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26.02.2005 Streuobstaktion

Streuobstbau in der Region
Streuobstwiesen sind landschafts-prägende, ökologische Zonen

Bei der Eröffnung der Ausstellung "Streuobstwiesen in der Region" im evangelischen Gemeindezentrum in Langensteinbach. Von links: Bürgermeister Rudi Knodel, Manfred Müller - BUND-Ortsgruppe Karlsbad/Waldbronn, Dr. Klaus Rösch - Leiter des Karlsbader Garten- und Umweltamtes, Karola Keitel - BUND-Ortsgruppe und Hans-Martin Flinspach, Vorsitzender der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

"Der Streuobstbau in unserer Region ist neben seiner landschaftsprägenden Optik auch in ökologischer Hinsicht sehr wertvoll. Die Streuobstwiesen bieten Lebensräume für eine Vielzahl von Tierarten und gelten als beliebte Naherholungsziele", betonte der Leiter des Karlsbader Garten- und Umweltamtes, Dr. Klaus Rösch, bei der Eröffnung der Aktionswoche "Streuobstbau in der Region" im evangelischen Gemeindezentrum in Langensteinbach. Bürgermeister Rudi Knodel sprach in seinem Grußwort von einem Thema, bei dem es sich lohne, besondere Aktivitäten zu entwickeln. In seinem Lob für den Apfel stellte der Schulzes fest: "Äpfel sind die beste Speise, für zuhause, für die Reise". Hausherr Pfarrer Sauermann erinnerte, dass in der Bibel oft von Bäumen die Rede sei, die ihre Früchte bringen und den Samen in sich tragen. Initiiert wurde diese Aktionswoche durch die BUND/Ortsgruppe Karlsbad/Waldbronn unter deren Vorsitzenden Karola Keitel und Manfred Müller. Die Schirmherrschaft hat die Gemeinde Karlsbad übernommen. "Das primäre Ziel der Aktionstage ist es, dem Thema "Streuobstwiesen" und deren großer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht die gebotene Nachhaltigkeit zu verleihen", so BUND Vertreter Manfred Müller. Der Karlsbader Chef des Garten- und Umweltamtes Dr. Klaus Rösch ging in seinem Referat auf die Aktivitäten seiner Gemeinde für die Streuobstpflege näher ein. So hat die Gemeinde Karlsbad seit dem Jahre 1989 mehr als 6 000 Hochstämme an Karlsbader Bürgerinnen und Bürger zum Subventionspreis bei Anpflanzung auf Karlsbader Gemarkung ausgegeben. Seit dem Jahre 2000 habe man Erfolgskontrollen über die abgegebenen Bäume durchgeführt und dabei registrieren können, dass mehr als 50 Prozent heute "gesund und fachgerecht gepflegt" heranwachsen. Seit dem Jahre 2005 erhält in Karlsbad außerdem jedes neugeborene Kind einen Obstbaum. Klaus Rösch erinnerte, dass die Streuobstwiesen auf den Wiesen entsprechenden Unterwuchs (Gras und Heu) bieten. Die oft eher magergedüngten Streuobstwiesen bieten viel Blütenreichtum (von Margeriten bis zu Orchideen). In den Obstbaumzonen in Baden-Württemberg sorgen neben den Honigbienen mehr als 400 Insekten- und Wildbienensorten für die Befruchtung. Gleichzeitig finden in den Obstbaum-Stammhöhlen Spechte, Meisen oder die nachtaktiven Siebenschläfer ihre Behausungen. Sorgen bereitet allerdings Klaus Rösch ebenso wie dem Vorsitzenden der "Streuobstinitiative im Stadt und Landkreis Karlsruhe e.V.", Hans-Martin Flinspach, der Zustand vieler älterer Obstbäume, die mangels kontinuierlicher Pflege frühzeitig "vergreisen" und damit sehr oft den Herbststürmen zum Opfer fallen. Verständnis haben müsse man allerdings für die Erwerbslandwirtschaft, die in ökonomischer Hinsicht beim Einsatz großer Maschinen, gerade im Bereich der Ackerflächen die Obstbäume als hinderlich empfinden. Die Referenten setzen sich daher dafür ein, die Obstbäume als Alleen entlang der Wirtschaftswege auch als biotopvernetzende Elemente anzupflanzen. Hans-Martin Flinspach meinte, dass sich "das Bücken beim Obst auflesen" wieder mehr lohnen sollte. So biete die "Streuobstinitiative" den Obstbaumbesitzern eine vertragliche Vereinbarung zur Abnahme von Äpfeln und Birnen für die Saftherstellung zu doppelten Marktpreisen. Über diese Aktion wurden im Jahre 2004 rund 250 000 Liter Apfelsaft und 23000 Liter Birnensaft im Landkreis Karlsruhe produziert. Von den insgesamt 32 Landkreisgemeinden sind 28 Gemeinden (ab sofort auch Karlsbad und Waldbronn) der Streuobstinitiative beigetreten.

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