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01.11.2004 Steinkreuz in Reichenbach restauriert

Steinkreuz erstrahlt in neuem Glanz
Obst- und Gartenbauverein Reichenbach sorgte für Restaurierung

Michael Huber beim Abbau des Kreuzes

Steinkreuze sind Zeugen. Sie können als Sühnekreuze erinnern an unheilvolle Geschehnisse in der Vergangenheit, sei es an einen Mord oder ein Unglück. Sie können aber von ihren Stiftern auch einfach nur "Gott zu Lob und Ehr" aufgestellt worden sein. Auch in Waldbronn stehen mehrere dieser steinernen Zeitzeugen. Im Lauf der Jahrzehnte hat an ihnen der Zahn der Zeit kräftig genagt. Und auch jetzt haben sich "Stifter" gefunden, die für den Erhalt dieser Denkmale sorgen. Die Kreuze in der Reichenbacher Kronenstraße und bei der Kochmühle im Albtal sind dafür beredte Zeugen.

Nun erstrahlt ein weiteres Kreuz in schönstem Glanz. Der Obst- und Gartenbauverein Reichenbach hatte beschlossen, einen Beitrag zur Erhaltung der Steinkreuze im Ort zu leisten und das Kreuz in der Stuttgarter Straße restaurieren zu lassen. Als das Vorhaben bekannt wurde, kamen weitere willkommene Helfer dazu. Bäckermeister Richard Nußbaumer unterstützte das Vorhaben mit einer namhaften Spende. Franz Masino, Inhaber des gleichnamigen Baugeschäfts, erklärte sich bereit, für das Kreuz ein neues Fundament zu setzen. So konnte dann im Juli der Auftrag an den Oberkircher Steinbildhauermeister Michael Huber gehen, das Kreuz in der Stuttgarter Straße zu renovieren. Michael Huber hat bereits die beiden vorher schon erwähnten Steinkreuze restauriert und auch neue Bildstöcke und Denkmale in Waldbronn geschaffen.

Beim Werkstattbesuch in Oberkirch (v.li.) Wolfgang Kraft, Monika Kraft, Siegfried Becker, Konrad Pabst, Peter Sarbacher, Peter Putz und Manfred Hammer vor dem restaurierten Kreuz.

Im Juli, so Vorsitzender Manfred Hammer im Gespräch, war es dann soweit, dass das Kreuz abgebaut werden konnte. Michael Huber zerlegte es fachmännisch in seine vier Teile und transportierte es in seine Werkstatt nach Oberkirch. Im September konnte dann eine Abordnung aus Reichenbach das fertige Werk besichtigen. Dieser Delegation gehörten vom Obst- und Gartenbauverein Reichenbach Vorsitzender Manfred Hammer, sein Stellvertreter Peter Putz, Schriftführer Wolfgang Kraft und seine Frau Monika, Bezirksvorsitzender Siegfried Becker sowie Peter Sarbacher und Konrad Pabst an. Am 28. September schließlich war es soweit, dass das restaurierte Kreuz vor dem inzwischen auch renovierten Haus in der Stuttgarter Straße wieder seinen Platz fand.

Geweiht wurde das restaurierte Steinkreuz in der Stuttgarter Straße in Reichenbach durch Pfarrer Josef Dorbath, daneben Wolfgang Hanel, der über die Geschichte der Steinkreuze sprach


In einer Feierstunde wurde es jetzt von Pfarrer Josef Dorbath gesegnet, die umrahmt wurde durch den Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot unter der Leitung von Willi Becker und Doreen Maisch (Querflöte) und Almut Schneider (Gitarre) von der Musikschule Waldbronn. Neben den bereits erwqähnten Spendrn hat Matthias Taller eine Kassette anfertigen lassen, die in den Sockel des Kreuzes eingemauert wird. Für den Blumenschmuck sorgte die Gärtnerei Kraft.
Pfarrer Josef Dorbath erinnerte daran, dass das Kreuz "kein Marterpfahl" sei, sondern eine Liebeserklärung Gottes an uns Menschen. Auf die Geschichte des Steinkreuzes ging Wolfgang Hanel ein. Das Kreuz sei 1810 von F.J. Reiser und seiner Ehefrau Anna-Maria, geb. Nußbaumer gestiftet worden, deren ältere Schwester bereits das Kreuz in der Kronenstraße stiftete. Die Gründe für die Stiftungen seien nicht bekannt, doch sei es sicher kein Zufall, dass innerhalb von sieben Jahren zwei Steinkreuze von der gleichen Familie errichtet wurden., zumal auch das Kreuz im Albtal auf diese Familie verweise.

Wolfgang Hammer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Reichenbach, ging bei der Kreuzweihe auf die Geschichte ein, rechts Pfarrer Josef Dorbath, links neben dem Kreuz Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle

OGV-Vorsitzender Manfred Hammer hob hervor, Anstoß zu dieser Aktion sei die Weihe des Kreuzes in der Kronenstraße gewesen. Daraufhin habe der Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins beschlossen, das Kreuz in der Stuttgarter Straße restaurieren zu lassen und auch dafür den Oberkircher Bildhauer Michael Huber gewinnen können.
Bildhauermeister Michael Huber ging auf die Restaurierungsarbeiten ein, bei denen einmal der Sandstein von vier Farbschichten befreit werden musste, aber auch statische Probleme des Kreuzes zu lösen waren. Die jetzige Kolorierung komme dem Urzustand sehr nahe. Für die Gemeinde Waldbronn sprach Bürgermeisterstellvertreter Helmut Völkle, der dem Obst- und Gartenbauverein Reichenbach für diese Initiative dankte, zumal Aktive des Vereins schon seit Jahren das Kreuz am Ortseingang zu Reichenbach pflegen. Zu danken gelte es aber auch allen Sponsoren. Diese Aktion sei ein Beispiel für gelungene Ortsbild- und Heimatpflege.

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