verliehen sie souverän und ausdrucksstark den einzelnen Teilen ihren musikalischen Charakter, so dass jedes der 24 Präludien zu einem musikalischen Kleinod geriet.
Für den Beifall bedankten sich beide mit einer weiteren Bach-Adaption und ließen als Zugabe beseelt das "Ave Maria" von Bach-Gounod erklingen.

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