Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
11.889.873

Volltextsuche



 

03.10.2005 Radtour nach Stadtilm

Radtour nach Stadtilm gestartet
Tour in befreundete thüringische Gemeinde

Zu einer Radtour in die mit Waldbronn befreundete thüringische Stadt Stadtilm startete jetzt eine Gruppe Waldbronner, die dort auch den "Tag der Einheit" feiern werden

23 Radler starteten vor dem Waldbronner Rathaus zu ihrer einwöchigen Radtour nach Thüringen. Auf die Reise geschickt wurde die Gruppe von Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle, da Bürgermeister Harald Ehrler als Radler mit von der Partie war. Er hatte auch die Idee zu dieser Radtour und erklärte, er wolle in den nächsten Jahren sämtliche Waldbronner Partnergemeinden mit dem Rad besuchen. Zur Verabschiedung waren auch Marianne und Hermann Müller vom Freundeskreis Waldbronn - Stadtilm zum Rathaus gekommen.

Das Startsignal zur Fahrradtour nach Stadtilm gab Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle

Die erste Etappe führt nach Bad Wimpfen ins schöne Neckartal, es folgen Weikersheim, Gerolzhofen, Seßlach und Schönbrunn als Tagesziele. Die Tagesetappen liegen zwischen 55 km und 96 km, es wird neben dem sportlichen Part auch die Kultur nicht zu kurz kommen. So sind neben den jeweiligen Begrüßungen durch die Bürgermeister in ihren reizvollen Orten auch Besichtigungen und kulturelle Schmankerl vorgesehen. "Das Rahmenprogramm wird im voraus noch nicht verraten", so der Bürgermeister, "denn schließlich wollen die Radler jeden Tag aufs Neue angespornt werden".
Die Gruppe besteht aus Freizeitradlern aus Waldbronn, auch Gäste aus Bad Herrenalb und sogar aus Karlsruhe radeln mit. Die Strecke wurde von Gerhard Kober, seines Zeichen Bademeister im Waldbronner Freibad, gebürtiger Thüringer und begeisterter Tourenradler, ausgearbeitet und vorgefahren. Insgesamt sind es laut Kober satte 500 km, die vor den Radlern liegen. Vorbereitet haben sich die Teilnehmer seit einigem Wochen durch ausgedehnte Fahrradtouren rund um Waldbronn.

Die ersten Meter auf dem Weg nach Stadtilm

Radtour Waldbronn - Stadtilm
Ein Erlebnisbericht

Die Waldbronner Stadtilm-Radler vor der beeindruckenden Kulisse Coburgs

Nach monatelanger Vorbereitung war es endlich so weit: Helmut Völkle als stellvertretender Bürgermeister und einige Zuschauer schickten die 23 Radler mit launigen Worten und Sirenenklang auf die Reise. Angeführt vom Organisator der Tour, Gerhard Kober, verließen die insgesamt 23 einheitlich gekleideten Teilnehmer, darunter vier Frauen und auch Bürgermeister Harald Ehrler, Waldbronn in Richtung Pfinztal. Begleitet wurden sie von Willibald Masino im "Besenwagen" mit Anhänger, in dem das Gastgeschenk der Gemeinde an die Bürger Stadtilms verstaut war, mehrere Fässer Bier vom Lindenbräu in Reichenbach. Die freien Plätze neben Willibald wurden im Laufe der Tour zunehmend gern und häufiger genutzt. 
Die Gruppe hatte ideales Radelwetter, kühl und bedeckt, aber ohne Regen. Und das sollte so bleiben bis auf den sechsten und letzten Tag, der uns mit Dauerregen quälte. Schnell bildete sich eine recht stabile Reihenfolge unter den Radlern aus. Vorn die erfahrenen und leistungsstarken "Profis", danach eine gut mithaltende Gruppe weniger Ehrgeiziger und am Ende die "Genießer", teils bewusst langsamer radelnd, teils nicht schneller könnend. Als in Königsbach-Stein an einem Rad dieser Gruppe technische Probleme beseitigt werden mussten, verloren die beteiligten Nachzügler den Haupttross aus den Augen. Erst einige Stunden später und nach einigen Telefonaten über die mitgenommenen Handys fanden die Gruppen in Bauschlott wieder zusammen. Nach dieser Erfahrung jedoch blieb die Gruppe dank der Rücksicht der Leistungsfähigeren und der Umsicht Gerhard Kobers immer zusammen.
Gerhard Kober hatte nicht nur die Strecke ausgewählt, sondern auch die Bewirtungsstätten unterwegs. In Krautheim wartete eine besondere Überraschung. Vor der Gaststätte hing die Waldbronner Fahne und darunter stand Gertrud Rehfeld, die Sekretärin unseres Bürgermeisters, die aus dem Ort stammt und die Gelegenheit zu einem privaten Besuch ihrer Heimat genutzt hat.
Harald Ehrler hatte die Bürgermeister der Etappenziele für offizielle Empfänge der Radler gewonnen. Dabei erfuhren sie auch Interessantes über die Geschichte der jeweiligen Orte sowie die Erfolge, Sorgen und Nöte der amtierenden Bürgermeister. Sie glichen häufig den aus Waldbronn bekannten Problemen, aber es gab auch ermutigende Ausnahmen.
Übernachtet wurde in sorgfältig ausgesuchten Hotels mit passender Infrastruktur für die 23 Radler, wie Abstellplätze und Saunaanlagen. Mit einer Ausnahme lagen die Hotels in sehenswerten Städten, in denen wir uns abends noch die müden Beine vertraten. Ein besonderer Höhepunkt: war das kleine Seßlach bei Coburg, dessen mittelalterliche Mauern noch vollständig erhalten sind. In der kleinen Gaststätte dieses liebenswerten Städtchens verlebten alle einen besonders schönen Abend mit viel Gesang und manchen lustigen Beiträgen der Teilnehmer. Darunter die "Wallfahrt" unseres Willibald Masino, die uns immer unvergessen bleibt.
Gefahren wurde meist auf asphaltierten Radwegen oder wenig frequentierten Nebenstraßen, einmal aber auch rund fünf Kilometer über groben Schotter. Es ging durch herrliche Landschaften, aber fast immer auf und wieder ab. Besonders beeindruckend war der problemlose Übergang über die frühere Zonengrenze vor Eisfeld, bei dem sich einige Teilnehmer an unangenehme Erfahrungen vor der Wende erinnerten. Dann der Aufstieg auf den Rennsteig und danach die lange Abfahrt durch das enge Tal der Schwarza zum schönen "Terrassenfreibad", in dem Gerhard Kober zu DDR-Zeiten Bademeister war. Seine früheren Kollegen empfingen die Waldbronner herzlich. Zuletzt ging es hinüber ins liebliche Tal der Ilm, von dem Goethe einst so geschwärmt hat.
In Stadtilm wurden die Radler vom Jubel eines Empfangskomitees begrüßt, das aus den Offiziellen unter Leitung des Bürgermeisters Joachim Günsel, vielen Einwohnern und den wenige Minuten vorher eingetroffenen Busreisenden aus Waldbronn bestand. Darunter einige Partnerinnen der Radler, die ihre vom ganztägigen Regen durchnässten Männer erleichtert in die Arme nahmen. Im neuen Feuerwehrhaus Stadtilms feierten die Radler den erfolgreichen Abschluss der Tour, die ohne Unfälle und Pannen verlief.
An den beiden folgenden Tagen schlossen sich die Radler den beeindruckenden Veranstaltungen in Stadtilm an, in denen die Partnerschaft mit Wetter an der Ruhr und die Freundschaft mit Waldbronn gefeiert wurden. Zurück ging es dann im bequemen Omnibus, die Fahrräder nahm Willibald Masino auf den Hänger.
Ein herzlicher Dank geht zum Schluss an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Tour mitgewirkt haben, aber auch an alle Teilnehmer, welche die sportliche Herausforderung angenommen und auf diese Weise zur Freundschaft mit Stadtilm beitrugen.

[<< Übersicht]