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06.11.2004 Chamäleon spielt Michael Cooney

"Und ewig rauschen die Gelder"
VHS-Gruppe "Chamäleon" spielt Michael Cooney

Szene aus "Und ewig rauschen die Gelder" mit (v.li.) Silvia Pfisterer, Birgit Garbatzki, Norbert Ried, Anna Lindenau, Gerd Kiecherer, Peter Seiler und Veronika Köppen.

Ein brandaktuelles Thema in Zeiten von Hartz-IV hatte sich "Chamäleon", die Theatergruppe der Volkshochschule Waldbronn, für ihr neuestes Projekt ausgesucht. Überbordende Sozialhilfeleistungen -Invaliden-, Alters- und Witwenrente, Schlechtwettergeld, Krankengeld, Umzugskosten, Sterbegeld, Geld für Schulmilch, Summa Summarum die englische Krankheit- das alles erhält Eric Swan im Überfluss.
Es kommt, wie es in einer Farce kommen muss: die Sache eskaliert und treibt immer seltsamere Blüten, als urplötzlich mit Miss Jenkins eine Prüferin vom Sozialamt vor der Tür und bald auch in der Wohnung steht. Keiner weiß mehr so genau, wer er ist und ob er selbst im Augenblick noch lebt. Nicht verraten werden soll aber der überraschende Schlussgag nach zwei mehr als vergnüglichen Stunden, als alles auf die finale Katastrophe zuzutreiben scheint.

Szene mit (v.li.) Peter Seiler,  Gerd Kiecherer und Norbert Ried

Geschrieben hat "Cash on Delivery", so der englische Originaltitel, Michael Cooney, und wem der Name bekannt vorkommt, der liegt nicht ganz falsch. Es ist der Sohn von Ray Cooney, dem Autor von "Außer Kontrolle", das "Chamäleon" 2002 gespielt hat. Und wie sein Vater versteht es auch Michael ein eher ernstes Thema slapstickartig für die Boulevardbühne aufzubereiten. Die Farce "Und ewig rauschen die Gelder" hat alles, was zu diesem Genre gehört: sie gibt den Akteuren auf der Bühne Futter für ihre Spielfreude und, gut und mit Tempo wie in Waldbronn gespielt, ist auch der Erfolg beim Publikum sicher.

Szene mit (v.li.) Peter Seiler, Klaus Schroff, Gerd Kiecherer und Sabine Batke

Mit schnellen Auf- und Abtritten herrscht im Hause Swan ständig Leben. Unter den Bewohnern ist zunächst einmal Gerd Kiecherer als überzeugend agierender Eric Swan und Birgit Garbatzki als seine leidgeprüfte Frau Linda zu nennen. Ein Trumpf neben Kiecherer ist auch Peter Seiler als Untermieter Norman Bassett, der sehnsüchtig auf seine Verlobte Brenda Dixon, neu im Ensemble Silvia Pfisterer, wartet und von einer kritisch-komischen Situation in die Nächste taumelt. Aber auch Norbert Ried als Uncle George kann "dem Affen kräftig Zucker geben".

Szene mit (v.li.) Sabine Batke, Peter Seiler, Norbert Ried und Gerd Kiecherer

In dieses irre Geschehen kommen von außen Sabine Batke als beharrliche Miss Jenkins, Prüferin vom Sozialamt, der zum Schluss auch noch Misstress Cowper (Anna Lindenau) als ihre Vorgesetzte zu Hilfe zu eilen versucht. Aber als ob das noch nicht genug wäre, taucht auch noch Veronika Köppen als Eheberaterin Dr. Chapman -"Partnerschaftsmoderatorin"- auf, und die Bestattungsunternehmer Forbright & Forbright (Klaus Schroff und Martin Kage) versuchen letztlich vergeblich eine "Leiche" abzutransportieren, die überhaupt nicht tot ist. Und in dem ganzen Tohuwabohu geistert auch noch Petra heiker als Sozialarbeiterin Sally Chessington herum, die den trauernden Hinterbliebenen beistehen will.
Die Inszenierung des rasanten Geschehens hatten Gerd Kiecherer und die Mitglieder der Gruppe besorgt. Hinter der Bühne und im Vorfeld wirkten Patricia Keller (Maske), Martin Kage, Norbert Ried (Bühne und Technik), Franz Wallisch (Inspizient und Souffleur) und Karl-Heinz Batke (Beleuchtung) am Erfolg mit.

Szene mit (v.li.) Petra Heiker, Martin Kage, Norbert Ried, Klaus Schroff, Anna Lindenau und Sabine Batke

Die sehenswerte Aufführung wird noch insgesamt fünfmal gespielt: Sonntag, 14. November, Samstag, 20. November, Sonntag, 21. November, Samstag, 27. November und Sonntag, 28. November. Die Vorstellungen, jeweils im Saal des Kulturtreff Waldbronn beginnen samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Volkshochschule Waldbronn, Stuttgarter Straße 25a, Tel. 07243-69091.

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