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01.06.2005 AUT: Geänderte Kanalplanung Reichenbach

In Pforzheimer Straße unterirdischer Rohrvortrieb
Vorteile wiegen Mehrkosten auf

Zwischen Kurhaus und Brunnenplatz wird der Kanal jetzt in unterirdischem Rohrvortrieb verlegt


Am 2. Februar hatte der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) über die Kanalplanung für Reichenbach beraten und entschieden. (Siehe auch Bericht über diese Sitzung). Betroffen davon sind einmal die Pforzheimer Straße, die Etzenroter Straße und der Kurpark selbst. Für Pforzheimer- und Etzenroter Straße hätten diese notwendigen Bauarbeiten eine mehrwöchige Sperre bedeutet. Die SPD hatte danach einen Antrag eingebracht, die Trassenführungen zu überprüfen, um auch im Interesse der Reichenbacher Geschäftsleute zu lange Sperrzeiten zu vermeiden. Insbesondere sollte die Möglichkeit eines unterirdischen Rohrvortriebs in der Pforzheimer Straße geprüft werden.
"Es wird wieder viel Geld im Boden verbuddelt," so Bürgermeister Harald Ehrler einleitend. Es sei aber notwendig, um die Kanalbaumaßnahmen in Reichenbach zum Abschluss zu bringen. Sicher könne gesagt werden, dass es die größte Waldbronner Maßnahme in den Jahren 2005/2006 sein wird. Baubeginn, daran hat sich nichts geändert, wird nach dem Kurparkfest im Kurpark sein.
Michael Geschwill vom planenden Ingenieurbüro Helmut Müller stellte danach die geänderte Entwurfsplanung vor. Mit dem Startschacht beim Kurhaus und dem Zielschacht beim Brunnenplatz schlage man einen unterirdischen Rohrvortrieb vor. Die Trasse selbst folge weitgehend dem Verlauf der Pforzheimer Straße. Dies habe zur Folge, dass keine Vollsperrung nötig. Außerdem erfahren die Geschäfte an der Pforzheimer Straße keine Beeinträchtigungen. Auch die Hausanschlüsse werden vom neuen Kanal aus vorgenommen, der einen Rohrdurchmesser von 1800 mm hat. In der Etzenroter Straße wurde mit einer geänderten Entwurfsplanung die Trasse jetzt so verlegt, dass auch hier keine Vollsperrung nötig wird. Mit einer Ampel kann der Verkehr einspurig fließen.
Die Kostenschätzung lag bisher bei 2.195.000 Euro, mit dem unterirdischen Rohrvortrieb steigen sie geschätzt auf 2.335.000 Euro. Die Mehrkosten betragen bei vielen Vorteilen für den Verkehr, die Anwohner und die Ladensgeschäfte 140.000 Euro. Darauf wies Bürgermeister Harald Ehrler hin., und gerade der Verkehr sei mit rund 17.000 Fahrzeugen nicht zu unterschätzen. Bei einer Vollsperrung wäre "das Chaos hoch zehn vorprogrammiert".

In der Etzenroter Straße rückt die Kanaltrasse näher den Kurpark heran, dadurch wird eine Vollsperrung vermieden

Auf eine Frage von Klaus Bechtel (SPD) nach der Dauer bei der offenen Bauweise, nannte Geschwill etwa 50 Tage. Bei einem unterirdischen Vortrieb sei man etwa 10 Tage schneller, aber der Verkehr könne weiter rollen. Nach der Haltbarkeit des neuen Kanals und der Dimensionierung fragte Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW). Er regte an, und stieß damit auf energischen Widerspruch des Bürgermeisters, in der Etzenroter Straße den Gehweg zu verbreitern oder ganz wegfallen zu lassen und dafür dort eine Verkehrsberuhigung vorzusehen. Michael Geschwill ergänzte, dass das Rohr in seinen Dimensionen so gewählt sei, dass es bei einem alle zwei Jahre anzunehmenden Starkregen zu 90 Prozent ausgelastet sei. Die Lebensdauer bezifferte er auf 80 bis 100 Jahre.
Für den Rohrvortrieb sprachen sich Manfred Hübscher (CDU) und Franz Masino (SPD) aus, der Verwaltung und Büro Müller für die geänderte Planung dankte. Willi Becker (CDU) zeigte sich erfreut, dass für die Etzenroter Straße keine Vollsperrung nötig wird. Werner Anderer (CDU)  regte an, statt Bordsteinen in der Etzenroter Straße Pflasterrinnen einzubauen, stieß mit diesem Vorschlag aber auf wenig Gegenliebe.
Ob die 140.000 Euro Mehrkosten auch eine Erhöhung der Abwassergebühren bedeuten, wollte Roswitha Bichler (CDU) wissen. Die Mehrkosten seien bisher nur in der Kostenschätzung vorhanden, so Frank Zündorf, Leiter des Ortsbauamts. Bei den bisherigen Ausschreibungen seien die Zuschlagsergebnisse immer deutlich günstiger ausgefallen.
Mit den 140.000 Euro Mehrkosten konnte sich Gerhard Knobloch (Bündnis 90/Die Grünen) nicht anfreunden. Er war für offene Bauweise, auch wenn dadurch der Verkehr umgeleitet werden müsse und nicht mehr so reibungslos fließe. "Bei einer Vollsperrung bricht in Reichenbach der Verkehr zusammen," so Franz Masino. Dipl. Ing. Helmut Müller erläuterte, dass bei der offenen Bauweise der gesamte Aushub des fünf bis sieben Meter tiefen Rohrgrabens erstabgefahren und später wieder herangekarrt werden müsse. Durch diese Transportbewegungen werde die Umwelt erheblich belastet.
Der geänderten Entwurfsplanung und den damit verbundenen Mehrkosten stimmte der AUT einstimmig zu und beauftragte die Verwaltung, die Arbeiten öffentlich auszuschreiben.

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