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20.05.2005 Sportplakette für TSV Reichenbach

 
"Ein Highlight der Vereinsgeschichte"
TSV Reichenbach erhielt Sportplakette vom Bundespräsidenten persönlich

Bei der Verleihung der Sportplakette mit (v.re.) DSB-Präsident Manfred von Richthofen, Bundespräsident Horst Köhler, Bürgermeister Harald Ehrler, TSV-Vorsitzender Bernhard Becker und Schatzmeister und Ehrenvorsitzender Helmut Benz


"Das war das Highlight in der an Ereignissen nicht armen Geschichte 100-jährigen Geschichte des TSV Reichenbach", das war der einhellige Tenor von TSV-Vorsitzendem Bernhard Becker und der beiden Ehrenvorsitzenden Helmut Benz und Werner Schroth. Und dieser Freitag mit der beeindruckenden Feierstunde im Jüdischen Museum wird allen noch lange im Gedächtnis haften.
Eine Vereinsdelegation mit sieben Mitgliedern und dem Schirmherrn des Jubiläums, Bürgermeister Harald Ehrler machte sich auf den Weg nach Berlin. Und der Adrenalinspiegel stieg immer höher, je näher der Festakt rückte, zumal bis kurz vor der Veranstaltung, die im Rahmen des Dutschen Turnfestes stattfand, nicht ganz klar war, wie die Feierstunde ablaufen würde.
Aus der Politik waren neben Bundespräsident Horst Köhler noch Innenminister Otto Schily anwesend. Die Sportverbände waren durch Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes, und Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turnerbundes, vertreten.

Ein Trikot mit der Nummer 1 und dem Spielernamen "Bundespräsident Horst Köhler" hatten die TSV-Verantwortlichen im Gepäck

Von Richthofen würdigte in seiner Rede das vielfältige Angebot des Sports und seiner Vereine. Sport sei immer auch ein fester Bestandteil der Gesellschaftsgeschichte. Dem Sport komme aber auch Verantwortung für seine eigene Geschichte zu, die der Sport durch zahlreiche sporthistorische Projekte und seines gemeinschaftsbildenden Aufgabenspektrums auf demokratischer Grundlage wahrnehme. Selbstkritisch äußerte sich von Richthofen zur oftmals unrühmlichen Rolle der Sportverbände während der Naziherrschaft, ein Thema, das später auch Rainer Brechtken in einer eindrucksvollen Rede aufgriff. Die Einheit des freien Sports auf freiwilliger Grundlage sei ein wichtiger Beitrag auf dem Weg der Bundesrepublik in die freie Welt und nach Europa gewesen.

Gemeinsam mit Erika Dienstl (Mitte), der Vorsitzenden des Verleihungskomittes für die Sportplakette, im Garten des Jüdischen Museums

Seit Bundespräsident Carl Carstens 1984 die Sportplakette gestiftet habe, seien insgesamt 5.265 Verleihungen vorgenommen worden. Drei Vereine, so von Richthofen, würden in der Feier stellvertretend für die Vielfalt des Sports von Bundespräsident Horst Köhler geehrt.

Rainer Brechtken, der Präsident des Deutschen Turnerbundes, begrüßte seine Landsleute aus Baden-Württemberg

Erika Dienstl, Vorsitzende des Empfehlungsausschusses zur Verleihung der Sportplakette, würdigte anschließend die drei Vereine. Mit dem TSV Reichenbach waren der Turnverein Mülheim bei Koblenz und der Schwimmverein Würzburg nach Berlin eingeladen.
Erika Dienstl hob dabei besonders das Engagement der Mitglieder bei der Schaffung von Sportplätzen hervor. Ein Raunen ging durch die Zuhörer, als Dienstl feststellte, dass durch kommunale Planungen der TSV Reichenbach dreimal umziehen musste und so in drei Jahrzehnten drei Sportplätze mit dem zugehörigen Vereinsheim schuf. Dies sei ein Beleg dafür, wie Sportvereine ihre Zukunft immer wieder neu gestalteten.
Das ursprünglich auf Fußball ausgerichtete Angebot sei seit den 70er Jahren um Turnen, Damengymnastik und Leichtathletik erweitert worden. Seit 1987 finde jährlich ein Tag des Behindertensports statt und erst vor wenigen Tagen sei der TSV Gastgeber der baden-württembergischen Behindertenmeisterschaften gewesen. "Mit solchen Veranstaltungen übernmehemn die Sportvereine konkret Verantwortung an der Nahtstelle von Sport, Gesellschaft und Integration", so Dienstl.
Als dann bei der Verleihung Bundespräsident Horst Köhler fragte, ob der Festakt schon stattgefunden habe, lud Helmut Benz den Bundespräsidenten spontan dazu ein. Horst Köhler darauf: "Schicken Sie mir die Einladung, wenn ich in der Gegend bin, komme ich gerne, aber versprechen kann ich nichts!" Auch das Trikot als Gastgeschenk kommentierte Horst Köhler: "Damit gehe ich am Sonntag joggen!"
Noch immer aber rätseln alle, wie gerade der TSV Reichenbach zu der Ehre kam, die Sportplakette vom Bundespräsidenten persönlich zu erhalten. Sicher trug dazu aber das Engagement der Mitglieder ebenso bei wie der Einsatz für den Behindertensport.
Um die Feierstunde herum war für die Reichenbacher Delegation ein kleines Programm organisiert. Highlights waren dabei der neue Potsdamer Platz, der Besuch im Reichstag und in Berlin Mitte mit Friedrichstraße und Gendarmenmarkt sowie der abendliche Ausklang am Hackeschen Markt. Auch aus der Höhe von 203 m verschafften sich die Reichenbacher vom Fernsehturm aus einen Überblick über due deutsche Hauptstadt. Als kompetenter Stadtführer bewährte sich Helmut Zahnleiter, der gemeinsam mit Bürgermeister Harald Ehrler auch das Programm ausgearbeitet hatte.

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