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12.02.2002 Faschingsumzug: Bilder und Text

Laternen in Ehrler-Blau und Gertelbach-Dämonen aus Bühlertal.

Laternen in "Ehrler-Blau" und Gertelbach-Dämonen aus Bühlertal.

Närrischer Lindwurm fraß sich durch Waldbronn

Tausende von Narren verfolgten Zug am Rande der Straßen

Der Kontrast zwischen Umzug und Wetter war gewaltig: ein schöner Umzug, aber mieses Wetter lassen die Frage aufkommen: Hat die neue "Waldbronner Regierung" keine so guten Verbindungen zu Petrus? Immerhin 74 Gruppen mit gut 1.000 Mitwirkenden bewegten sich am Faschingsdienstag durch die Straßen der Kurgemeinde, aber auch am Umzugsweg standen zahlreiche frohgestimmte Narren, die sich vom feuchtnassen Wetter nicht abschrecken ließen. Närrisches Kolorit gaben dem Umzug die zahlreichen Gruppen aus der Bühler Gegend mit ihren ins alemannische zielenden Masken und Kostümen. Im Vorfeld schon hatte Organisatorin Waltraud Anderer auf dem Waldbronner Rathaus alle Hände voll zu tun, um die große Anzahl an Gruppen so zu sortieren, dass es ein abwechslungsreicher Zug wurde.
Eröffnet wurde der Zug vom Ettlinger Carnevals-Verein mit Lauerturmgarde, Roten Funken und Dohlenahze, gefolgt vom Fanfarenzug des JRK Busenbach mit schmissigen Klängen. Den "Griewewurscht-Express Rathausmarkt" hatte der Gesangverein Busenbach gestartet, dem Wagen folgten mehrere Fußgruppen, der Frauenchor verteilte wieder eifrig Griewewürscht, das Busenbacher Symbol. Freude herrschte beim FC Busenbach, dass der Aldi-Platz wieder bespielbar ist und auch die Roten Teufel des FCB freuten sich sichtlich darüber.
Die Kommunalpolitik glossierte der TV Busenbach mit dem Bürgermeister am Marterpfahl: "Wird die Steuerlast zur Qual, kommt der Bürgermeister an den Marterpfahl". Auch der Obst- und Gartenbauverein Reichenbach hatte mit den blauen Laternen –"Ehrler Blau"- und dem Blumenschmuck –"Unser Bürgermeister lässt Blumen sprechen"- ein kommunalpolitisches Thema. Mit großem Aufgebot war auch wieder die Faschingsgesellschaft Auerbach in Waldbronn.
Mit großem Aufgebot marschierte Musikverein "Lyra" Reichenbach mit Jugendkapelle, Kinder- und der "goldigen" Jugendgarde und den Tanzmäusen, der Kapelle und dem Elferratswagen. Ihnen folgten die Schielberger Landfrauen und die AH-Hexen des TSV Reichenbach, die mit den Zuschauern wieder ihren Schabernack trieben. Ein riesiges, rauchendes Gespensterschloss hatte der TSV Reichenbach auf seinen Wagen gezaubert. Freundliche Masken trugen die "Ettlinger Moschdschelle" zur Schau. Die "Narren der Bergstaaten Bühlertal" hatten nicht nur einen Fanfarenzug, sondern auch ihre Gelbe und die Rote Garde sowie die "Keschtebengler" und ihren großen Elferratswagen nach Waldbronn geschickt.
Nicht fehlen durften auch die Waldbronner Hexen, denen die "Gertelbach Dämonen" aus Bühlertal mit ihren malerischen Kostümen folgten. Die freundlichen "Bohnegringel" der GroKaGe Ettlingenweier erinnerten an ihr 22-jähriges Bestehen. Mit den "Horbachdeifel" war die Bürgerwehr Ettlingen erstmals im Waldbronner Zug vertreten, eine große Gruppe mit schwarzen Teufelsmasken, ebensolchen Pelzen und knorrigen Stöcken. Mit ihren Kostümen zogen die Vorstandsfrauen der katholischen Frauengemeinschaft Reichenbach im Zug mit. Die Pisa-Studie war dem Brieftaubenverein Reichenbach ein Wagen wert, auf dem die Reichenbacher Schule Lehrer auf 630-DM-Basis suchte, "rüstige Rentner angenehm".
Mit großem Aufgebot war auch der Gesangverein "Concordia" Reichenbach im Zug vertreten. Zunächst mit der Jugendgarde, der Kindergruppe und den "Rot-Grünen Funken", denen der Frauenchor und die gewaltige Concordia Gaudi – Gugge folgten. Auf dem Elferratswagen schließlich das oberste Narrengremium mit Präsident Franz "Sales" Becker an der Spitze. Frauenpower schickte dagegen der TSV Etzenrot auf den närrischen Parcours unter dem Motto "Nur 3. Platz in der Kreisliga B, das tat den Frauen weh, die Kreisliga A sollt es aber schon sein, drum springen wir jetzt für unsere Männer ein!", während sich die Vorstandschaft des TSV auf ihrem Wagen ganz bescheiden als Zwerge hinstellte und als Motto wählte: "In Etzenrot hinter den Bergen bei den sieben Zwergen ist es tausendmal schöner als hier".
"Der Eistreff wird vergoldet und die Gemeinde überschuldet", so der Kleintierzuchtverein Reichenbach und in einer Fußgruppe trug man Schilder mit "Schulhofkosten sparen – selber bauen". Danach dann eine Guggenmusikgruppe aus Bühlertal gefolgt von der Narrenzunft "Bühlot Schrättle" aus Bühl. Für musikalischen Schwung sorgte die Kapelle des Musikverein "Edelweiß" Busenbach.
Wunderschöne Masken mit Trauben auf der Stirn trugen die "Ettlinger Rebhexen" zur Schau. Stammgäste beim Waldbronner Umzug sind auch die Gruppen der Faschingsgesellschaft Auerbach, in diesem Jahr mit den Auerbacher Dorfhexen, zwei Garden und dem Elferratswagen, bei dessen Motto sie auf den Auerbacher Spitznamen Klein-Russland anspielten: "Bei uns ist wieder Jubel und Trubel, wir brauchen keinen Euro, wir zahlen in Rubel." Dann wieder eine Bühler Gruppe mit den "Widdenunger Sondbachdeifel" und dem Musikverein Ittersbach. Wie bei der Frauenfastnacht hatte der Kreis junger Mütter aus Reichenbach sich mit seinen Zwergkostümen für den Zug herausgeputzt.
Neu im Zug waren die Robbergwölfe aus Ettlingen. DRK und Obst- und Gartenbauverein Etzenrot fragten auf ihrem Wagen "Wie lange kann man ohne Funkturmspuren in Stadt Bad Waldbronn noch gefahrlos kuren?". Mit einer Wandergruppe zog der Schwarzwaldverein Waldbronn mit seinem Wandervogelwagen und mehreren Wandervögeln mit ihren gelben Schnäbeln im Zug mit. Der Gesangverein Schielberg hatte sich mit der Mallorca-Affäre Scharpings ein brisantes Thema ausgesucht und den Verteidigungsminister und seine Gräfin in einen überdimensionalen Pool gesetzt. Sogar die Queen marschierte huldvoll winkend, eskortiert von ihrer Garde mit Bärenfellmützen, beim MSC Reichenbach mit. Malerische Fußgruppen hatten der Tennisclub und der Schützenverein Waldbronn auf den Weg geschickt. Erstmals dabei waren aus Pfinztal die Talberghexen.
Mit einer Wandergruppe zog die Schwarzwaldvereinjugend aus Grünwettersbach mit im Zug. Die Jugendfeuerwehr Reichenbach hatte die Befürchtung: "Ist Waldbronn irgendwann mal eine Stadt, säuft Neurod immer noch ab" und spielte damit auf die unterschiedlichen Höhenverhältnisse in Waldbronn an. Mit einem schönen Wagen war der Liederkranz Wolfartsweier auf die Höhe gereist, mit dem er auf die Ortsumgehung hinwies, die endlich wahr werde. "Kirwe 2101, das war kein Versehen, die Kirwe wird niemals untergehen", war das Motto auf dem Wagen der Reichenbacher Kirwegesellschaft, der das Ende des Zugs markierte, der von Polizei, Freiwilliger Feuerwehr und DRK Reichenbach sichernd begleitet wurde.
Die Zuschauer waren sich jedenfalls nach dem 45 - minütigen Vorbeimarsch einig, einen schönen Zug gesehen und trotz regnerischem Wetter viel Spaß gehabt zu haben. Bereits vor dem Zug, aber noch mehr danach, herrschte reger Betrieb bei den Straßenfesten in der Busenbacher Kinderschul- und der Reichenbacher Stuttgarter Straße. Dort hatten die Vereine und Organisationen die Möglichkeit, an einem Stand Besucher zu bewirten, wenn sie sich zuvor am Umzug beteiligt hatten.

Die Frauen von St. Wendelin und die goldige Jugendgarde des Musikverein Lyra Reichenbach.

Die Frauen von St. Wendelin und die goldige Jugendgarde des Musikverein Lyra Reichenbach

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