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24.11.2004 Ausschuss für Umwelt und Technik

Fernsehstudio in Waldbronn
1.700 qm der Fabrikhalle in Neurod werden umgewidmet

Ein Fernsehstudio mit Veranstaltungsraum soll demnächst in die denkmalgeschützte Fabrikhalle in Neurod einziehen.

 

 

Das städtebauliche Einvernehmen für ein Fernsehstudio mit Veranstaltungsraum und Gastronomie in Waldbronn hat der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner jüngsten Sitzung einstimmig erteilt. Dazu soll eine Teilfläche der denkmalgeschützten Fabrikanlage in Neurod umgewandelt werden.
Von den rund 10.000 qm Gesamtfläche der ehemaligen Fabrikhalle soll zunächst 1.700 qm der neuen Nutzung zugeführt werden. Für die eigentliche Fernsehtechnik mit Studio, Schneideräumen, Regieraum und anderen Technik- und Verwaltungsräumen sind rund 350 qm vorgesehen. Der Veranstaltungsraum für bis zu 650 Besucher mit Gastronomie und Nebenräumen wird etwa 1.250 qm groß.
Der Investor beabsichtigt, zusammen mit Partnern eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "MP - TV" zu gründen, deren Sitz Waldbronn sein wird. In den Räumen sollen vor allem Volksmusiksendungen und Sendungen mit Interpreten klassischer Musik produziert werden. Gedacht ist auch an die Produktion von Berichten und Reportagen über aktuelle Ereignisse aus der Region.
Bürgermeister Harald Ehrler, der wegen eines auswärtigen Termins die Sitzung nicht leiten konnte, ließ aber erklären, dass er dem Investor danke. Ein Medienzentrum passe hervorragend in das ökologisch sensible Albtal. Dabei handle es sich ausschließlich um eine private Investition, denn weder Gemeinde noch Land unterstützten die Ansiedlung durch Fördergelder oder aus Steuermitteln.
Wörtlich erklärte Waldbronns Bürgermeister dazu: "Hier geht ein Investor ein wirtschaftliches Risiko ein, weil er in dem Unternehmensaufbau eine Chance sieht und nicht, weil er Fördermittel erhält."
In der Sitzung des AUT betonte Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle zu beginn, dass der Investor in den vergangenen Jahren durch viele Investitionen das denkmalgeschützte Gebäude im Albtal vor dem Verfall rettete. Dem Bauvorhaben stünden keine rechtlichen Bedenken entgegen. Auf dem Gelände stünden 10 Bus- und rund 80 PKW-Stellplätze zur Verfügung.
Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW) -"Leben tut dem Gemäuer gut"- betonte, dass man einen Unternehmer, der plant, nicht stoppen soll. Problematisch könnte die Verkehrsanbindung werden. Durch eine einfache Lösung ließe sich hier bei Bedarf Abhilfe schaffen. Kroschel erinnerte dabei an seinen Vorschlag einer Fußgängerampel, die von Zeit zu Zeit auf Rot schaltet. Auch Klaus Bechtel (SPD) sah den Schwachpunkt bei der Einfahrt und fragte nach der der Gemeinde vorliegenden Stellungnahme der Polizei. Ebenfalls Probleme mit dem Verkehr sah Willi Becker (CDU) voraus. Er hob aber auch hervor, dass die Zufahrt zum größten Teil auf Privatgelände liegt.
Gerhard Knobloch (Bündnis90/Die Grünen) hegte zwar auch Bedenken wegen der verkehrlichen Situation, doch wegen der guten Erfahrungen mit dem Investor in den zurückliegenden Jahren stimme er zu. Für Franz Masino (SPD) war der Knackpunkt, dass auf die Gemeinde in den kommenden Jahren keinerlei Kosten zukommen, was Roswitha Bichler (CDU) als etwas "blauäugig" ansah. Sie befürchtete, dass durchaus in den kommenden Jahren Auflagen zum Umbau des Kreuzungspunktes erlassen werden könnten. Allerdings habe das mit der baurechtlichen Frage nichts zu tun.
Helmut Völkle fasste vor der Abstimmung noch einmal zusammen, dass keinerlei öffentliche Mittel von Gemeinde oder Land fließen werden. Für Waldbronn biete sich die Chance, Medienstandort zu werden.

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