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16.09.2004 Roy Matson vor 50 Jahren verunglückt

Gedenken an toten US-Soldaten
Roy Matson verlor vor 50 sein Leben in Busenbach

Gedenkminute am Ehrenmal in der Busenbacher Bahnhofstraße mit (v.li.) Anton Gramlich, Hans-Joachim "Jack" Hoffner, Bürgermeister Harald Ehrler, der ehemalige "Dickhäuter" Albert Olbrechts und Ehrenbürger Martin Altenbach.

"Wer war Roy Matson?" fragte Bürgermeister Harald Ehrler  bei einer kleinen Feierstunde am Denkmal in der Busenbacher Bahnhofstraße. Hier bauten vor 50 Jahren Soldaten des 291. US-Pionierbataillons die Straße aus, bis dahin bei den Anwohnern wegen ihres Belags nur "Rußweg" genannt.
Ein Anwohner erinnert sich noch genau, wie es an diesem 16. September plötzlich einen lauten Knall gab. Er sprang auf die Straße und sah mehrere Personen, die auf eine Planierraupe zusprangen. Mit ihnen zusammen barg er den noch nicht einmal 20-jährigen amerikanischen Soldaten Roy Matson. Darunter war auch Hans-Joachim Hoffner, genannt "Jack", deutscher Verbindungsoffizier zu den Amerikanern, der ebenfalls an der Feierstunde teilnahm.
Der junge US-Soldat Roy Matson, es war sein erstes eigenes Projekt, wie Jack Hoffner erzählte, war mit seiner Planierraupe auf eine Mine gefahren, die seit Ende des zweiten Weltkriegs unbemerkt im Schlackenbelag der Bahnhofstraße lag. Von der Kette wurden Glieder abgesprengt, eines davon traf Roy Matson am Kopf, er war wohl sofort tot.

Das Denkmal in der Bahnhofstraße

Das Unglück löste in Busenbach tiefe Betroffenheit aus. Die amerikanischen Soldaten, die in Busenbach schon mehrfach im Einsatz waren, unter anderen beim Ausbau der Hellenstraße und bei der Anlage des alten Sportplatzes, waren im Ort sehr beliebt. Begeistert waren vor allem die Kinder. Sie fuhren mit den Soldaten auf den Raupen mit und zwei von ihnen waren davon so begeistert, dass sie wie Bernhard Weber später die Raupe zu ihrem Beruf machten. "Zwei Raupenfahrer wurden in diesen Jahren geboren", so Weber. Eine gute Fügung allerdings war es, dass zum Unglückszeitpunkt die Kinder noch in der Schule waren.
Die Gemeinde Busenbach errichtete an etwa der Stelle in der Bahnhofstraße ein Denkmal, an der das Unglück geschah. Eine tragische Note bekam der tödliche Unfall noch dadurch, dass der damalige Bürgermeister Heinrich Werner genau zwei Tage im Amt war. Er war es auch, der Ehrenbürger Martin Altenbach auf die 50. Wiederkehr des tragischen Ereignisses aufmerksam machte. Wegen seiner angegriffenen Gesundheit allerdings konnte Busenbachs Altbürgermeister Werner an der Feierstunde nicht teilnehmen.
Die Gedenkminute wurde von Anton Gramlich, Vorsitzender des Polizeimusikkorps Karlsruhe, auf der Trompete mit der Melodie begleitet, die beim Tod von US-Soldaten traditionell als letzter Gruß gespielt wird. Bürgermeister Harald Ehrler versprach namens der Gemeinde, das kleine Denkmal auch weiterhin zu pflegen und in Ehren zu halten.

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