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11.07.2004 Kammerorchester musizierte

Von Johann Stamitz bis Claude Debussy
Kammerorchester der Musikschule mit anspruchsvollem Programm

Das Kammerorchester der Musikschule Waldbronn mit der Solistin Claudia Karsch (Harfe).

Neue musikalische Dimensionen erschloss sich das auf mittlerweile 23 Musikerinnen und Musiker angewachsene Kammerorchester der Musikschule Waldbronn unter der Leitung von Toni Reichl bei seinem jüngsten Konzert. Werke der "Mannheimer Schule", der Spätromantik und des Expressionismus standen auf dem Programm.
So recht zum Einspielen geeignet war das Orchestertrio von Johann Stamitz, dem Begründer der "Mannheimer Schule". Die vier Sätze "Presto assai", "Lento", "Menuetto" und "Prestissimo" wurden klangschön dargeboten. Vor allem der letzte Satz beeindruckte durch die leichtfüßig dargebotenen schnellen Tempi, die der Dirigent anschlug und bei denen die Musiker gekonnt folgten.
Das Hauptwerk des Abends waren sicher die "Dantes pour Harpe avec accompagnement d'orchestre a cordes" des französischen Expressionisten Claude Debussy. Die beiden Sätze mit "Danse sacrèe" und "Danse profane" überschrieben leben aus der Stimmung der Tonfarben. Den technisch schwierigsten Part hatte dabei die Solistin Claudia Karsch mit der Harfe Die junge Pforzheimerin bewältigte die technischen Schwierigkeiten dieses Stücks brillant und ausdrucksstark. Kein Wunder, dass der starke Beifall schon hier zu einer Zugabe führte. In dem Zyklus "Märchenbilder" von Karl Komzák ist der Satz "Märchen" für Streichorchester und Harfe geschrieben, mit einem fröhlichen, tänzerischen Zwischenteil, bei dem die tiefen Streicher mit ihren Pizzicati den Rhythmus vorgaben.
Das "Lyrische Andante für Streichorchester" des der Spätromantik zuzuordnenden Max Reger wurde klangschön und ausdrucksstark interpretiert. Das Orchester beeindruckte hier besonders durch die besseelt vorgetragenen Pianopassagen. Ungarische Volksmelodien hatte der 1960 gestorbene Leo Weiner in seinem viersätzigen "Divertimento No. 2 in a-moll op. 24" verwendet. So hieß der erste Satz "Tempo Dienstag Csárdás" und wurde auch rhythmisch akzentuiert dargeboten. Im "Allegretto scherzando" wechselte das Hauptthema in quirlender Leichtigkeit mit schnellen Pizzicatopassagen. Im abschließenden "Allegro" mit seinem vorwärtsdrängenden Hauptthema konnten die Musiker nochmals unter Beweis stellen, dass sie vom Piano bis zum klangschönen Forte alle Schattierungen beherrschen. Das Publikum dankte dem Orchester und seinem Dirigenten mit langanhaltendem Applaus, so dass eine Zugabe fast zwingend war. Ausgewählt hatte das Kammerorchester dafür den Satz "Volkslied" aus dem Zyklus von Karl Komzák.

Herzlichen Glückwunsch
Toni Reichl zum Kammermusiker ernannt

Toni Reichl ist seit vielen Jahren Dirigent des Kammerorchesters der Musikschule Waldbronn. Er hat in dieser Zeit das Ensemble aus vielen musikbegeisterten Laien zu einem beachtlichen Klangkörper geformt. Beim jüngsten Konzert im evangelischen Gemeindezentrum war dies gerade wieder eindrucksvoll zu erleben. Reichl ist darüber hinaus auch schon lange als Violinlehrer an der Musikschule Waldbronn tätig. Im Hauptberuf ist Toni Reichl Mitglieder Badischen Staatskapelle Karlsruhe und ist stellvertretender Stimmführer der zweiten Violinen.
Vom baden-württembergischen Minister für Wissenschaft und Kunst erhielt er im Badischen Staatstheater  jetzt die Urkunde, mit der er zum Kammermusiker ernannt wurde.

 

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