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31.08.2004 15 Jahre Radiomuseum

Lossau-Gerät als Rarität im Radiomuseum
Manfred-Schneider-Ecke um Tafel ergänzt

Im Beisein von Wilma Schneider und ihrer Familie übergab Bürgermeister Harald Ehrler dem Radiomuseum eine Tafel mit den wesentlichen Daten über Manfred Schneider, den Begründer des Waldbronner Radiomuseums.

Seit 15 Jahren besteht jetzt das Radiomuseum Waldbronn. Aus diesem Anlass wurde jetzt für eine Manfred-Schneider-Ecke eine Gedenktafel übergeben, die zusätzlich zu seinem Bild auf den Gründer des Museums hinweist und den Text trägt:
"Manfred Schneider, der Gründer des Radiomuseums wurde am 27. Januar 1927 in Baden-Baden geboren. In Ermangelung eines Studienplatzes absolvierte er zunächst eine Lehre als Rundfunkmechaniker. Nach dem Studium der Nachrichtentechnik arbeitete er bei Siemens und später beim Südwestfunk. Seine Leidenschaft für alte Radiogeräte führte am 5. September 1989 zur Gründung des Radiomuseums. Sie können hier im Museum 400 Geräte und Ausstellungsstücke bewundern, die er gesammelt hat. Leider ist Manfred Schneider am 27. August 1999 viel zu früh verstorben."
Im Beisein von Wilma Schneider, der Witwe von Manfred Schneider, übergab Bürgermeister Harald Ehrler die Tafel. Sie erinnert an den Gründer des Museums, der bis zu seiner Pensionierung Abteilungsleiter im Bereich Hörfunkprojektierung beim Südwestfunk Baden-Baden war. Bereits während seiner Zeit beim Rundfunk begann er Radios zu sammeln. Als dann zu Hause der Platz nicht mehr ausreichte, wandte er sich mit der Idee eines Radiomuseums an Waldbronns Bürgermeister Martin Altenbach, der die Idee begeistert aufgriff. In der Stuttgarter Straße 25 waren auch bald die passenden Räume gefunden. Manfred Schneider konnte das Museum, zunächst nur im Obergeschoss, noch selbst einrichten, zur Seite stand ihm schon damals Theresia Meister, die noch heute im Team des Radiomuseums aktiv ist.

Theresia Meister (re) und Wilma Schneider mit der Gedenktafel.

Nach dem Tod des Gründers lebt sein Werk im Radiomuseum fort, in dem aus der 700 Radios umfassenden "Sammlung Schneider" 450 Geräte dauerhaft ausgestellt sind. "Alle Geräte sind voll funktionsfähig", hebt Theresia Meister nicht ohne Stolz hervor.
Mit der Gemeinde wurde inzwischen eine Vereinbarung geschlossen, wie Wilma Schneider berichtet. Danach bleiben die Geräte Eigentum der Familie Schneider, gehen aber als Dauerleihgabe an das Radiomuseum in der Stuttgarter Straße.

Ein seltenes Stück übergab Fr. Lossau dem Museum. Von diesem Gerät wurden nach dem Krieg gerade einmal 200 Stück hergestellt.

Noch einen weiteren Grund zum Feiern hatte das Team des Radiomuseum mit Theresia Meister, Ellen Schäufele und Edgar Hofmann. Fr. Lossau übergab ein Radiogerät der Firma Krone und Lossau, das in einer Stückzahl von 200 Exemplaren unmittelbar nach dem Krieg unter geradezu abenteuerlichen Umständen von Heinz G. Lossau, dem Gründer der Polytec GmbH, in Berlin gebaut wurde. Da die russischen Besatzungstruppen alle Rundfunkgeräte einsammelten, organisierte Heinz Lossau zusammen mit seinem Studienkollegen Krone gebrauchte Teile und baute sie zu Radiogeräten zusammen. Sie gründeten dafür die Firma "Krone und Lossau". Der Preis für ein solches Radiogerät waren keine Scheine, es wurde bezahlt mit 2 kg Kaffee, oder 2 kg Butter oder 2 Stangen Zigaretten. Heute gibt es davon nur noch zwei Geräte, und eines ist jetzt im Waldbronner Radiomuseum zu sehen.

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