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16.05.2004 Radiomuseum hatte Besuch

Schöner Querschnitt durch Rundfunktechnik
Fachautor Günther F. Abele besuchte Radiomuseum

Eine Rarität im Radiomuseum ist das Hartres-Gerät, das (v.li.) Eduard Hofmann, Ellen Schäufele, Günther F. Abele und Theresia meister hier begutachten.

"Der Mann ist ein lebendes Lexikon der Radio- und Rundfunkgeschichte", stellte Ellen Schäufele vom Waldbronner Radiomuseum anerkennend fest, als Günther F. Abele den Schatz seines Wissens öffnete. Mit dem mittlerweile 75-jjährigen Stuttgarter hatte das Radiomuseum in der Stuttgarter Straße "hohen" Besuch, der in Sammlerkreisen weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus bekannt ist. Immerhin gibt es von Günther F. Abele das inzwischen auf fünf Bände angewachsene Werk "Historische Radios", dem jetzt die "Radio Chronik" als jüngste Veröffentlichung folgte. Die im Füssler-Verlag erschienenen Bände sind, wie Eduard Hofmann vom Radiomuseum versicherte, für Sammler und Museen eine unentbehrliche Hilfe bei der Klassifizierung historischer Rundfunkgeräte.

Theresia meister vom Waldbronner Radiomuseum mit Günther F. Abele vor einem Blaupunkt-Gerät aus dem Jahr 1934.

Im Gespräch entpuppte sich Abele denn auch als profunder Kenner der Rundfunk- und Radiogeschichte, der temperamentvoll, anschaulich und lebendig aus der Historie des Rundfunks zu erzählen wusste. Dabei hat er die Gabe, und das lässt den Erfolg seiner Bücher ahnen, auch komplizierte technisch-physikalische Sachverhalte zu verdeutlichen.
Radiomuseen gebe es in Deutschland etwa zehn. Das Radiomuseum Waldbronn, das er zum ersten Mal besuchte, zählt dabei zu den kleineren Einrichtungen. Es zeichne sich aber durch einen "sehr schönen Querschnitt durch alle Epochen der Rundfunkgeschichte" aus. Die Spannweite reiche dabei vom Detektorempfänger über Röhrengeräte, den "Großsuper" von 1932, den Volksempfänger und die Nachkriegsproduktion.
Besonders angetan haben es ihm dabei zwei Geräte aus der Waldbronner Sammlung. Einmal ein Blaupunkt 4W6 aus dem Jahr 1934 mit einem wunderschön gemaserten Gehäuse aus Holz, zum Anderen ist es ein Hartres-Gerät aus dem Jahr 1952, das von einer kleinen Firma in Tübingen gebaut wurde, die es so nur wenige Jahre gegeben habe.
Insgesamt, so Günther F. Abele, sei die Ausstellung in Waldbronn in Waldbronn sehr schön aufbereitet. Was sie über die Rundfunkgeschichte hinaus zeige, mache ihre Bedeutung aus. Abele wies dabei auf die im vergangenen Jahr eingerichtete "Klaus-Wunderlich-Ecke" hin, aber auch auf die Musikschränke, die oft aus Platzgründen in anderen Museen fehlen. Ausgestellt werden im Waldbronner Radiomuseum etwa 400 Geräte, im Fundus befinden sich aber, wie Theresia Meister sagte, rund 800 Geräte, die aber aus Platzgründen nicht alle gezeigt werden könnten.

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