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03.02.2005 Narrensturm aufs Rathaus

Narren stürmten das Rathaus
Bürgermeister ist untergetaucht


Von den "Etzebergdeifeln" wird das
Ortsoberhaupt in einem Kessel
vor die Narren geschleppt

Die Etzenroter Narren unter Führung von Reinhard Müller, der als letzter Eisbärjäger Waldbronns auftrat, haben im Beisein der närrischen Waldbronner Abordnungen das Regiment im Rathaus Waldbronn übernommen. Zeuge dieses "erschreckenden" Ereignisses waren neben vielen Gemeinderäten auch Waldbronns Ehrenbürger Martin Altenbach und Martin Taller, der auch in diesem Jahr wieder den Rathausorden gesponsert hatte. Beim traditionellen Narrensturm am Schmutzigen Donnerstag ließ Müller Ortsoberhaupt Harald Ehrler von den "Etzebergdeifel" vorführen, die ihn in seinem Zimmer festnahmen und gefesselt in einen Kessel setzten und vor die versammelte Narrenschar schleppten. Musikalisch umrahmt wurde die Zeremonie vom Musikverein "Harmonie" Etzenrot.
Müller hielt dem Ortsoberhaupt seine Schandtaten vor, besonders sein Streben nach dem Titel Stadt, weil nur sie einen Oberbürgermeister habe. Belege dafür sind nach Müller die Ampelanlage -das Zeichen einer Stadt- und das Streben nach einer Straßenbahn im Ortszentrum. Müller warnte aber, dass Waldbronn dann viel mehr Bürgermeisterstellvertreter und deren Vertreter brauche und hoffte, dass diese Wahlen reibungsloser über die Bühne gingen als im vergangenen Jahr.
Ehrler wehrte sich vor der Schlüsselübergabe, indem er in seiner Rede immer wieder in das Lamento verfiel: "Ja ihr Narren schaut nur her, die Kass der Gemeinde, die isch leer!", um dann fortzufahren: "unsre Bürger, die Regierungspräsidentin un de Landrat, die sitze mir im Gnick, ich kann mich nirgendwo mehr sehe lasse, bin untergetaucht, schlof unner de Brick!" Er versprach, das Loch im Gemeindesäckel zu flicken, "und dann bin ich wieder gern euer Bürgermeister, aber erst ab Aschermittwoch".

Heftig wehrte sich der Bürgermeister gegen Eisbärjäger Reinhard Müller,
der die Herausgabe des Rathausschlüssels verlangte

Danach entspann sich ein heftiges Gerangel um die Herausgabe des überdimensionalen Rathausschlüssels. Aber, wie es das Brauchtum so will, der Etzenroter Narrenfürst gewann und nahm den Rathausschlüssel in Besitz. Danach hielt die vielköpfige Narrenschar Einzug ins närrisch dekorierte Rathaus.

Dort entspann sich im Foyer ein buntes Narrentreiben, zu dem die einzelnen fastnachtstreibenden Vereine und Vereinigungen kurze Beiträge lieferten. Während des bunten Treibens wurden auch der Rathausorden mit Küsschen um viele Hälse gehängt.

Hervorragend unterhielt das Swingtett des Musikverein Etzenrot

Den Löwenanteil der Unterhaltung bestritt aber das Swingtett des Musikverein "Harmonie" Etzenrot, das die frohgestimmte Narrenschar bestens unterhielt, ja sogar das Tanzbein wurde gegen Schluss zu ihren Klängen geschwungen. Dass niemand verhungern und verdursten musste, dafür sorgte eifrig das Rathausteam. Bier und Essen hatten die Bäckerei Richard Nußbaumer, das Waldbronner Lindenbräu und die Brauerei Höpfner gestiftetet. Bis Aschermittwoch regieren jetzt also die Narren im Waldbronner Rathaus.

Gespräche und Fröhlichkeit waren Trumpf beim Narrenempfang

Aufmerksam beobachtet das Rathausteam die Lage an der Getränkefront

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