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15.02.2002 Veränderungen im Kurpark Waldbronn

Noch ruhig ist es in diesen Tagen im Waldbronner Kurpark. Bald aber soll er noch attraktiver werden, da durch die Vorschläge von Robert Mürb der Parkcharakter noch stärker betont werden soll.

Noch ruhig ist es in diesen Tagen im Waldbronner Kurpark. Bald aber soll er noch attraktiver werden, da durch die Vorschläge von Robert Mürb der Parkcharakter noch stärker betont werden soll.

Mit "Silberner Axt" durch Kurpark

Prof. Robert Mürb schlägt Veränderungen vor

Vor rund 30 Jahren wurde der Kurpark Waldbronn angelegt, der damals aber noch Kurpark Reichenbach hieß. Planer für diese Anlage war der Karlsruher Landschaftsarchitekt Prof. Dipl. Ing. Robert Mürb.
Das vorhandene Gelände, so erinnert sich Mürb, wurde teilweise als Wiese, teilweise noch als Ackerfläche genutzt. Auf dem gesamten Geländer war ein mehr oder weniger dichter Obstbaumbestand vorhanden. Auftrag war, mit sparsamen Mitteln Wege anzulegen, Angebote zum Spielen zu schaffen und in der Talsohle einen Teich anzulegen.
Bei der Gestaltung des Kurparks wurden die vorhandenen Obstbäume zum Teil erhalten, da sie den Charakter dieser Landschaft bestimmten. Zusätzlich wurden Baumgruppen aus einheimischen Baumarten wie Eiche, Buche, Ahorn, Linde gepflanzt. Um Schatten für die Wege zu geben wurden diese Pflanzungen durch schnell wachsende Bäume wie Platanen oder Tulpenbäume ergänzt.
Später wurden dann auf Anweisung der jeweiligen Bürgermeister von der Gemeindegärtnerei Gruppen von Mammutbäumen und eine Alle aus Fächerbäumen, Gingko biloba, gepflanzt. Diese Pflanzungen erfolgten mit sehr geringen Abständen, wobei aber auch die ursprünglichen Baumgruppen schon verhältnismäßig dicht gepflanzt waren. Dies wurde unternommen, um möglichst rasch das fertige Bild einer Parkanlage zu erzielen. Allerdings wurde bei den Nachpflanzungen nicht immer auf die Raumwirkungen geachtet, wie Prof. Mürb kritisiert. Wichtige Blickbeziehungen innerhalb des Parks und auch zur umgebenden Architektur des Ortskerns wurden zugepflanzt.
So entstand zum Teil ein waldartiger Charakter. Durch vorsichtige Herausnahme von Einzelbäumen soll der Kurpark jetzt wieder mehr zum Park gestaltet werden, wobei das Motto von Fürst Pückler, er schuf große Parkanlagen in Ostdeutschland, beachtet werden soll: In einer Parkanlage muss mit "Silberner Axt" gelichtet werden. Im gesamten Kurpark sollten deshalb noch in diesem Frühjahr dort einzelne Bäume herausgenommen werden, wo sie besonders dicht stehen, ohne allerdings die inzwischen gewachsenen Ensembles zu zerstören. Es soll vielmehr so Platz geschaffen werden, dass die für den Park wichtigen Bäume sich wieder freier entfalten können. Die jetzt vielleicht entstehenden Lücken werden in einigen Jahren von den verbleibenden Bäumen wieder ausgefüllt.
Vorgeschlagen werden die geplanten Maßnahmen vom Planer des Kurparks Prof. Robert Mürb. Eine Kommission unter Leitung des Bürgermeisters sowie Fachleuten aus Forst- und Gemeindeverwaltung und des BUND werden die Maßnahmen vor Ort beraten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat sich am 30. Januar bereits die Situation im Kurpark bei einem Rundgang erörtert und auch einige Veränderungen am Entwurf vorgeschlagen.
Wichtig scheint noch der Hinweis, dass nicht nur Bäume entfernt werden sollen, sondern dass auch Ersatzpflanzungen durchgeführt werden. So sollen an freien Stellen in der Nähe der Parkplätze sollen einzelne Obstbäume gepflanzt werden, um an den ursprünglichen Charakter des Geländes zu erinnern. Daneben sollen aber einheimische Bäume zukünftig stärker diesen Charakter betonen, ohne auf die vorhandenen Exoten zu verzichten.

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