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20.03.2002 Windenergieanlagen

Debatte um Windenergie

Waldbronn Ausschlussgebiet für raumbedeutsame Anlagen

Einstimmig Kenntnis nahm der Waldbronner Gemeinderat vom "Windpotenzialgutachten". Anregungen und Bedenken wurden nach kurzer Debatte nicht vorgetragen. Über das neugefasste Kapitel "Erneuerbare Energien" im Fortschreibungsentwurf des Regionalplans Mittlerer Oberrhein informierte Planungsamtsleiter Winfried Krutzsch.
Danach sieht der Regionalplan für die Gemarkung Waldbronn ein Ausschlussgebiet für "raumbedeutsame Windenergieanlagen" vor. Unter diesem Begriff werden Anlagen zusammengefasst, bei denen fünf und mehr Windräder zu einem Windpark zusammengefasst werden. Das Gleiche gilt, wenn Einzelanlagen höher als 50 m sind, an einer landschaftlich sensiblen Stelle errichtet werden sollen oder ganz generell den Zielen der Raumordnung widersprechen.
Damit sind einzelne Anlagen in Waldbronn zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, da aber heutige Anlagen Höhen von mindestens 80 m haben, um wirtschaftlich arbeiten zu können, sind solche Anlagen in Waldbronn kaum zu realisieren. Außerdem sind wegen möglicher Lärmemissionen und den Licht- Schatteneffekten ein Abstand zu Siedlungsflächen von 500 m zu berücksichtigen.
Der Nachbarschaftsverband Karlsruhe ist im Fortschreibungsentwurf vom Ausschlussbereich in der Vorbergzone betroffen. Er möchte aber an einzelnen Standorten, genannt werden unter anderen der Wattkopf, solche Anlagen realisieren und hat deshalb ein "Windpotenzialgutachten" in Auftrag gegeben, das den Gemeinden jetzt vorliegt. Wenn alle Gemeinden ihre Stellungnahmen abgegeben haben, setzt sich der Nachbarschaftsverband mit dem Regionalverband in Verbindung, um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen.
Für Dr. Andree Keitel (SPD) war es wesentlich, dass der Nachbarschaftsverband in seinem Gutachten vom Planungsentwurf des Regionalverbands abweicht. Er sah aber in Waldbronn kaum geeignete Flächen für solche Anlagen, zumal die Windgeschwindigkeiten eine wirtschaftliche Nutzung nur schwerlich ermöglichten. Dies müsse aber nicht für alle Zeiten gelten. Die Technik entwickle sich auch hier weiter und "Windenergie ist eine sehr effektive Technik". Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen)sah es positiv, dass sich Nachbarschafts- und Regionalverband mit diesem Thema befassen. Das Gutachten habe ergeben, dass an drei Standorten im Nachbarschaftsverband neun Anlagen realisierbar seien. Leider gingen beim Thema Windkraft die Meinungen noch sehr auseinander, obwohl diese Technik allein in Baden – Württemberg 35.000 Arbeitsplätze schaffe.
Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV) wehrte sich gegen den häufig gebrauchten Begriff einer "Verspargelung der Landschaft". Windkraftmasten sähen nicht anders aus als Sendemasten, an die sich inzwischen jeder gewöhnt habe. Er würde es begrüßen, wenn auch dem Wattkopf eine solche Anlage entstehen würde. Dahinter setzte allerdings Helmut Völkle (CDU) ein deutliches Fragezeichen. Es gelte im Fall der Fälle genau zu überprüfen, wie weit diese Anlagen an Busenbach heranrückten. Für Bernd Bull (CDU) ging es darum, nicht nur einzelne Anlagen in den Blick zu nehmen, sondern man müsse aus wirtschaftlichen Gründen von Windparks mit mehreren Windrädern ausgehen. Bürgermeister Harald Ehrler ergänzte abschließend, dass beim Wattkopf die Gemeinde als Angrenzer gehört werden müsse.

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