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07.02.2005 Rosenmontag in Etzenrot

Prinzenpaar zieht nicht ins Rathaus
Etzenroter Vereine feierten Fastnacht im Gesellschaftshaus

Rosi Linder (li.) und Annette Ochs als erstes Etzenroter Prinzenpaar

Zum neunten Mal feierten die Etzenroter Vereine ihren Rosenmontagsball. Wie gut diese Gemeinschaftsleistung des kleinsten Waldbronner Ortsteils ankommt, belegt die Tatsache, dass die Karten für den Saal im Gesellschaftshaus innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren.
Dabei stand die Veranstaltung in diesem Jahr scheinbar unter keinem guten Stern, mussten doch einige Akteure wegen der grassierenden Grippewelle ihren Auftritt absagen. Das tat dem über fünfstündigen närrischen Spektakel aber keinen Abbruch. Musikalisch steuerte die Gruppe "Phönix" das Etzenroter Narrenschiff sicher durch die karnevalistischen Wogen und spielte danach noch zum Tanz auf.
Als Kapitän bewährte sich wie in den Vorjahren Sitzungspräsident Reinhard Müller, der durch das Programm führte. Und der hatte viel anzukündigen und zu danken an diesem Abend. Das geschah mit Raketen oder dem dreifachen "Etze -rot", in das vielstimmig begeistert die Narrenschar einfiel. Aber auch Prominenz gab es im Saal zu begrüßen, angeführt von Bürgermeister Harald Ehrler.

Die Freiwillige Feuerwehr bei ihrer Playback-Show

Und die kam gleich gehörig auf Touren. Dafür sorgte zu Beginn die "Auerbacher Russegugge", ein immer wieder gern gesehener und gehörter Stammgast bei der Etzenroter Fastnacht. Bejubelt wurde danach der "Tanz der Kleinen" mit "Beppo, der Clown", den Heike Schmidt-Schar mit den Kindern einstudiert hatte. Die "Zuckerbabes" -Aktive des TSV Etzenrot mit ihren Frauen- hatten sich eine komische Tanznummer ausgedacht, und manch einer in den hinteren Reihen mag sich gefragt haben, wie sie es schafften, ihre Beine über dem Kopf zu verknoten. Beim "Tanz der Großen" tauchten bei den "wilden Kerlen" im Training plötzlich zwei Mädchen auf und damit begann der letztlich aber gelöste Konflikt. Von der Tanzschule Maria Krämer kamen die Girls von "BBSC" mit einem schmissigen Tanz. In den Wilden Westen entführte das DRK mit einer gekonnten Playbacknummer.

Das DRK bei seiner Playback-Show mit "Wild ist der Westen"

Mit Schlagern der 80er gewann die Freiwillige Feuerwehr in ihrem Playback-Medley die Zustimmung der Narren. Den Schlusspunkt bei den Gruppen setzte das Männerballett des TSV Etzenrot, ganz orientalisch eingestimmt, zuerst mit dem schmissig getanzten "Dschingis Khan" und dann mit einer gekonnten Bauchtanznummer. Einstudiert hatte diesen gelungenen Beitrag Jutta Müller.

Wayne Armbruster und Lisa Pukowski bei ihren Gedankenspielen

Auswärtige Gäste auf der närrischen Bühne waren Wayne Armbruster aus Ettlingen mit Lisa Pukowski als seiner "sprechenden Gedankenblase", die über das Publikum sinnierte: "Ach wie gut, dass niemand weiß, was ich die alles zusammenheiß!". Über die Froschteichsänger der "Concordia" Reichenbach mit ihren Stimmungsliedern muss nicht mehr viel berichtet werden. Sie kamen einfach hervorragend an und zauberten Stimmung unter die Narrenschar. Das gelang ebenso hervorragend auch Achim Waible als Vincenz, wie die Froschteichsänger am Tag zuvor noch aktiv bei der Sitzung der Zigeunerinsel in der Stuttgarter Liederhalle.

Einen lustigen Clownstanz zeigten die Kleinsten

Eine urkomische Nummer war das Märchen vom Aschenputtel, erzählt in der Form des Puppentheaters. Ob Aschenputtel selbst, oder die bösen Stiefschwestern, oder die gute Fee oder der schöne Prinz auftauchten, ihre Aussagen waren immer komisch. Mareike Götz berichtete von ihren Problemen mit ihrer Familie, seit in der Pubertät die Hormone verrückt spielen. Überhaupt sei dies eine Zeit, in der die Eltern anfingen schwierig zu werden. Michael Ochs als Chirurg mit eigenem Friedhof hinter dem Haus erzählte von seinem Alltag und stellte immer wieder fest: "Schnitt ist Schnitt und Fleisch ist Fleisch!". Detlef Müller erlebte als Hausmeister viel auf einer Einweihungsparty seines Freundes.

Die Närrinnen und Narren gingen bei den einzelnen Darbietungen begeistert mit

Höhepunkte in der Bütt waren aber die beiden Schlussvorträge. Zunächst Rosi Linder und Annette Ochs, die sich mit allen Tricks bemüht hatten, das erste Etzenroter Prinzenpaar zu werden, nur die Fastnachter sträubten sich noch dagegen, und die sich schon das Rathaus als Residenz ausgesucht hatten, aber da machte die Gemeinde mit dem Verkauf einen Strich durch die Rechnung. Corinna und Detlef Müller hielten sich als Ehepaar gegenseitig ihre Sünden vor und lobten in höchsten Tönen das eigene Geschlecht, endeten aber durchaus versöhnlich.

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