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20.03.2002 Wohnbaugebiet für Waldbronn

Heubusch Baugebiet

Rund 165 Wohneinheiten sollen auf 5,5 ha Fläche im geplanten Baugebiet "Im Neuen Heubusch" entstehen, für das jetzt Einleitungsbeschluss zur Erschließung vom Gemeinderat einstimmig gefasst wurde. Das Gebiet liegt östlich des Busenbacher Friedhofs und erstreckt sich entlang der Landesstraße.

Waldbronn packt Wohnbaugebiet an

Für "Im Neuen Heubusch" wurde Bebauungsplan - Verfahren eingeleitet

Nach mehr als 20 Jahren Pause soll nun in Waldbronn wieder ein Wohngebiet angegangen werden. Die seit 1985 im Flächennutzungsplan festgeschriebene Fläche "Im Neuen Heubusch" soll jetzt erschlossen werden. Der Gemeinderat fasste auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Beschluss, das Erschließungsverfahren einzuleiten und den Auftrag zur Ausarbeitung des Bebauungsplans an das Karlsruher Ingenieur – Büro Humpert zu vergeben.
Bereits im Vorfeld zu diesem Punkt gab es Diskussionen. So kritisierten Bürger in der Fragestunde, dass die Gemeinde dem Baugebiet "Rück" keine Priorität mehr zumesse. Von bürgerunfreundlichem Verhalten war die Rede, da die Grundstückseigentümer diese Tatsache der Zeitung entnehmen mussten. Bürgermeister Harald Ehrler entgegnete, dass für 2002 "Im Neuen Heubusch" überplant werden solle, anschließend werde das Gewerbegebiet "Fleckenhöhe" folgen. "Denken Sie daran," so der Bürgermeister, " dass in den letzten 20 Jahren in Waldbronn keine Baugebiete mehr erschlossen wurden!" Für das Gebiet "Rück", ein "Filetstück", wie es ein Gemeinderat einmal formulierte, werde vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel 2003 ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt. Schon daraus lasse sich ablesen, welche Bedeutung man diesem Gebiet zumesse. Zum Anderen aber könnten nicht alle Gebiete auf einmal angegangen werden. Zum kritisierten Flächenabzug von 44 Prozent bemerkte Ehrler, dass dieser Satz vom Gemeinderat beschlossen wurde. Dies sei auch vertretbar, da die Grundstücke durch die Entscheidungen der Gemeinde einen enormen Wertzuwachs erzielten. Die Gemeinde brauche die Flächen aber auch, um Straßen, Kinderspielplatze anlegen zu können. Im Übrigen verwies der Bürgermeister darauf, dass die Prioritätenliste für 2002 der Gemeinderat festgelegt habe. Die unterbliebene rechtzeitige Information der Grundstückseigentümer sei ein Fehler gewesen, räumte Ehrler ein, für den er sich entschuldige.
Im eigentlichen Tagesordnungspunkt führte Waldbronns Bürgermeister eingangs aus, dass es vor allem um Flächen für junge Familien gehe. Hier müsse etwas getan werden, um dem Einwohnerschwund der letzten acht Jahre entgegenzusteuern, zumal in festgesetzten Baugebieten nur noch rund 80 unbebaute Plätze zur Verfügung stehen.
Die vorgesehene Planung stellte dann Rechtsamtsleiter Harald Irion vor. Das Plangebiet umfasse bei 6 Hektar rund 5,5 ha Baulandfläche. Zu realisieren seien hier 30 Wohnungen pro Hektar, wobei Geschosswohnungsbau nicht vorgesehen sei. Damit könnten hier 165 Wohneinheiten, überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser, für Familien entstehen. Zu beachten seien Abstandsflächen zu Friedhof und Landesstraße. Ökologische Ausgleichsmaßnahmen seien nur außerhalb des Plangebiets möglich, Irion nannte hier die Offenlegung des Odenbachs und die naturnahe Gestaltung des Kurparksees. Zu prüfen seien für das Plangebiet auch Regennutzungskonzepte und Energiewirtschaftskonzepte wie eine Fernwärmeversorgung. Besondere Berücksichtigung sollen soziale Aspekte wie "Wohnraum für junge Familien" finden.
Die notwendige Bodenordnung solle nach einer Empfehlung des Ausschuss für Umwelt und Technik in einem freiwilligen Umlegungsverfahren von einem privaten Büro durchgeführt werden, dem gleichzeitig auch die Planung und Ausführung der Erschießungsanlagen übertragen wird. Dadurch entstehen für die Gemeinde außer für eigene Grundstücke keine weiteren Auslagen. Sämtliche Kosten für Planung, Bodenordnung, Bau der Erschließungsanlagen sind von den Grundstückseigentümern zu tragen. An Folgemaßnahmen nannte Irion einmal die Aufdimensionierung des Kanals in der Ettlinger Straße und mittelfristig könnten notwendig werden: Erweiterung des Kindergartens "Don Bosco" und der "Anne Frank – Schule sowie des Friedhofs. Da eine nicht unerhebliche Fläche des Plangebiets von einem Landwirt genutzt werde, sei es notwendig, zusammen mit dem betroffenen Landwirt eine Lösung zu finden, genannt wurde eine Aussiedlung. Auf der Einnahmenseite stehen für die Gemeinde nur höhere Grund- und Einkommensteuern. Auch werde von der Erschließung das örtliche Gewerbe und der Handel profitieren.
"Nach Jahren der Abstinenz" werde jetzt wieder ein Wohnbaugebiet angepackt, so Helmut Völkle für die CDU – Fraktion. Die Maßnahme sei wichtig, damit die Jugend nicht weiterhin wegziehen müsse. "Im Neuen Heubusch" sei von der Lage her das wohl schönste Baugebiet in Waldbronn. Mitgetragen werden auch die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. Für die SPD signalisierte Günter Bauer Zustimmung. Das Hauptproblem dieses seit 1985 im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gebiets seien Schwierigkeiten mit der Entsorgung gewesen. Die Kanalarbeiten in der Ettlinger Straße sollten zumindest zeitgleich mit der Erschließung erfolgen. Positiv bewertete Bauer die geplante Untersuchung verschiedener Energiemaßnahmen.
Recht sensibel mit dem Baugebiet umzugehen mahnte Heribert Purreiter (Bündnis90/Die Grünen). Wichtig sei eine Ausrichtung der Gebäude nach Süden. Maßnahmen zur Regenrückhaltung und eine Begrenzung der Versiegelung sollten vorgeschrieben werden. Für die Gemeinde, so Purreiter, müsse aber auch Baufläche herausspringen, damit sie für Waldbronner Familien kostengünstigen Baugrund zur Verfügung stellen könne. Die Vorbedingungen schärfer zu formulieren, forderte Prof. Dr. Kristian Kroschel (FWV). Als Ausgleichsmaßnahme sei auch ein gradueller Übergang der Siedlung ins Gelände mit Platz für Biotope denkbar. Auch Passivhäuser und Gründächer solle man nicht tabuisieren. Nachzudenken gelte es auch über den Verkehr. Um Spielstraßen zu ermöglichen, gelte es den ruhenden Verkehr bereits an der Landesstraße eventuell durch zentrale Tiefgaragen abzufangen. Diese Punkte aber, so der Bürgermeister, seien sicher Gegenstand der Gestaltung.
Das hier gewählte Verfahren wurde auf eine Frage von Prof. Manfred Hübscher (CDU) in der Diskussion nochmals ausführlich erläutert. Dabei stellte Irion klar, dass die Gemeinde den Planer beauftragt, der ein Vertragsverhältnis mit ihr eingehe. Vorteil sei auch, dass die Kommune keine Mittel aus Steuergeldern bereitstellen müsse. Das gewählte Verfahren, so der Bürgermeister, habe sich in anderen Gemeinden bereits bewährt. Der Vorteil sei, dass ein externer Planer das genaze Bebauungsplanverfahren abwickle.Erika Anderer (CDU) wies abschließend noch darauf hin, dass für junge Familien Wohnraum dringend benötigt werde, um den Wegzug, aber auch die drohende Überalterung zu stoppen.

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