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02.02.2005 Kanalplanung im AUT

Im Ausschuss für Umwelt und Technik notiert
Planung für Regenwasserkanal vorgestellt
Baubeginn soll nach Kurparkfest sein

Die Entwurfsplanung für die Kanalerneuerung vom Brunnenplatz durch die Pforzheimer, Etzenroter Straße und durch den Kurpark wurde in der Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Waldbronner Gemeinderats vorgestellt. Die Mitglieder nahmen das Planwerk zustimmend zur Kenntnis und beauftragten die Verwaltung, nach Vorliegen der Detailplanungen die Arbeiten öffentlich auszuschreiben. Die Kosten für die gesamte Maßnahme bezifferte Dipl.-Ing. Helmut Müller mit 2,2 Mio. Euro.
"Die Gemeinde hat 2004 das meiste Geld im Boden vergraben, und das wird auch 2005 so sein," erklärte Bürgermeister Harald Ehrler zu Beginn der Sitzung. Man könne die Frage stellen, ob sich die Gemeinde in Zeiten knapper Finanzen solche Projekte überhaupt noch leisten kann. Sicher sei, dass diese Kanalbaumaßnahme mit Fremdmitteln finanziert werden müsse, allerdings seien dies rentierliche Schulden, da sie über die Abwassergebühren wieder hereinkämen.
Dipl.-Ing. Helmut Müller vom planenden Büro stellte anschließend die Entwurfsplanung dem AUT vor. Er stellte zunächst den Bestand an Kanälen im Kurpark vor, wo derzeit fünf Sammler ankommen. Wegen der geplanten Renaturierung des Kurparksees und der Offenlegung des Odenbachs habe man jetzt eine neue Trassenführung gewählt. Allerdings werden nicht mehr benötigte Kanäle nicht ausgebaut, sondern zugemauert und verdämmt.
Der Ortsteil Reichenbach wird komplett im Mischsystem entwässert. Mit der im Jahr 1999 durchgeführten Überrechnung der Ortskanalisation und der daraus abgeleiteten Entwässerungsplanung im so genannten AKP (Allgemeiner Kanalisationsplan) konnte in Teilbereichen des Netzes eine zum Teil erhebliche hydraulische Überlastung nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der Berechnungen decken sich dabei mit der in der Vergangenheit aufgetretenen Überstauereignisse bei Starkniederschlägen.
Von der hydraulischen Überlastung besonders betroffen sind die beiden vom Verteilerbauwerk am Brunnenplatz ausgehenden Ableitungskanäle in Richtung Kurpark. Durch die Kanalauswechslung in der Friedenstraße konnte schon ein erstes Teilstück der erforderlichen Erneuerung der Kanalisation realisiert werden. Um das im weiteren Verlauf noch bestehende hydraulische "Nadelöhr" vorübergehend etwas zu entschärfen, wurde im Zuge der Arbeiten in der Friedenstraße ein ehemaliger Feuerlöschbehälter im Bereich der Grünfläche Brunnenplatz als Puffer genutzt. Dieser konnte jedoch nicht verhindern, dass alleine in 2004 im Bereich eines Kanalstückes im Kurpark bei gewöhnlichen Niederschlagsereignissen zweimal die Schachtdeckel angehoben wurden, was zu nicht unerheblichen Ausspülungen im Gelände des Kurparks  führte.
Gegenstand dieser Entwurfsplanung ist, beginnend am Regenüberlaufbecken im Kurpark einen neuen Mischwasserhauptsammler zu verlegen. Das bestehende Einlaufbauwerk des RÜB ist umzubauen. Die geplante Kanaltrasse verläuft nördlich des Kursees über die vorhandene Grün- bzw. Wiesenfläche in Richtung der Minigolfanlage. Ab hier orientiert sich der weitere Kanalverlauf am bestehenden Wegenetz. Östlich der Tennisplätze verläuft der neue Kanal entlang der südlichen Kurparkgrenze parallel zum bestehenden Sammler. Im Bereich der unteren Parkplatzzufahrt wird sowohl der aus dem Bereich "Heubusch" kommende Kanal gefasst, als auch die Oberflächenentwässerung der Etzenroter Straße aufgenommen. In der Etzenroter Straße erfolgt die Aufdimensionierung des dort vorhandenen Mischwasserkanals. Im Einmündungsbereich der Etzenroter Straße in die Pforzheimer Straße verzweigt sich der Kanal.
In östlicher Richtung wird entsprechend den Ergebnissen des AKP ein Anschlusskanal DN 1000 mm geführt, um die Grundlage für einen Kanalumbau in der Pforzheimer Straße zu schaffen. Der nördliche Strang verläuft im Fahrbahnbereich der Pforzheimer Straße und wird an das bestehende Verteilerbauwerk am Brunnenplatz angeschlossen. Die bestehenden Ableitungskanäle zum Kurpark werden im Bauwerk abgemauert. Die anschließenden Haltungen werden verdämmt. Als Rohrmaterial für den Mischwassersammler sind Stahlbetonrohre vorgesehen. Die Rohrdimension variiert je nach Längsgefälle des Kanals zwischen DN 1400 und DN 2000 mm. Die Anschlussleitungen der anliegenden Gebäude und Straßenentwässerungseinrichtungen werden unter Berücksichtigung der Ergebnisse der durchgeführten Kanal-TV-lnspektion je nach Schadensbild punktuell erneuert. In der Pforzheimer Straße werden die bestehenden Anschlussleitungen an den neuen Mischwassersammler umgeschlossen. Die derzeit bestehenden Anbindungen an den unterhalb der Stützmauer verlaufenden Kanal können somit zukünftig entfallen. Die Anschlussleitungen werden in Steinzeug oder Kunststoff ausgeführt, je nach örtlichem Erfordernis in den Nennweiten DN 150 oder DN 200 mm.
Allerdings machte Müller auch deutlich, dass die Trassenführung im Kurpark noch detailliert festgelegt werden muss, da man sich bemühe, möglichst viele Bäume zu erhalten. Beginnen sollen die Bauarbeiten im September nach dem Kurparkfest beim RÜB Kurpark. Für Pforzheimer und Etzenroter Straße werde die Möglichkeit eines unterirdischen Rohrvortriebs geprüft. Da aber auch die Hausanschlüsse an den neuen Kanal geführt werden sollen, seien Verkehrsbehinderungen kaum zu vermeiden. Die Bauzeit liege bei etwa einem Jahr.
Auf die Pforzheimer und Etzenroter Straße entfielen dabei, so Müller auf eine Nachfrage von Manfred Hübscher (CDU), bei vier bis fünf Monaten. In der Debatte der Ausschussmitglieder fragte Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW), ob das im Gemeinderat bereits diskutierte Wegekonzept nicht in die Planung einfließen solle. Dem erwiderte der Bürgermeister, dass sich an dem vorgesehenen Weg nichts ändere, da im neuen Wegekonzept nur die steilen Wegstrecken geändert werden sollen. Weiter wollte der FW-Gemeinderat wissen, ob bei einer Offenlegung des Odenbachs nicht massive Brückenbauten erforderlich seien, da ja die Wege auch von Langholzfahrzeugen befahren werden müssen. Durchlässe mit Stahlbetonrohren, so Müller, könnten hier den gleichen Zweck erfüllen wie Brückenbauwerke. Schließlich wollte Prof. Kroschel noch wissen, ob die neue Trassenführung teurer komme als die vorherige Planung, bei der der Kanal hinter dem Kurparksee verlief. Die neue Trasse sei günstiger. Die damalige Trasse sei gewählt worden, um am Rande des Kurparks zu bleiben. Auch die Anregung Kroschels, statt Asphalt eine wassergebundene Decke einzubauen, fand keine Gegenliebe. Schon wegen der Rollstuhlfahrer sollte wieder Asphalt eingebaut werden. Überlegt werde noch, für das Kurparkfest kleine Kanäle zu verlegen, in die von den Ständen aus das Abwasser fließen könne.
Zur Ofenlegung des Odenbachs merkte Bürgermeister Harald Ehrler noch an, dass diese Maßnahme in der mittelfristigen Finanzplanung für 2008 stehe. Man erwarte hier auch Zuschüsse von der Wasserwirtschaft. "Die Maßnahme wird durchgeführt, wenn wir es uns leisten können", so der Bürgermeister.
Den Kanal im Kurpark statt im Weg daneben im Grün zu verlegen, war eine Überlegung Roland Bächlein (CDU). Durch die Baustellenfahrzeuge werde der Weg dann ebenfalls so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass diese Maßnahme keinen Vorteil bringe, so dazu Müller, der auf eine Frage von Klaus Bechtel (SPD) auch klar sagte, dass die Kosten für die neuen Hausanschlüsse zu Lasten der Gemeinde als Verursacher gehen. Schwierigkeiten sah der Planer auch bei Anregung von Franz Masino (SPD), den Kanal in der Pforzheimer Straße unterhalb der Stützmauer zu verlegen. Das Fundament der Mauer könne instabil werden, außerdem sei der Durchbruch unter dem Kurhauseingang nur in teurer Handarbeit zu bewerkstelligen. Sicher für einige Zeit gesperrt werden muss die Etzenroter Straße, so Dipl.-Ing. Müller auf eine Frage Bächleins. Etzenrot sei dann von Reichenbach aus nur über das Albtal erreichbar.

Bauantrag für Reiterhof gebilligt
Pläne wurden dem AUT vorgelegt

Wegen des im Entstehen begriffenen Neubaugebiets "Im neuen Heubusch" muss der dort ansässige Reiterhof weichen. Seinen neuen Platz wird er im Busenbacher Gewann "im oberen Wingertfeld" finden. Der Bauantrag, den Jürgen Hemberger vorstellte, umfasst ein Wohngebäude, eine Maschinenhalle, ein Verwaltungsgebäude mit Aufenthaltsraum für die Reiter, eine Reithalle, Stallungen und ein Strohlager. Die Zufahrt wird über den Friedhofsweg in Busenbach erfolgen.
Die Gemeinderäte Kroschel, Bechtel und Bächlein ließen sich mit ihren Fragen noch Details erklären. Da sich aber das Bauvorhaben in die Umgebung einfügt, wurde der Bauantrag vom AUT einstimmig gebilligt.

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