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26.01.2005 Frauenfastnacht in St. Wendelin

Indianer schlichen durchs Pfarrzentrum
Frauengemeinschaft Reichenbach mit buntem Fastnachtsprogramm

Die "Wendelinos" setzten den Schlusspunkt unter ein mehr als vierstündiges Programm

"Der wilde, wilde Westen, fängt gleich hier im Pfarrsaal an ...", sangen die Vorstandsfrauen der katholischen Frauengemeinschaft St. Wendelin Reichenbach zur Eröffnung ihrer Frauenfastnacht im Saal des Pfarrzentrums Ernst Kneis. Dem Motto "Ob Cowboy oder Winnetou, komm zur Frauenfastnacht und schau zu" entsprechend waren sie in wunderschöne Indianerkostüme gekleidet, begrüßten Wendelin mit dem Indianergruß und skalpierten als erstes mit Harald Jung einen der beiden Musiker. Für die stimmigen Kulissen hatte Siegfried Becker gesorgt, während die Kolpingsfamilie für die Saaldekoration verantwortlich zeichnete.
Elisabeth Anderer und Ilse Weber, Häuptlinge vom Stamm der "wilden Hennen"

Walli Anderer bei ihrer Rede als Sonderpreis

begrüßten die Frauen im Saal, unter die sich auch "der Oberhäuptling der Seelsorgeeinheit "lachendes Auge" Pfarrer Josef Dorbath und der Oberhäuptling vom Stamm der "Pleitegeier" Bürgermeister Harald Ehrler und Martina Kastner, Oberhäuptlingsfrau des Dekanats gemischt hatten. Danach ging es in dem mehr als vierstündigen Programm aber Schlag auf Schlag und entsprechend stieg auch die Stimmung im Saal. Und da Pfarrer Josef Dorbath just an diesem Tag seinen 49. Geburtstag feierte, war klar, dass die Indianersquaws ihren Oberhäuptling auf die Bühne holten, um ihm ein Geburtstagspräsent zu überreichen, das zwar klein vom Aussehen aber groß in der Wirkung ist.
Mit Schunkelrunden heizten Harald Jung und Achim Waible dem Saal gehörig ein. Originell auch die Tänze. Eröffnet wurde dieser Reigen durch die Vorstandsfrauen mit ihrem Indianertanz, den Simone Weber einfallsreich einstudiert hatte. Der Mütterkreis, ebenfalls Stammgast bei der Frauenfastnacht, eroberte in der Einstudierung von Alexandra Kunz als Clowns die Bühne. Auch die Kirchenchorfrauen hatten sich mit ihrem Cancan einen effektvollen Auftritt ausgedacht, bei dem die Röckchen nur so flogen.
Als Cowboys erschienen Meta Becker und Elke Kunz trafen mit ihren Colts so manches Ziel im Ortsgeschehen. Ob es um die Verabschiedung von Pfarrer Greulich ging oder die gestiegene Toleranz der Busenbacher -"bei der Seelsorgeeinheit haben sie noch nicht einmal mit Eiern geworfen wie seinerzeit bei der Gründung Waldbronns"- oder ihr Sinnieren über Politiker bis hin zur "Porzellanphobie", sie hatten die Lacher auf ihrer Seite.
Einen Volltreffer landete Waltraud "Walli" Anderer mit ihrem Vortrag als "1. Preis beim Quiz". Gewonnen hatte sie beim Ausflug der Frauen nach Mainz einen Auftritt bei der Frauenfastnacht. Herrlich trocken erzählte sie nicht nur von diesem Ereignis, auch Privates und ihr Arbeitsplatz im Rathaus wurden kritisch hinterfragt. Dabei nutzte sie auch die Gelegenheit, für den Fastnachtsumzug zu werben -"ab drei Leut seid ihr e Grupp"-, erzählte von ihrem Chef dem "Burger King", so heißt Bürgermeister auf Englisch, der erstmals jünger als sie selbst sei, um schließlich festzustellen: "Frauen sind das einig Gute, was Männer an sich haben". Lauter Jubel dankte ihr für den gelungenen Vortrag.

Geburtstag hatte Pfarrer Josef Dorbath, Häuptling lachendes Auge", beim ersten Abend des Frauenfasching

Gleich dreimal erschienen im Programm die beiden allerliebsten Babys Andrea Tretter und Birgit Kunz, die ihre Erkenntnisse mit oftmals abgewandelten Kinderreimen oder Kinderliedern würzten. "Katholisch für Anfänger" war ein Kurs, in dem Annette Vogel als "Chefstewardess" mit ihrem Team Christel Bonsignore, Monika Fang, Magda Kessler, Margaretha Kraft und Elfriede Strack im Stil der Sicherheitseinweisungen im Flugzeug eine Einweisung "in die technischen Raffinessen unserer Kirche" gaben. Eingeleitet wurde diese Nummer durch die beiden Kirchgängerinnen Edith Kunz und Ute Thimm. Als Trude Herr wirbelte Ilse Weber mit einer herrlich schrägen Playback-Nummer über die Bühne.
Auf Spurensuche war Elisabeth Anderer, die auf leisen Sohlen mit ihrer Friedenspfeife

Ilse Weber als Trude Herr

durch St. Wendelin schlich und manche Spuren entdeckte. Beachtlich, was alles so passiert war und wie es Elisabeth Anderer in Reimen glossierte. Margrit Kuderer und Walli Anderer beleuchteten in einem Sketch die Wunschmelodie des Südwestrundfunks, wobei sich die Hörerin schließlich eine Abba-Melodie wünschte, hinter der sich aber etwas ganz anderes versteckte. Flitterwochen im Liegestuhl verbrachten Elfriede Strack und ihr Angetrauter Monika Fang, wobei der Ärmste kaum zur Ruhe kam, so hielt ihn seine geliebte Frau in Trab.
Roswitha Bichler als Thussnelda von der Himbeerranch berichtete von den verschiedenen "Genen" der Männer und hatte die Erkenntnis parat: "Ekstase spielt sich in der Küche ab, es ist, wenn der Mann die Frau zum Kochen bringt!" Die Reichenbacher Bäuerin Edith Kunz hatte der studierten Ökologin Ute Thimm einiges zu berichten über die Kartoffelernte, bei der sie je nach Bearbeitung des Feldes Pellkartoffeln, Pommes Frites oder Kartoffelbrei erntete. Gibt's nun zum Abendessen eine Pizza oder nicht? Dieser bewegenden Frage ging das Ehepaar Annette Vogel und Ilse Weber nach, wobei nicht klar war, ob sie nun Hunger haben oder nicht. Mit den verschiedensten Bestellungen stellten Martina Becker, Magda Kessler, Margaretha Kraft und Edith Kunz das Apothekerpaar Birgit Kunz und Christl Bonsignore auf die Probe.

Ilse Weber und Annette Vogel als unentschlossenes Ehepaar: Pizza Ja oder Nein?

An ihren Hochzeitstag vor 20 Jahren erinnerten sich Annette Vogel und Ilse Weber. Gar nicht mehr appetitlich war zum Schluss Andrea Tretter als elegante Dame an der Bar, der der Barkeeper Christl Bonsignore kräftig den Hof machte. Viel zu erzählen hatten sich auch Karline Mechthilde Schall und Thekla Roswitha Bichler. Vom eigenen Geschäft im Rathausmarkt über Gymnastik im Rathaus bis zur FKK-Kur -Friss keinen Kuchen- war alles vertreten und mündete in das Gebet: "Lieber Gott, mach mich blind, dass ich Männer herrlich find!"

Edith Kunz und Ute Thimm auf dem Kartoffelacker

Den Schlusspunkt setzten wie in jedem Jahr die "Wendelinos" mit Elisabeth Anderer, Martina Becker, Christl Bonsignore, Monika Fang, Magda Kessler, Margaretha Kraft, Birgit Kunz, Edith Kunz, Elfriede Strack, Ute Thimm, Andrea Tretter und Annette Vogel, kurz alle Vorstandsfrauen der Frauengemeinschaft. In den Texten von Elisabeth Anderer und Andrea Tretter hatten sie mit ihren musikalischen Leitern Harald Jung und Robert Waible wieder so einiges aufgespießt, was in der Pfarrgemeinde passiert war. Von einer klemmenden Autotür über vertauschte Namenszettel nach einem Unfall bis zum Fitness-Training der Frauen war alles notiert und musikalisch verpackt worden.

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